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BVEA - Rundschau - Ausgabe 2-2011 zur Startseite -- Zum Geleit - Bernhard Dausend

Europa: Gegenwart - Zukunft - oder schon Vergangenheit?

Bernhard Dausend

Liebe Schwestern und Brüder,

die Vorstandswahlen liegen schon ein halbes Jahr zurück. In dieser Zeit hat sich einiges in unserem BVEA e.V. und in der Welt getan.

Die größte Herausforderung dürfte in dem unerwarteten allzu frühen Tod unseres Vorstandskollegen Matthias Gehlhar liegen. Dazu wird gesondert berichtet. Dankenswerterweise haben sich Elke Lartz (Layout) und Hans-Joachim Bieletzki (Chefredaktion) bereit erklärt, künftig die Gestaltung und Organisation der Rundschau zu übernehmen. Damit ist die Weiterführung gesichert. Auch wird Elke Lartz weiterhin die Internetseite des BVEA e.V. betreuen.

Bildungssystem den Anforderungen der Wirtschaft anpassen

Der neue Vorstand hat sich nach der Konstituierung in einer 1. Vorstandssitzung intensiv mit der Aufgabenverteilung und Organisation der Vorstandsarbeit befasst. Dazu kommt die Mitarbeit im Dachverband Kirche-Wirtschaft- und Arbeitswelt. Gemeinsam haben wir uns mit einem Vorschlag des Bundesgeschäftsführers Axel Brassler zur Haushaltsgestaltung beschäftigt. Die aufgetretenen Fragen konnten in einer Sitzung in Hannover, an der unsere beiden VKWA-Vorstandsmitglieder Bernhard Dausend und Wolfgang Heinze teilgenommen haben, ausführlich besprochen werden.

Die Sozialwahlen sind abgeschlossen. Dazu wird unser Vorstandsmitglied Michael Foitlinski in einem gesonderten Artikel berichten.

Zu den internen Aufgaben und Problemen des neuen Vorstands kommt die allgemeine wirtschaftliche Lage in Europa und der Welt. Während in den Medien zunächst ständig davon die Rede war, dass die Wirtschafts- und Finanzkrise überwunden sei, hat uns die Realität nun eingeholt. Heute wird fast täglich von neuen Schulden- und Finanzproblemen in Europa berichtet. Rettungsschirme und Sparpakete sind schon für viele europäischen Bürger zur Normalität geworden. Während viele Unternehmen immer noch teilweise hohe Gewinne bekanntgeben, fragt sich der Bürger, wie wir diese Schuldenlasten begleichen und gleichzeitig auch unseren Kindern und Enkeln ein vertretbares Erbe hinterlassen können. Immer mehr Staaten geraten in diesen Strudel hinein, Griechenland, Spanien und Italien sind erst der Anfang. Auch Deutschland hat einen hohen Schuldenstand, wird aber immer mehr zur finanziellen Stützung des Euros herangezogen. Noch können wir es uns leisten, aber wie lange noch? Trotz eines langsamen aber stetigen wirtschaftlichen Aufschwungs berichten die Medien verstärkt von Firmen, die an diesem Aufschwung nicht teilhaben können. Beispiele hierfür sind Rüstungsfirmen, wie die EADS, oder ganz aktuell Energiekonzerne, wie EON, die von Kurzarbeit, Arbeitsplatzabbau und Standortschließungen berichten.

Wieder einmal müssen die Arbeitnehmer die Zeche bezahlen. Die eigentlichen Verursacher der Wirtschafts- und Finanzkrise haben nichts dazu gelernt, ihre Fehler wurden von den Regierungen reguliert. Die Bonizahlungen sind trotz hoher Verluste gesichert. Würde man die Verursacher zur Verantwortung und damit zur Kasse bitten, würde auch auf dieser Ebene ein Umdenken erfolgen. Die Art der Arbeitsplätze hat sich verändert, darüber kann auch die monatliche Statistik der Bundesagentur für Arbeit nichts ändern.

viele Jugendliche immer noch ohne Ausbildung

Aus festen Stammarbeitsplätzen wurden zunächst einmal Leiharbeitsplätze, befristete Arbeitsplätze und weitere Formen der prekären Beschäftigung. Viele Familien können von einem Einkommen alleine nicht leben, da helfen nur noch ein Zusatzjob auf geringfügiger Basis oder staatliche Zuschüsse.

Fachkräfte fehlen uns, die demographische Entwicklung bedroht unsere Wirtschaft, wenn wir uns nicht die notwendigen Ressourcen aus dem Ausland holen. Ist dem wirklich so, oder will man uns wieder einmal etwas vormachen? Immerhin sind viele Jugendliche immer noch ohne Ausbildung, oder bekommen keine Lehrstelle in ihrem Traumjob. Arbeitgeber beklagen, es gibt zu wenig ausbildungsfähige Schulabgänger.

Wir bieten unseren Kindern und Jugendlichen ein Bildungssystem, dass keine gerechte und gleiche Chance für alle bietet. Wir sollten uns mit diesen Grundfragen beschäftigen. Wir haben genügend Intelligenz und Potential in unserem Land, nur müssen wir endlich lernen, diesen Schatz auch einzusetzen. Neben Ingenieuren und Technikern benötigen wir auch Handwerker in unserem Wirtschaftssystem.

Fordern wir die in Deutschland beheimateten Firmen auf, ihre Anforderungen an künftige Arbeitskräfte reell zu benennen, dann richten wir unser Bildungssystem daran aus. Wir brauchen ein Schulsystem, das den Anforderungen in allen Punkten gerecht wird - Ganztagsbetreuung (nach Bedarf), angepasste Bildungspläne und genügend qualifizierte Lehrkräfte. Dann wird mir auch nicht bange, wenn ich an die Zukunft Europas denke.

Deutschland hat immer wieder bewiesen, Herausforderungen annehmen und bewältigen zu können. Dazu müssen Wirtschaft, Politik und Kirche Hand in Hand, gleichberechtigt und ohne Tabus, miteinander reden und handeln.

Mit christlichem Gruß und Glauben
Euer Bernhard Dausend

 

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Bundesvorsitzender Bernhard Dausend - stellvertretender Vorsitzender, amtierender Vorsitzender
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