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BVEA - Rundschau Ausgabe 2-2010zur Startseite  Entscheidend ist das Verhalten des Einzelnen - Rainer Wekeck

Entscheidend ist das Verhalten des Einzelnen

Die Bewahrung der Schöpfung muss höheren Stellenwert bekommen

Buntspecht im Wohngebiet - Bild Elke LartzAls Christinnen und Christen sehen wir die Erde nicht als Zufallsprodukt einer sinnfreien Evolutionsgeschichte, sondern als Schöpfung Gottes, die er mit großer Liebe hat entstehen lassen.

An der gesamten Natur und ganz besonders an allen Lebewesen hat Gott seine Freude. Deshalb gehört die Erde zuallererst Gott (Psalm 24.1) und nicht uns.

Zum Staunen, zur Faszination, tiefem Respekt und großer Freude über Gottes Schöpfung lädt uns die Bibel immer wieder ein.

Trotzdem ist unsere Erde auch in der christlichen Welt zu einem Materiallager degradiert worden, aus dem wir uns nach Belieben bedienen. Wir haben den Respekt vor Gottes Schöpfung verloren, und sie zu einer Ware herabgewürdigt, die wir nach Belieben für uns ausnutzen.

Der hemmungslose Abbau der Bodenschätze, die Zerstörung der Regenwälder, der unbedachte Einsatz von Düngemitteln, Pflanzenschutzmitteln und Pharmazeutika in der Landwirtschaft und das Verheizen der fossilen Schätze unserer Erde innerhalb weniger Generationen haben Konsequenzen, die wir erst allmählich und zögernd begreifen.

Die von uns Menschen verursachte und für die kommenden Jahrzehnte vorprogrammierte Erderwärmung muss uns nun zwangsläufig zum Nachdenken bringen. Es geht dabei für uns nicht nur um die Milderung der gegenwärtigen und die Verhinderung bevorstehender Katastrophen, sondern auch um eine Wiederentdeckung und Wiedergewinnung von Schöpfungswertigkeit.

Immer mehr Menschen verlieren aufgrund der Klimaveränderung den Boden unter ihren Füßen. Felder und Weiden vertrocknen oder versalzen nach immer neuen Überschwemmungen. Bauern und Viehzüchter verlieren ihre Existenzgrundlage. Die Zahl der Klimaflüchtlinge wird künftig auf 20-200 Millionen geschätzt.

Gleichzeitig bedrohen der Verlust an bebaubarem Boden und die Verknappung der Wasservorräte zunehmend den sozialen und politischen Frieden, nicht nur in den besonders betroffenen Gebieten, sondern auch in den angrenzenden Staaten. Länder wie die Malediven werden in Zukunft unbewohnbar sein.

Dass es gerade die Ärmsten der Armen trifft, die selbst den geringsten Anteil am weltweiten C02-Ausstoß haben, ruft uns als Christinnen und Christen ganz besonders in die Verantwortung.

Nur wenn wir die Natur wieder mit Respekt als Gottes Schöpfung begreifen und sie selbst mit Staunen und Begeisterung genießen, nur wenn wir sie auch um ihrer selbst und um Gottes willen schützen, nur dann werden wir in Zukunft unseren kurzfristigen Wohlstand und unsere aktuelle Bequemlichkeit nicht immer wieder dem notwendigen Schutz der Natur vorziehen.

Um des Friedens und der Bewahrung der Schöpfung willen sind heute deutliche Worte und klare Taten von uns gefordert. Dabei kommt unseren Kirchen eine sehr große Verantwortung zu, der sie in der Vergangenheit nicht gerecht geworden sind.

Weltweite Verhandlungen und Abkommen in den kommenden Jahren werden entscheidende Weichen stellen. Allerdings sind diese jetzt schon weitestgehend gescheitert - siehe die letzte Weltklimakonferenz in Kopenhagen. Wir können nur dann glaubwürdig für die Bewahrung der Schöpfung, für Gerechtigkeit und Frieden eintreten, wenn wir selbst glaubwürdig leben und in unserem eigenen Bereich Entscheidungen für einen Schutz des Klimas treffen.

Vom Energiesparen und einer umweltschonenden Mobilität bis zum Einkauf unseres Stroms, unserer Materialien und Lebensmittel - auch ganz privat ist jeder und jeder von uns gefragt und eingeladen, den eigenen Lebensstil zu verändern.

Je mehr wir nicht nur erzwungenermaßen (Glühbirnenverbot) sondern freiwillig und aus eigener Verantwortung gegenüber Gottes Schöpfung handeln, je klarer wir dabei die Lebenschancen unserer Schwestern und Brüder in den ärmsten Ländern der Erde vor Augen haben und je bewusster wir damit auf dem Weg des Friedens gehen, desto weniger werden wir eine solche Veränderung unseres eigenen Lebensstils als Einschränkung und Belastung empfinden. Wir werden sie dann als echte Bereicherung und positive Veränderung für uns selbst erleben.

Im Noahbund hat Gott zugesagt, dass er uns den Wechsel von Saat und Ernte, Frost, Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht garantiert (Gen 8,22).

Der Mensch hat daraus für sich einen Freibrief erschaffen und ist dabei, Gottes Schöpfung systematisch zu vernichten, denn wir verändern und zerstören das Klima auf unserer Erde bis ins Unberechenbare - bis hin zur Unkenntnis.

Rainer Wekeck EAB NRW Oberhausen

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