Informationsbrief
Evangelische Arbeitnehmerschaft Baden e.V. -
Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt
Nr. 3/2005 - Monat November 2005
Berichte aus den EAN - Gruppen
Kurzinfos aus KDA und EAN
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Kurzinfos aus KDA und EAN:
Neues Buch,
Neue Tagungskosten,
Pfr. M. Huhn
bleibt in MA.,
Neue Industriepfarrerin im Elsass,
Neuer Industriepfarrer in Freiburg
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Kurzinfos aus KDA und EAN:
Empfang
für Ehrenamtliche,
Jahrestreffen
der christlichen Arbeitnehmerorganisationen,
Bündnis für mehr Demokratie,
Betriebswahlen 2006,
Billig hat seinen Preis,
EAN
im Vorstand
der ACA vertreten
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Kurzinfos aus KDA und EAN:
ACA legt bei Sozialwahlen zu,
Erster Preis für W. Müller,
Antwort auf Schreiben EAN - Forum, Kirche und Globalisierung, Nov. 2004
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Es
gibt immer welche, die sind drinnen, und welche, die sind draußen. Drinnen
sind im Zweifelsfall wir, die gut Situierten, die in gesellschaftlichem Geschehen
noch mitmischen. Draußen sind die Anderen, die Gescheiterten, die durch gesellschaftliche
Prozesse "Freigesetzten" und Ausgegrenzten. Draußen sind ganz sicher die Afrikaner,
die in die Festung Europa hineinwollen, die Menschentrauben auf den rostigen
Schiffen und die nächtlichen Grenzgänger. Drinnen bin ich, mit gutem Auskommen,
passabler Bildung und noch gesicherter Altersversorgung. Draußen die, die
aus der Hand in den Mund leben müssen. Draußen der Analphabet, der nie eine
Chance hatte. Und wehe, wenn er alt wird und krank, da draußen. Ein paar tausend
Kilometer weiter im Süden auf die Welt gekommen, hat er halt Pech gehabt.
Es gibt schon viele Gründe, warum die da draußen sind. Bei uns hier, und auch
weltweit.
Doch Vorsicht! Draußen stehen Leute aus Nazareth. "Wer klopfet an? O, zwei
gar arme Leut..." So heißt es in einem heimeligen Krippenspiel.
Sie kennen das? Wissen wirklich, dass Weihnachten draußen ist - nicht drinnen?
Dann ist es gut.
Wir anderen, wir Vergesslichen, wir müssen es uns gesagt sein lassen: Es geht
nicht an, wenn wir nur für uns drinnen, rund um die Christbäume, Lichtzauber,
Musik und Gaumengenuss entfachen, und draußen irren Menschengeschwister in
der Dunkelheit und Kälte herum. Es ist Gotteslästerung, Weihnachten, die Menschwerdung
Gottes, zu feiern und nicht denen, die draußen sind, so weit wir's denn vermögen,
Mit-Mensch zu werden. Weihnachten ist doch Gottes Provokation gegen eine geschlossene
Gesellschaft. Da müssen die zugeknallten Türen wieder aufgehen; da müssen
getrennte Leute wieder an einen Tisch kommen. Da müssen verlorene Söhne und
Töchter Heimwege suchen und verlorene Eltern ihre verschränkten Arme wieder
auf tun. Da muss die unmenschliche Trennung zwischen Drinnen und Draußen,
Arm und Reich, Guten und Schlechten aufgeweicht werden. Und warum? Weil Gott
es uns vormacht. Er kommt von ganz außen, von den Rändern der Gesellschaft,
vom Menschen-unwürdigen her, zu uns. Er mischt sich unter die vor den Türen
unserer Wohlstandswelt. Und er will nach
drinnen. Und klopft an unsere Tür: Antrag auf Asyl. Dieser Gott, dem die Erde
gehört, unterwirft sich unserem Aufnahmeverfahren.
Erster Eintragung: Abgelehnt. "Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen
ihn nicht auf" (Joh 1,11).
Ich höre schon die Stimmen: "Ja, kann man denn nicht einmal mehr Weihnachten
feiern, ohne ...? Es ist doch so viel passiert in diesem Jahr. Nein, gerade
Weihnachten kann man nicht feiern, ohne die Zustände, in den wir unsere Welt
hineinmanövriert haben, unerträglich zu finden: Drinnen ist es hell, und draußen
fällt immer mehr Nacht über die Menschen am Rande.
Menschen, die wissen, dass das "Licht der Welt" nicht von Christbäumen, sondern
von der Krippe her strahlt, teilen Licht und Zeit und Geld. Von der Weihnachtsbotschaft
erfasste Menschen sind Widerständler gegen das Drinnen - Draußen - Denken,
gegen die Spaltung unsere Gesellschaft hier und die Unterteilung der Erde
in den reichen Norden und den armen Süden. Sie öffnen Türen, schenken Vertrauen,
laden ein - selbst auf die Gefahr hin, einmal abgezockt und ausgenutzt zu
werden. Weihnachtliche Menschen sind sensible, mitleidsfähige, hörende Menschen.
Sie hören auf Klopfzeichen an ihrer Tür: Es könnte Gott sein.
Ich wünsche uns ein Weihnachtsfest 2005 mit wachem Verstand, offenem Herzen
in einer für die Situation der Schwachen offenen Gesellschaft. Offen für die
Hilferufe der Geschwister Jesu. Und so auch, inmitten unserer Ängste und Befürchtungen,
offen für die Botschaft der Engel:
"Fürchtet Euch nicht... Gott ist da.
Siegfried Strobel,
Pfarrer,
Akademiedirektor
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