zurück | Startseite | weiter
BVEA - Rundschau - Ausgabe 1-2011 zur Startseite -- Zum Geleit - Werner Künkler

Probleme bedürfen einer Lösung

Werner Künkler

Nun hat das neue Jahr bereits seine Mitte erreicht, unsere Sondernummer zu den Sozialwahlen ist erfolgreich plaziert, die Kollegen und Kolleginnen haben kräftig die Werbetrommel für die Beteiligung an der Mitbestimmung bei den Sozialversicherungsträgern gerührt. Nun können wir nur abwarten, ob die Ergebnisse bei den Urwahlen ähnlich hoch liegen wie 2005.

Wofür unser Gesundheitssystem da ist - für die Schwachen und Kranken in unserer Gesellschaft - wird kaum noch berücksichtigt, geschweige denn die paritätische Ausgestaltung.

Unsere Frauen und Männer können im Fall eines guten Abschneidens im Verbund der ACA - Arbeitsgemeinschaft Christlicher Arbeitnehmerorganisationen - in den Bereichen, in die sie gewählt sind, die immer weniger werdenden Mittel zugunsten der Versicherten verwenden.

Der BVEA hat sich auf seiner Delegiertenversammlung ein neues, jüngeres Gesicht gegeben, verdienten Mitgliedern des Vorstandes wurde ein würdevoller Abschied bereitet. Die in Neuhof gewählten Kollegen und Kolleginnen übernehmen kein leichtes Amt in Zeiten der leeren Kassen und neuen Zuständigkeiten mit dem Evangelischen Dachverband „Verband Kirche, Wirtschaft, Arbeitswelt -VKWA“ in Hannover.

Der BVEA wird eine Organisationsstruktur finden müssen, die sein Überleben sichert, wenn die EKD der Arbeitnehmerarbeit weiter die Mittel kürzt. Auf gar keinen Fall wird der BVEA seine Gemeinnützigkeit - wie auch die Zusammenarbeit in der ACA, und die seit mehr als 100 Jahren erfolgreiche Arbeit bei den Sozialwahlen sowie die gesellschaftspolitische Gestaltung unseres Gemeinwesens - aufgeben.

Kaum begann das Jahr 2011, wurde von den Medien über umfangreiche Krisen berichtet. Sicherlich mögen die krisengeschüttelten Bürger/innen auch damit zurechtkommen - unter Zuhilfenahme der allzu menschlichen Vergesslichkeit!

Deshalb sollten wir besser über Probleme in der Gesellschaft, der Wirtschaft und Politik reden. Aber auch darüber, dass wir in einer Gesellschaft leben, die unseren gewählten Volksvertretern immer weniger zutraut. Wohl auch berechtigt, wie der „Runde Tisch“ über Stuttgart 21 oder die öffentliche Sitzung der Ethik-Kommission zur Energiewende zeigen.

Und die Dinge scheinen sich zu überschlagen: Die Katastrophe in Japan zwingt zum Umdenken in der Energiepolitik. Die kriegerischen Auseinandersetzungen in den nordafrikanischen Ländern, das Ringen um Demokratie und Menschenrechte, fordert unsere Wahrheit und Ehrlichkeit. Gibt es gute Aufstände und schlechte, wo greifen wir ein, wo nicht? Die EU steht vor einem außenpolitischen Scherbenhaufen und bekommt die Finanzprobleme nicht in den Griff. Die Verschuldung der führenden kapitalistischen Länder ist mit normalem Verstand nicht mehr zu begreifen. Die Gewinne steigen ins astronomische, die Löhne sinken. Die Arbeitslosenzahlen gehen runter, weil die Menschen in prekäre Arbeitsverhältnisse abgedrängt werden und somit kaum noch in die Sozialsysteme einzahlen, gut oder schlecht? Unsere Lebensmittel werden aus Gewinnsucht mit Abfällen vermengt, die meisten armen Menschen wollen schon gar nicht mehr wissen, was in den einzelnen Packungen drinsteckt. Die Wahl eines Grünen zum Ministerpräsidenten, ausgerechnet im „Musterländle“, gleicht einem Erdrutsch und wird die Politik im Lande weg von den klassischen Parteien verändern.

Nicht verzweifeln, anpacken, auch im Kleinen

Unsere Bundeswehr hat in ihrer Aufgabenstellung längst die Schwelle des „Kriegsspielens“ überschritten. Sie befindet sich in Teilen der Welt im Krieg. Jetzt zum wiederholten Mal sterben nach dem 2. Weltkrieg wieder junge deutsche Soldatinnen und Soldaten in ungewollten, kriegerischen Auseinandersetzungen. Eine Bundeswehrreform war überfällig, Ausbildungsmethoden müssen überprüft, die Wehrmittelbeschaffung effizienter gestaltet werden. Wir warten immer noch auf den Eurofighter, der in den 80er Jahren für viele Milliarden in Auftrag gegeben wurde, den so jetzt keiner mehr braucht, weil Drohnen viel effektiver zu sein scheinen. Ein Skandal, und das Ergebnis von schwacher Politik. Besser ist es, die Problemstellungen bei Kriegseinsätzen vollkommen neu zu bedenken. Es geht immerhin um Leben und Tod!

Noch tiefer greifen die neu beschlossenen sozialpolitischen Veränderungen in das Leben und besonders in die Finanzausstattung der Menschen in unserem Lande ein. Die Politik wird dies mittelfristig wie ein Bumerang treffen.

Wir müssen uns melden, wir müssen uns einmischen. Überlassen wir nicht die Felder den Etablierten, fordern wir von den hochbezahlten Wissenschaftlern in den Elfenbeintürmen die Loslösung von Abhängigkeiten und unabhängige, verständliche Beratung.

Wie hat es der Schriftsteller Erich Kästner einmal formuliert:

Es gibt auf der Welt wenig Gutes - außer man tut es!

In diesem Sinne verbleibe ich mit freundlichen Grüssen

Euer Werner Künkler

nach oben

zum Seitenanfang - BVEA - Bundesverband Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen e.V.
Bundesvorsitzender Bernhard Dausend - stellvertretender Vorsitzender, amtierender Vorsitzender
bvea@bvea.de
©BVEA Internetseiten 2001-2015 Deutschland | Stand 18.06.2015
Der BVEA ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich - siehe Impressum
Nachdruck und andere Veröffentlichungen der hier genannten Artikel und gezeigten Bilder sind nur nach vorheriger Genehmigung des BVEA erlaubt!

Über uns | Landesverbände | Aktuelles BVEA | Aktuelles aus den Landesverbänden | Pressemitteilungen | Impressum |

Startseite BVEABundesverbandLandesverbändeAktuellesRundschauArchiv

Suche: