Was sind Sozialwahlen?
Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Arbeitnehmerorganisationen -ACA-, bestehend aus den Mitgliedsverbänden des Kolpingwerkes, dem Bundesverband Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen -BVEA- und der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung -KAB-, tritt als die Interessenvertretung christlicher ArbeitnehmerInnen gemeinsam auf Bundesebene bei der BfA, den Ersatzkassen BEK, u.a., zur Sozialwahl 2011 an. Die Sozialwahlen 2005 brachten für die christl. Arbeitnehmerorganisationen ein gutes Ergebnis, denn mit ca. 6 % bei der BfA und knapp 8 % bei der Barmer Ersatzkasse wurde die Fünf-Prozent- Hürde glatt genommen. Der Anteil der christlichen VertreterInnen wurde fast verdoppelt.
Das damalige Wahlergebnis war ein bedeutender sozialpolitischer Erfolg, denn damit saßen wiederum christliche VertreterInnen in den Sozialparlamenten. Sie gingen - gestärkt durch die guten Wahlergebnisse - in die derzeit noch lfd. Legislaturperiode. Nun gilt es diesen Erfolg für die Sozialwahlen 2011 zu festigen und das Ergebnis zu wiederholen - wenn nicht gar zu übertreffen.
Wer wählt was? Alle Träger der sozialen Sicherung - wie Renten-, Kranken-, Unfallund Pflegeversicherungen - sind in der Selbstverwaltung organisiert, die aus den gewählten VertreterInnen der Versicherten und Arbeitgeber besteht. Hauptorgan der Selbstverwaltung ist die Vollversammlung (z. B. Verwaltungsrat oder Vertreterversammlung) aller gewählten Mitglieder. Dieses „Versicherungsparlament“ verfügt über erhebliche Mitgestaltungsmöglichkeiten.
Alle sechs Jahre entscheiden die Sozialwahlen, wer in dieses Ehrenamt einzieht. Beteiligen können sich alle beitragspflichtig Versicherten, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. Dabei stimmen sie für eine der Listen, die von Gewerkschaften und Arbeitnehmervereinigungen zur Wahl gestellt werden.
Auch Christen haben die Verantwortung, sich auf diesem Feld zu engagieren, denn christliche Werte haben nicht nur im privaten Bereich Gültigkeit. Es geht darum, öffentlich für diese christlichen Werte in Politik und Gesellschaft Stellung zu beziehen. Insbesondere deshalb, da in der heutigen Zeit Solidarität und Gerechtigkeit mehr und mehr ins Hintertreffen geraten. Somit haben wir durch die Sozialwahlen die Chance, Menschen auf das wichtige Kontrollrecht der Sozialversicherungssysteme hinzuweisen, und uns dort mit einer nicht zu überhörenden Stimme einzubringen.
Wer nicht wählt, verschenkt sein Mitspracherecht und lässt Andersdenkende ohne Kontrollmöglichkeiten - und nicht in unserem Sinne - entscheiden! Nur durch die Sozialwahl besteht für alle Versicherten die Möglichkeit, Menschen und Programme ihres Vertrauens zu wählen, die insbesondere unseren christlichen Werten und Vorstellungen nahe stehen. Darum gilt es, Menschen für die Sozialwahlen zu sensibilisieren und sie 2011 für die Entscheidungen zu aktivieren, damit wie zuletzt 2005 ehrenamtliche Vertreterinnen und Vertreter der christlichen Arbeitnehmerorganisationen ihrer Verantwortung gerecht werden können! Bei Fragen stehen wir bereit, um die Wichtigkeit der Sozialwahlen für die Vertretung der christl. Arbeitnehmerschaft hervorzuheben.
Michael Foitlinski EAB NRW Vorstandsmitglied der ACA Bund
Artikel zur Sozialwahl 2011:
Aktuell Sozialwahlen 2011:
- Einstieg in den Wahlkampf - Christliche Arbeitnehmerverbände sind für die Sozialwahlen gerüstet - Michael Foitlinski
- Christliche Kraft gegen soziale Ungerechtigkeit - Interview mit Georg Hupfauer - Rundschau Redaktion
- Sozialwahlen 2011:Milliarden Kontrollieren? Wir trauen uns! - EAN Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz - Matthias Gehlhar

