Die Sinnfrage
Immer wieder, vielleicht heutzutage noch öfter als früher, fragen sich viele Menschen: Warum bin ich hier auf der Erde? Was hat Gott mit mir vor? Diese „Sinnfrage“ stellt sich ständig neu und wir suchen nach befriedigenden, helfenden Antworten. Ein berühmter Psychiater sagte einmal: „Sie dürfen nicht nach dem Sinn des Lebens suchen, denn dann werden Sie ohne Antwort bleiben. Es ist nämlich genau andersherum: Das Leben ist es, das Sie täglich befragt- und Sie müssen antworten!“
Dies heißt doch: Erledige die Dinge im Beruf, in der Freizeit oder im öffentlichen Leben mit deinen Taten und verzichte auf weitere Fragen; sie bleiben ohnehin ohne Echo und bedrücken dich nur. Die alltäglichen Aufgaben und Probleme wollen bewältigt werden - das ist eigentlich der Sinn des Lebens. Da wir soziale Wesen sind und in kleinere Gemeinschaften oder die große Gesellschaft eingebunden, gilt ein Hinweis von Martin Buber: „Alles menschliche Leben ist Begegnung, besonders, wenn eine Begegnung im richtigen Augenblick stattfindet!“
Eine solche Voraussage hat schon der Prediger Salomo formuliert: „Ein Jegliches hat seine Zeit und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde!“ Dabei hilft uns die Zuversicht,an die Sonne zu glauben, auch wenn sie einmal hinter Wolken verborgen ist. Diese trostlosen Zeiten sind ein Teil des Lebens, in der Familie, in der Arbeitswelt, in unserer sozialen und natürlichen Umwelt.
Inmitten der heutigen Krisen sollten wir bedenken: Der Kampf um das goldene Kalb ist letztlich nicht lohnend. Du hast vom Leben am Ende nur dich selbst! Der wahre Reichtum besteht nicht in den Dingen, die ein Mensch besitzt, sondern in den Dingen, die er bekommen könnte. Darum sind die Möglichkeiten von größerer Faszination als die Erfüllungen.
Aber: Man braucht ein wenig Glück, sonst geht es nur schwer voran.
Klaus Reinhardt, Stv. Vorsitzender RAKÜ e.V., Hamburg

Klaus Reinhardt, Stv. Vorsitzender RAKÜ e.V., Hamburg