Die Würde des Menschen zu
schützen ist ein ureigenes Anliegen aller Christen und Arbeitnehmervertreter
und steht in unserem Grundgesetz. Zu der Würde des Menschen gehört
unabdingbar, dass er seinen Lebensunterhalt durch Arbeit sichern kann oder
von der solidarischen Gesellschaft ein Leben in Würde garantiert wird.
Die Veränderungen in der Arbeitswelt haben mittlerweile alle Beschäftigten
erreicht. Mit dem Ergebnis, dass Millionen von Menschen eine Beschäftigung
suchen, dass Millionen von Menschen in Niedriglohnsektoren von ihrer Arbeit
kaum menschenwürdig leben können und dass tausende junger Menschen einen
Ausbildungsplatz suchen.
Eine Politik, die dem Gemeinwohl verpflichtet ist, darf diese Entwicklung
nicht hinnehmen. Weder der europäische Einigungsprozess noch die
Globalisierung sind Sachzwänge, die nicht gestaltet werden könnten.
In einer sozialstaatlich verfassten Demokratie ist soziale Gerechtigkeit die
Grundvoraussetzung für ein Leben in Würde. Ohne die Würde des einzelnen
Menschen gibt es keine freie Gesellschaft. Bildung, soziale Sicherheit,
Kündigungsschutz, Mitbestimmung und Tarifautonomie sind die unumstößlichen
Grundpfeiler in der Arbeitswelt, damit der Einzelne wirtschaftlichen Zwängen
nicht schutzlos ausgeliefert ist. Sie gehören zu einer gelebten sozialen
Demokratie.
Die Bibel verleiht den Menschen als Ebenbild Gottes eine besondere Würde.
Sie orientiert sich zuerst an den Bedürfnissen der arbeitenden Menschen und
nicht an den Renditenerwartungen des Kapitals.
Dafür treten wir ein! Wir rufen auf, sich an den vom DGB organisierten
01.Mai-Demostrationen zu beteiligen.