Informationsbrief
Evangelische Arbeitnehmerschaft Baden e.V. -
Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt
Nr. 3/2005 - Monat November 2005
Berichte aus den EAN - Gruppen
Kurzinfos aus KDA und EAN
-
Kurzinfos aus KDA und EAN:
Neues Buch,
Neue Tagungskosten,
Pfr. M. Huhn
bleibt in MA.,
Neue Industriepfarrerin im Elsass,
Neuer Industriepfarrer in Freiburg
-
Kurzinfos aus KDA und EAN:
Empfang
für Ehrenamtliche,
Jahrestreffen
der christlichen Arbeitnehmerorganisationen,
Bündnis für mehr Demokratie,
Betriebswahlen 2006,
Billig hat seinen Preis,
EAN
im Vorstand
der ACA vertreten
-
Kurzinfos aus KDA und EAN:
ACA legt bei Sozialwahlen zu,
Erster Preis für W. Müller,
Antwort auf Schreiben EAN - Forum, Kirche und Globalisierung, Nov. 2004
|
Studientag 2005 des Forums
Friedensethik (FFE): "Die heimlichen Kriegsschauplätze - Wegschauen oder
Friedensethik?"
Bei diesem Studientag des FFE mit anschließender Mitgliederversammlung (am
23.07.05 im Oberkirchenratsgebäude in Karlsruhe) vertraten Joachim und ich die
EAN, und wir wurden herzlichst begrüßt. Am 21.01.00 wurde das FFE von 40 Frauen
und Männern gegründet und hat inzwischen 61 Mitglieder, darunter die EAN. Der
Leitungskreis des FFE ist verantwortlich für die Herausgabe der Rundbriefe
(erschienen bisher zweimal jährlich, sollen aber künftig häufiger herauskommen)
und für die Vorbereitung der Studientage, die nun schon zum sechsten Male
stattfinden und auf denen Konfliktherde der ganzen Welt näher ins Visier
genommen werden. Bisher hat das FFE zwei Eingaben an den EOK gemacht, eine davon
zur EU-Verfassung (wegen Militarisierung!), mit der man bezweckte, dass bis in
die Gemeinden hinab diskutiert werden sollte (was jedoch nicht erfolgte).
Außerdem startete das FFE eine Initiative zur Vernetzung der friedenspolitischen
Gruppen in Baden, worauf jedoch bisher fast niemand reagierte. Das FFE will hier
jedoch noch nachfassen. -
Auf dem diesjährigen Studientag, auf
dem ca. 25 Teilnehmer/innen anwesend waren, ging es um den Bürgerkrieg im Kongo,
einem Konfliktherd, der von den Medien ignoriert oder nur nachrangig behandelt
wird. Frau Annette Weber vom Ökumenischen Netz Zentralafrika (Berlin) referierte
brillant über diesen zunächst so kompliziert und undurchschaubar anmutenden
Kriegsschauplatz, in den zeitweise sieben Armeen und ein Vielfaches diverser
Rebellengruppen verwickelt waren und zusätzlich ethnische Konflikte eine Rolle
spielen. Letztlich zeigte sich einmal mehr, dass es auch bei diesem Konfliktherd
um handfeste wirtschaftliche Interessen geht, von denen nicht zuletzt auch
westeuropäische Staaten profitieren: Im Kongo wird neben Gold (Kilo-Moto) auch
Coltahn (Provinz Kivu) gefördert, das das seltene Metall Tantalit enthält, eines
der z.Zt. begehrtesten Elemente überhaupt, da es für die Produktion von Handys,
Flugzeugmotoren, Nachtsichtgeräten und Computern verwendet wird. Diverse
Rebellengruppen und auch die Ethnien der Hema und der Lendu bringen sich nicht
zuletzt wegen der Kontrolle über die Bodenschätze gegenseitig um. Mehrere
Nachbarstaaten des Kongo haben inzwischen militärisch interveniert und ihre
Eliten bereichern sich an den Bodenschätzen des Landes. Aber auch europäische
Firmen werden bezichtigt, sich der begehrten Ressourcen des Kongos zu
bemächtigen. So wird der Kongo geplündert - unter Inkaufnahme ungeheurer Leiden
der kongolesischen Bevölkerung. - Frau Annette Weber konnte vom FFE mit auf den
Weg gegeben werden, dass man sich auch in der badischen Landeskirche für die
Probleme Afrikas sensibilisiert hat und an einer gewaltfreien Lösung dieses
Konfliktherdes interessiert ist im Bewusstsein der Mitverantwortung gerade auch
der westeuropäischen Länder.
Herr Dr. Wolfgang Heinrich vom
Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) machte anschaulich, wie Friedensarbeit
konkret aussehen kann. Afrika wird vom EED schwerpunktmäßig gefördert wie
überhaupt der Fokus des EED auf Armen und Benachteiligten liegt und auf gleichen
Lebenschancen für Männer und Frauen. Deren Teilhabe an Entscheidungsprozessen
wird gefördert, es wird mit lokalen Gruppen vor Ort zusammengearbeitet, lokale
Fachkräfte werden gefördert, ausgebildet und vermittelt. Dem EED geht es vor
allem um ländliche Entwicklungsarbeit und bei seiner Menschenrechtsarbeit um
Demokratieförderung und z.B. konkret um Wahlprozessbegleitung, um hier nur
einmal einige Stichpunkte aus dem umfangreichen Wirken des EED herauszugreifen.
- Nach den beiden Referaten und der Diskussion mit den Referenten fand
nachmittags noch die Mitgliederversammlung des FFE statt. Unseres Erachtens ist
die EAN beim Forum Friedensethik mit ihren Zielen "Frieden, Bewahrung der
Schöpfung und Gerechtigkeit" gut aufgehoben.
Freiburg, den 30.08.05
gez. Sabine Keim
|