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23.08.2005

 

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Von Genjägern und Biopiraten

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Von Genjägern und Biopiraten

EAN - Tagung 6./7. März 

1.) Der ehrgeizige Versuch einer ganz kurzen Zusammenfassung: Gentechnik und internationale Abkommen wie das Abkommen über geistige Eigentumsrechte in der WTO (TRIPS-Abkommen) haben neue Möglichkeiten für findige Konzerne eröffnet: die Biopiraterie. 

Die Genjäger des Nordens lassen sich Agrar- und Heilpflanzen aus den Ländern des Südens patentieren und eröffnen einen weiteren ungleichen Kampf um lebenswichtige Ressourcen. Die Menschen in Indien mussten sich wehren gegen die Patentierung ihres heiligen Neembaumes, in Brasilien empören sich die Bewohner der Amazonasregion, dass die Tropenfrucht Cupuacu plötzlich einem Unternehmen am anderen Ende der Welt gehört, das us-amerikanische Unternehmen Dupont sicherte sich die Rechte an weltweit allen Maispflanzen mit einem erhöhten Ölgehalt in den Körnern. Und das sind nur drei von vielen Fällen. 

Die Biotechnologieunternehmen verfügen über viel Geld und geschulte Lobby-Spezialisten. Viele Teile der internationalen Abkommen erscheinen geradezu maßgeschneidert für ihre Interessen, möglichst ohne Hindernisse die biologische Vielfalt der artenreichsten Länder nutzen zu können. Ihnen stellen sich jedoch immer mehr Menschen entgegen. Patente auf Leben und weitreichende Patente auf traditionelles Wissen indigener Gemeinschaften werden weder von den Betroffenen noch von kritischen Geistern in den Industrieländern akzeptiert. Gestoppt wurden schon etliche Patente und auch groß angelegte Erfassungsvorhaben, bei denen

Ethnobotaniker im Auftrag von Konzernen und Universitäten Pflanzen und das Wissen darum einzusammeln versuchten (wie beim "ICBG-Maya"-Vorhaben in Mexico). 

Die großen Agrarkonzerne sind sehr daran interessiert, die Kontrolle über Anbau und Nachzucht von Nahrungspflanzen, über Produktion und Verkauf unserer Lebensmittel zu haben.

Schon die Einführung der Hybridsorten als Hochleistungssorten zwang die LandwirtInnen, immer wieder neu bei den Agrar-Unternehmen einzukaufen. Die Ernte von einem Feld mit Hybriden bringt im Falle der Wideraussaat nur ganz schlechte Erträge. Doch damit nicht genug: Das weltweit übliche Bauernrecht, die eigene Ernte kostenlos weiter zu verwenden wird auch mit rechtlichen Kniffen eingeschränkt: In Deutschland fordert die Saatgutindustrie inzwischen "Nachbaugebühren" und kann sich auf ein strenges Sortenschutzrecht berufen. Der Widerstand dagegen wächst, zumal große Konzerne ihren Plan, jeden Nachbau zu unterbinden, mit einer besonders gefährlichen Strategie weiter führen wollen: durch eine gentechnische Manipulation töten sich die Samen von Pflanzen selbst ab. Die so genannte Terminator - Technologie ist noch nicht breit eingeführt, hat aber weltweite Diskussionen ausgelöst. 

2.) Wer, wenn nicht wir, wann, wenn nicht jetzt?  

Notizen zur Abschluss-Diskussion am Sonntag

Das Thema Biopiraterie und Gentechnik ist gerade vielfach aktuell. Mehr zur Biopiraterie und Nachbaugebühren

Jutta Sundermann ist Mitbegründerin der BUKO-Kampagne gegen Biopiraterie, die außer Bildungsarbeit zum Thema auch konkrete Aktionen und Kampagnen vorbereiten und MitstreiterInnen dafür allzeit sucht. U. a. gibt es die Aktion "Naschen gegen Biopiraterie" (gegen Patent und Marke auf Cupuacu) und "Widerstand keimt auf" (gegen Nachbaugebühren).

www.biopiraterie.de und neuen Rückenwind für den biologischen Landbau, die einzige echte Alternative mit Zukunft! Da gibt es viele Menschen und Zusammenhänge. 

Auf der Tagung stellten sich zwei Streiter für biologische Landwirtschaft vor,

die noch große Pläne haben. 

Vier wichtige Prozesse stehen vor ihrem Abschluss: 

Das Gentechnikgesetz 

Im Gentechnikgesetz geht es um die Spielregeln für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen. Mit "Koexistenz" umschrieben soll es auch in Deutschland zukünftig möglich werden, sog. GVOs anzupflanzen.

Das Gesetz regelt Fragen zu Abständen zwischen Feldern mit und ohne Gentechnik, Haftungsfragen und wie lange eine Ernte als GVO-Frei bezeichnet werden darf. Es soll zum 18. April in Kraft treten.

Koexistenz wie im Gesetz vorgestellt,  ist nicht möglich. Verunreinigungen kommen durch Wind und Bienen - und rückholbar sind die Gene nicht! In immer mehr Gegenden gibt es Netzwerke gegen Gentechnik. Sie rufen gentechnikfreie Regionen aus - in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sind z.B. die größten zusammenhängende Gebiete von je über 10.000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche.


Interessante Links:  

Aktionsbündnis Gentechnikfreie Landwirtschaft in Baden-Württemberg:

http://www.gentechnik-freie-landwirtschaft.de/index.htm

Bundesweites Netzwerk, Herausgeber des Gen-ethischen Informationsdienstes:

http://www.gen-ethisches-netzwerk.de/ 


Die Kennzeichnungspflicht für GVOs 

Bei der Kennzeichnungspflicht hat die Bundesregierung eine internationale Vorgabe auf ihrer Seite. Das "Biosafety-Protokoll" wurde gefeiert als eine Chance für VerbraucherInnen. In Zukunft sollen gentechn. veränderte Zutaten in Produkten gekennzeichnet werden. Die Kennzeichnungspflicht ist in manchen Punkten konsequent: gekennzeichnet werden muss z.B. auch Öl aus manipulierten Pflanzen, was bisher nicht der Fall war, da die Manipulation im hochverarbeiteten Produkt nicht mehr nachweisbar war. Jetzt wird nach der Herkunft der Pflanzen gefragt. Nicht berücksichtigt werden allerdings z.B. die Futtermittel der Tiere, deren Fleisch, Eier oder Milch in den Verkauf kommen. Greenpeace setzt erfolgreich auf den Druck der VerbraucherInnen: Das Einkaufsnetz wird von hunderttausenden unterstützt, die ihren Boykott von Gen- Food erklärt haben, die weitermelden, wenn sie verdächtige Produkte

entdecken und Listen erhalten, welche Lebensmittelanbieter noch sauber sind. Der VerbraucherInnendruck wirkt, etliche Unternehmen achten sehr darauf, auf dieser Liste drauf zubleiben. www.greenpeace.de 

WTO-Streitfall 

Die USA, Canada und Argentinien klagen gegen die EU, die sich seit Jahren weigert, Gen-Lebensmittel zu importieren. Das sei nicht im Sinne der Welthandelsorganisation. Die Klage der Gentech-anbauenden Länder hat eine Welle der Empörung ausgelöst, das Ende des Konfliktes ist noch nicht absehbar. Der BUND und Attac haben eine riesige Gentomate auf Reisen geschickt. Sie informieren über diesen Skandal und fordern die USA zum Rückzug der Klage, die EU zu Konsequenz in der Frage auf.

www.attac.de, www.bundnet.de

EU-Biopatent Richtlinie 

Die Richtlinie der EU muss in Deutschland umgesetzt werden - sie ist selbst die Umsetzung des Patentschutz-Abkommens in der WTO - und ein dicker Hammer. Weitgehend sollen Patenterteilungen möglich werden, auch auf Pflanzen, Tiere, Menschliche Gene. Da Patente ein ganz zentraler Anreiz für die Gentechnikbranche sind und Gentechnik ohne diese Monopole auf Zeit nicht denkbar, handelt es sich bei dem Konflikt um die BiopatentRL, deren Umsetzungsentwurf bereits das Bundeskabinett passiert hat, um einen zentralen Streitpunkt in der aktuellen Auseinandersetzung.

Mehr Widerstand ist wichtig!
www.greenpeace.de

Jutta Sundermann, freie Journalistin, engagiert sich bei der BUKO-Kampagne gegen Biopiraterie, bei medico international und attac.

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