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Evangelische Arbeitnehmerschaft im Bereich der Evangelischen Landeskirche in Baden 

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Weihnachten in geschlossener Gesellschaft?

Informationsbrief Evangelische Arbeitnehmerschaft Baden e.V. -
Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt
Nr. 3/2005 - Monat November 2005 

Berichte aus den EAN - Gruppen

Kurzinfos aus KDA und EAN

Tannenbaum-geschlossene GesellschaftEs gibt immer welche, die sind drinnen, und welche, die sind draußen. Drinnen sind im Zweifelsfall wir, die gut Situierten, die in gesellschaftlichem Geschehen noch mitmischen. Draußen sind die Anderen, die Gescheiterten, die durch gesellschaftliche Prozesse "Freigesetzten" und Ausgegrenzten. Draußen sind ganz sicher die Afrikaner, die in die Festung Europa hineinwollen, die Menschentrauben auf den rostigen Schiffen und die nächtlichen Grenzgänger. Drinnen bin ich, mit gutem Auskommen, passabler Bildung und noch gesicherter Altersversorgung. Draußen die, die aus der Hand in den Mund leben müssen. Draußen der Analphabet, der nie eine Chance hatte. Und wehe, wenn er alt wird und krank, da draußen. Ein paar tausend Kilometer weiter im Süden auf die Welt gekommen, hat er halt Pech gehabt. Es gibt schon viele Gründe, warum die da draußen sind. Bei uns hier, und auch weltweit.


Doch Vorsicht! Draußen stehen Leute aus Nazareth. "Wer klopfet an? O, zwei gar arme Leut..." So heißt es in einem heimeligen Krippenspiel.
Sie kennen das? Wissen wirklich, dass Weihnachten draußen ist - nicht drinnen? Dann ist es gut.


Wir anderen, wir Vergesslichen, wir müssen es uns gesagt sein lassen: Es geht nicht an, wenn wir nur für uns drinnen, rund um die Christbäume, Lichtzauber, Musik und Gaumengenuss entfachen, und draußen irren Menschengeschwister in der Dunkelheit und Kälte herum. Es ist Gotteslästerung, Weihnachten, die Menschwerdung Gottes, zu feiern und nicht denen, die draußen sind, so weit wir's denn vermögen, Mit-Mensch zu werden. Weihnachten ist doch Gottes Provokation gegen eine geschlossene Gesellschaft. Da müssen die zugeknallten Türen wieder aufgehen; da müssen getrennte Leute wieder an einen Tisch kommen. Da müssen verlorene Söhne und Töchter Heimwege suchen und verlorene Eltern ihre verschränkten Arme wieder auf tun. Da muss die unmenschliche Trennung zwischen Drinnen und Draußen, Arm und Reich, Guten und Schlechten aufgeweicht werden. Und warum? Weil Gott es uns vormacht. Er kommt von ganz außen, von den Rändern der Gesellschaft, vom Menschen-unwürdigen her, zu uns. Er mischt sich unter die vor den Türen unserer Wohlstandswelt. Und er will nach
drinnen. Und klopft an unsere Tür: Antrag auf Asyl. Dieser Gott, dem die Erde gehört, unterwirft sich unserem Aufnahmeverfahren.
Erster Eintragung: Abgelehnt. "Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf" (Joh 1,11).

Ich höre schon die Stimmen: "Ja, kann man denn nicht einmal mehr Weihnachten feiern, ohne ...? Es ist doch so viel passiert in diesem Jahr. Nein, gerade Weihnachten kann man nicht feiern, ohne die Zustände, in den wir unsere Welt hineinmanövriert haben, unerträglich zu finden: Drinnen ist es hell, und draußen fällt immer mehr Nacht über die Menschen am Rande.
Menschen, die wissen, dass das "Licht der Welt" nicht von Christbäumen, sondern von der Krippe her strahlt, teilen Licht und Zeit und Geld. Von der Weihnachtsbotschaft erfasste Menschen sind Widerständler gegen das Drinnen - Draußen - Denken, gegen die Spaltung unsere Gesellschaft hier und die Unterteilung der Erde in den reichen Norden und den armen Süden. Sie öffnen Türen, schenken Vertrauen, laden ein - selbst auf die Gefahr hin, einmal abgezockt und ausgenutzt zu werden. Weihnachtliche Menschen sind sensible, mitleidsfähige, hörende Menschen. Sie hören auf Klopfzeichen an ihrer Tür: Es könnte Gott sein.
Ich wünsche uns ein Weihnachtsfest 2005 mit wachem Verstand, offenem Herzen in einer für die Situation der Schwachen offenen Gesellschaft. Offen für die Hilferufe der Geschwister Jesu. Und so auch, inmitten unserer Ängste und Befürchtungen, offen für die Botschaft der Engel:
"Fürchtet Euch nicht... Gott ist da.

Siegfried Strobel, Pfarrer,
Akademiedirektor

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