Informationsbrief
Evangelische Arbeitnehmerschaft Baden e.V. -
Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt
Nr. 3/2005 - Monat November 2005
Berichte aus den EAN - Gruppen
Kurzinfos aus KDA und EAN
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Kurzinfos aus KDA und EAN:
Neues Buch,
Neue Tagungskosten,
Pfr. M.
Huhn bleibt in MA.,
Neue Industriepfarrerin im Elsass,
Neuer Industriepfarrer in Freiburg
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Kurzinfos aus KDA und EAN:
Empfang
für Ehrenamtliche,
Jahrestreffen
der christlichen Arbeitnehmerorganisationen,
Bündnis
für mehr Demokratie,
Betriebswahlen
2006,
Billig
hat seinen Preis,
EAN im Vorstand
der ACA vertreten
-
Kurzinfos aus KDA und EAN:
ACA legt bei Sozialwahlen zu,
Erster Preis für W. Müller,
Antwort auf Schreiben EAN - Forum, Kirche und Globalisierung, Nov. 2004
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(gri)
Der "Arbeitskreis Familie und Gesellschaft" der Evangelischen Arbeitnehmerschaft
im Bereich der evangelischen Landeskirche Baden e.V. (EAN) hatte zu seinem Wandertag
am 11.09.05 nach Gochsheim ins Kraichtal eingeladen.
Um 10:15 Uhr hatte man zum Gottesdienst eingeladen, den Prädikant Wolfgang Müller,
selbst Mitglied in der EAN, leitete.
In der Predigt aus dem alttestamentlichen Buch der Klagelieder ging Müller auf
das Jammern und Klagen in unserer Welt ein. "Der Grund jeder Klage, jeder
Enttäuschung aber auch jeder Hoffnung und jeden Neubeginns bin ich selbst"
betonte er. In den Klageliedern finden wir viele persönliche Klagen der Menschen
in ihrer damaligen Zeit. Klagen über bitterste Armut, Häuser, Äcker und Brunnen.
Ihre Lebensgrundlagen waren zerstört. Kinder starben vor Hunger. Der Dichter
dieser Klagelieder klagt Gott an. Aber dann schaut er in einem Anflug von Hoffnung
nach oben, ruft und bittet: Gedenke doch, dass ich so elend und verlassen bin,
dass ich mit Wehmut und Bitterkeit getränkt bin. Dieser Anflug der Hoffnung
verwandelt sich in eine tiefe Gewissheit. Ihm kommt ein Lied der Hoffnung über
die Lippen: "Die Güte des Herrn ist´s, dass wir nicht gar aus sind; seine Barmherzigkeit
hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu und deine Treue ist groß".
Gott begegnet uns im Gebet. In Mitten unserer Klage bricht er hervor. Er kommt,
wenn wir bitten und stellt sich an unsere Seite, wenn wir danken.
"Angesichts der Not sollten wir uns fragen, wo wir die Schwelle zum begründeten
Jammern und Klagen ansetzen. Am Besten nicht zu niedrig; nicht schon bei niederschwelligen
Problemen. Und: Hängen wir den Grund zur Hoffnung in unserer Zeit vielleicht
zu hoch? Dabei liegt der Grund der Hoffnung doch so greifbar nah. Wir dürfen
die Latte der begründeten Hoffnung auf Augenhöhe herunter holen", so Müller.
Im Anschluss an den Gottesdienst erläuterte der Gochsheimer Martin Loritz den
rund 25 interessierten Wanderern bei einer Stadtführung die zahlreichen Sehenswürdigkeiten
der ehemals selbständigen Stadt Gochsheim. Begonnen wurde in der Sankt-Martins-Kirche,
die im Besitz des Landes Baden-Württemberg ist. Das Land ist es auch, das die
schon seit Jahren anstehende Renovierung durchzuführen hat, welche aufgrund
knapper Kassen aber immer wieder verschoben wurde. Lediglich die Sakristei ist
im Eigentum der Kirchengemeinde, weil diese diesen Bauteil erst viel später
anbauen ließ. Der Weg führte weiter am 100jährigen Schulgebäude vorbei zum Schloss
der Grafen von Eberstein. Dann bergab den "Stadtbuckel" hinunter vorbei am Bäcker-
und Zuckerbäckermuseum. Die Gäste, die überwiegend nicht aus Kraichtal sondern
aus fast dem ganzen nördlichen Landkreis kamen, wie z. B. Karlsruhe, Weingarten,
Sinsheim oder Söllingen, waren beeindruckt von den historischen Gebäuden, die
zum Teil schon mehrere Hundert Jahre alt sind.
Zum Mittagessen kehrte man beim Hasenheim ein und lies sich von der bekannt
guten deutsch-thailändischen Küche verwöhnen. Gut gestärkt ging die Wanderung
weiter, vorbei an Mühlen und Wehren und an einer Krugstatt (steinerne Ruhebank
für Lastenträger), die vor einigen Jahren von Mitgliedern des Heimat- und Museumsvereins
in ehrenamtlichem Engagement wieder aufgerichtet wurde. Zur Nachmittagzeit besichtigten
die Gäste den landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Loritz und konnten bei
Kaffee und Kuchen so manche Gedanken austauschen.
Am späten Nachmittag, sozusagen als Ausgleich für die süßen Kalorien, die man
zu sich genommen hatte, ging die Wanderung noch nach Münzesheim in den asiatischen
Garten. Ein herrlicher Tag, der mit viel Wolken und grauem Himmel angefangen
hatte, entpuppte sich - nicht nur wettermäßig - zu einem schönen und harmonischen
Tag. Es ist nur schade, dass dieser Familienwandertag nur von wenigen kompletten
Familien genutzt wurde. Die älteren Teilnehmer haben schon ein wenig die "junge
Generation" vermisst. Aber leider ist das heutzutage ja das Problem vieler Vereine.
Dabei will die EAN nicht nur in den Werten "Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung
der Schöpfung" Orientierungshilfen und Anstöße zur Gestaltung unseres Lebens
und unserer Gesellschaft leisten. Vor allem auch arbeitsweltbezogene und familienbezogene
Angebote stehen im Programm dieses Vereins. Die EAN tritt gemeinsam mit dem
Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA) für eine soziale, gerechte, demokratische
und ökologische Zukunft in Arbeitswelt, Kirche und Gesellschaft ein.
Wer Näheres zum Programm der EAN erfahren möchte, kann sich gerne an den Sozialsekretär
über die Adresse Siegfried.Aulich@ekiba.de und Annette.Klein@ekiba.de wenden.
Gottfried Richter, Kraichtal
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