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Aufruf der Evangelischen Arbeitnehmerschaft ean Baden zum
1. Mai 2006

Die Evangelische Arbeitnehmerschaft im Bereich der Evangelischen Landeskirche in Baden e.V. ruft gemeinsam mit dem DGB zur Teilnahme an den Veranstaltungen zum 1. Mai auf.

Sie unterstützt das Motto des DGB:

"Deine Würde ist unser Maß"

Das biblische Leitbild spricht allen Menschen Würde in ihrer Arbeit zu und berücksichtigt jedes einzelne Glied unserer Gesellschaft. Diese biblische Tradition macht die Notwendigkeit deutlich, Menschen vor Missbrauch, Ausbeutung, Überforderung und Demütigung zu schützen. Der Kampf um eine Begrenzung der Vorherrschaft von Arbeit als Leistung dient somit der Würde des Menschen. So ist auch ein ausgewogenes Verhältnis von Arbeit und Ruhe ein wichtiger Maßstab für eine menschengerechte Arbeitswelt.  

Folgende Punkte möchte die ean hervorheben und als kirchlichen Beitrag zum diesjährigen Schwerpunktthema des DGB einbringen:

      Millionen von Menschen arbeiten mittlerweile in prekären und ungeschützten Arbeitsverhältnissen. Oft reicht eine Arbeitsstelle nicht aus, um den Lebensunterhalt zu verdienen. Deshalb sind Mindestbedingungen für Arbeit und Entlohnung notwendig.

      Die Flexibilisierung der Arbeit bringt es mit sich, dass viele Menschen nicht mehr am gesellschaftlichen Leben und seinen Angeboten an Gemeinschaft in Sport, Kultur und Kirche teilnehmen können. Viele Familien, Partnerschaften leiden unter dieser Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft. Wir brauchen auch den Schutz der Feiertage und des Wochenendes.

      Millionen von Menschen sind ausgeschlossen aus der Teilhabe an der Arbeit und sind erwerbslos. Ihnen fehlt die Anerkennung, ihr Selbstwertgefühl leidet darunter und sie fühlen sich diskriminiert. Arbeit ist ein wesentlicher Maßstab für Würde. Unsere Gesellschaft braucht eine neue Diskussion um Arbeit, Vollbeschäftigung und Einkommen. Menschen brauchen ein Einkommen, das die Teilhabe am Gesellschaftsleben ermöglicht.

      Die Globalisierung der Wirtschaft in fast allen Bereichen vergrößert die Kluft zwischen Arm und Reich. Die Gewinnmaximierung vieler Konzerne geht oft zu Lasten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Unsere Gesellschaft braucht Rahmenbedingungen für eine solidarische Weltwirtschaftsordnung.  

Die Politik fordern:

Die Entscheidungsträger in unserer Gesellschaft sind aufgerufen, die Würde des Menschen zu achten und nicht anzutasten und die Welt solidarisch und gerecht mitzugestalten.  

Verantwortung der Kirchen:

Das gemeinsame Wort der Kirchen von 1997 erklärt das solidarische Band zwischen Starken und Schwachen für verbindlich. "Barmherzigkeit ist kein flüchtig befristetes Gefühl, sondern drängt auf Gerechtigkeit". Kirche und Diakonie haben die Aufgabe, offensiv die Veränderung zum Besseren einzufordern und auch selbst daran mitzuwirken. Sie müssen besorgt sein um der Menschen willen - hier und weltweit.

Wir laden Sie herzlich zu den ökumenischen Gottesdiensten ein. Nehmen Sie teil an den Maikundgebungen des DGB.

gez. Andreas Schächtele, erster Vorsitzender

gez. Wilhelm Rojek und Gabriele Vetter, stellvertr. Vorsitzende

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