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23.08.2005

 

EAN Baden

Evangelische Arbeitnehmerschaft im Bereich der Evangelischen Landeskirche in Baden

Informationsbrief Evangelische Arbeitnehmerschaft Baden e.V. - Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt Nr. 3/2004 - Monat November 2004
 

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Sozialethische Betrachtung

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Sozialethische Betrachtung

"Aber es ströme wie Wasser das Recht, und die Gerechtigkeit wie ein unversiegelter Bach!"
(Amos 5,23 und 24)

Diese Vision des Propheten Amos wurde als Motto für die diesjährige Friedensdekade erwählt. Unter dem Titel "Recht ströme wie Wasser" liegt der thematische Schwerpunkt auf der Sorge um die Erhaltung der internationalen Rechtsnormen sowie der Menschenrechte.
Aber dieses Zitat ist nicht nur wegweisend für die Friedensdekade, sondern an der Schwelle zum neuen Kirchenjahr der Hinweis auf die Ankunft Jesu, der die Gerechtigkeit Gottes verkündet und die Gesetze der religiösen Verwalter Israels auf den Kopf stellt und mit Leben erfüllt.
Die Zeit, in der der Prophet Amos gelebt hat, weist deutliche Parallelen zu unserer Gegenwart auf: In Amos 5,10 heißt es:
"Sie hassen den, der im Tor für das Recht eintritt, und verabscheuen den, der die Wahrheit redet. Darum, weil ihr den Geringen zertretet und Abgaben vom Korn von ihm nehmt - habt ihr Häuser aus Quadern erbaut, doch ihr werdet nicht darin wohnen ."
Den Mächtigen Israels hält Amos den Spiegel ihres Handelns vor Augen. Das Recht treten sie mit Füßen, und den kleinen Leuten wird auch noch das Korn genommen, das sie zum Leben brauchen. Schließlich erfolgt der Hinweis auf die Strafe: Sie haben Häuser aus Stein gebaut, aber sie werden nicht darin wohnen, weil sie weggeführt werden in die Gefangenschaft Babylons.
Auch in unserer Zeit sprechen die Gesetze des Handelns in Wirtschaft und Politik längst eine andere Sprache als der Prophet Amos.
Die Rechte, welche die Bürger und Arbeitnehmer sich in hundert Jahren erkämpft haben, werden immer mehr in Frage gestellt und rücksichtslos abgebaut.
Um die Gentechnik als industriellen Faktor nicht zu beeinträchtigen, stehen auch Embryos zur Disposition.
Vor den Mittelmeerküsten ertrinken fast täglich Flüchtlinge, die vor der Gewalt ihrer Herrschenden fliehen, um in Europa Asyl zu finden. In Italien werden sie mit Mafiosos auf eine Stufe gestellt. Und unser Innenminister kriminalisiert im Chor mit der Regierung Berlusconi den Leiter und den Kapitän der Cap Anamur, die kürzlich Flüchtlinge aus Seenot retteten.
Den empfindlichsten Schock hinterlässt jedoch Hartz IV. Dieses Gesetz ist vor allem demütigend für die Menschen, die Jahrzehnte lang gearbeitet haben und nun relativ schnell im Arbeitslosengeld II, das heißt in der Sozialhilfe, landen. Es scheint, als hätten Wirtschaft und Kapital in Berlin die Regie übernommen, Regierung und Opposition gebärden sich wie deren Erfüllungsgehilfen.
Im Zuge des Reformpakets 2010 werden auch Umweltschutz und kommunale bürgerliche Rechte abgebaut. Die Bestrebungen der Industrie gehen dahin, Energie und Wasser immer mehr zu vermarkten und vielleicht irgendwann auch die Luft.
Deshalb ist die Kirche aufgefordert, eindeutig Partei zu ergreifen für den Erhalt von Gottes Schöpfung. Psalm 8 spricht von dem Menschen, der in die Schöpfung hineingestellt ist und von Gott nicht geringer erachtet wird als die Engel. Als Christen haben wir die Aufgabe, den Menschen wieder in den Mittelpunkt zu stellen und für seine Rechte, für seine Würde und für sein Wohlergehen einzutreten.
Im Advent sollen wir die Tore und die Türen öffnen. . Jesus sagt im Gleichnis vom Endgericht: " Was ihr getan habt einem unter meinen geringsten Brüdern (und Schwestern), das habt ihr mir getan!" Wenn wir also die Tore und Türen im Advent öffnen, dann sollen wir nicht nur Jesus einlassen, sondern auch und vor allem seine und unsere geringsten Schwestern und Brüder.

Wolf Roßkamp
 
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