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Pädagogischer Zwischenruf

Informationsbrief Evangelische Arbeitnehmerschaft Baden e.V.  -  Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt
Nr. 1/2005  -  Monat März 2005 
Wird das y-Chromosom zum Loser-Faktor?

Seit Jahren stellen meine Kollegen und ich fest, dass immer mehr Jungen in der Hauptschule verbleiben als Mädchen und die verbliebenen Mädchen öfter zu den Leistungsträgern gehören als Jungs. Mädchen sind fleißiger, angepasster, weniger gewalttätig, führen Hefte und Ordner, die anschauenswert sind.

Dass das auch an dem gesteigerten Konsum moderner Medien liegen könnte, hatte ich vermutet.
Freiwillig Bücher lesende Hauptschüler sind eine Rarität, mit den schlimmen Folgen für die Fähigkeit, richtig zu schreiben und das Gelesene auch verstanden zu haben. Von Mädchen war mir weniger bekannt, dass sie sich mit Freundinnen treffen, um stundenlang virtuell mit Computerspielen zu ballern, eher, dass sie doch zum Buch greifen oder miteinander quatschen.

Am Sonntag, dem 30. Januar 2005, hatte ich beim Hören der SWR2 AULA ein Aha-Erlebnis der ganz besonderen Art. Hier hielt Prof. Christian Pfeiffer eine Vorlesung für Rundfunkhörer, die sich mit dem Phänomen der wachsenden Leistungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen auseinander setzte. Zitat: "Wir haben uns das mal systematisch angesehen und haben festgestellt, dass, egal was wir betrachten: die Aufsteiger oder Absteiger im Schulsystem, die Noten, die Sitzenbleiber, überall die Unterschiede noch nie so groß waren wie in den letzten beiden Jahren."
Ich stelle Ihnen aus Platzgründen einige Zahlen tabellarisch dar.
 

100 Aufsteiger (von der Hauptschule zur  Realschule,  Gymnasium) 

Ende der 80er Jahre

heute

Mädchen

Jungen

Mädchen

Jungen

50

50

62

38

 Wer ist Richtung Abitur unterwegs? 

Ende der 80er Jahre

heute

Mädchen

Jungen

Mädchen

Jungen

50

50

62

38

 Abbrecher ohne irgendein Zeugnis 

Ende der 80er Jahre

heute

Mädchen

Jungen

Mädchen

Jungen

48

52

37

63

 Erstsemester im Fach Medizin
 (Numerus clausus)
 

heute

Mädchen

Jungen

70

30

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Laut Professor Pfeiffer verändern sich die Schulleistungen bei Jungen dramatisch mit dem Einzug moderner Medien im eigenen Zimmer. Fernseher, PC, DVD, Video, Spielekonsolen, Handy, Walkman, Discman, MP3-Player, Internet.... "Eltern, die ihren Sprösslingen alle diese Geräte gönnen, klauen ihnen pro Tag 2 Stunden, sogar ein bisschen mehr." Mehr, als wenn diese Geräte in einem zentralen Raum, z.B. dem Wohnzimmer, ständen. "Na ja, es liegt auf der Hand, wenn die Jungen pro Tag zwei Stunden mehr an diesen Kisten verbringen, dann wird's knapp mit dem Lernen und dem Schularbeiten machen."

Zur längeren Nutzungsdauer käme noch das unkontrollierte Schauen bis in die späte Nacht und das Nutzen von verbotenen Computerspielen bzw. verbotenen Filmen hinzu, so Prof. Pfeiffer.
Der Unterschied zwischen Jungen und Mädchen sei hierbei krass. Neurobiologen haben herausgefunden, dass emotional stark aufwühlende Filme mit Gewalt oder Horror als Hintergrund eben gelernte Vokabeln oder anderen Lernstoff aus dem Gedächtnis drängen. Besonders schädlich sind solche Filme kurz vor dem Einschlafen; sie verhindern den Übergang des Gelernten vom Kurz- ins Langzeitgedächtnis, was in der Tiefschlafphase geschieht.

11 bis 15 Prozent der Jungen geben zu, gelegentlich nachts verbotenerweise irgendeinen Film zu gucken, obwohl am nächsten Tag Schule ist, "und zwar in der Hauptschule wesentlich mehr als im Gymnasium. Sie schaden sich ganz massiv, was ihre Schulleistungen angeht. Diejenigen, die Vielseher sind (also 3 bis 4 Stunden pro Tag) und dann auch noch obendrein am Computer spielen, die haben deutlich schlechtere Noten als diejenigen, die Wenigseher sind."

In allen Fächern haben die Wenigseher im Schnitt bessere Noten als die Vielseher, erstaunlich deutlich auch in Sport. Nicht nur, dass ein Bewegungsdefizit auftritt, verzehrt man gern das, was man in der Werbung empfohlen bekommt.

Um auf die Eingangsfrage zurück zu kommen: Wird das y-Chromosom zum Loser-Faktor?
Ja, wenn nicht radikal umgesteuert wird, wenn Eltern und Großeltern immer wieder dem Drängen nachgeben, und gedrängt werden sie hauptsächlich von den Jungs.

Wilhelm Rojek
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