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BVEA - Rundschau Ausgabe 3 -2009 - Aus den Landesverbänden - zur Startseiteafa Bayern - Bündnis gegen Rechts - Martin Becher

afa Bayern LogoBayern -  aktionsgemeinschaft für arbeitnehmerfragen in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern    
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Bündnis gegen Rechts

Ausstellungseröffnung
„Auschwitz und ich“ - Grußwort von Martin Becher

Ich freue mich, dass ich heute zu Ihnen sprechen darf und beglückwünsche das Bündnis gegen Rechts zu seiner 20 jährigen erfolgreichen Arbeit! Am schönsten wäre es zwar, das Bündnis könnte sich auflösen, weil es keinen Grund mehr für sein Schaffen gäbe, aber da das augenscheinlich nicht der Fall ist, wünsche ich Ihnen und Euch eine gute Weiterarbeit. Ich weiß, wie schwierig Netzwerkarbeit ist, umso größer ist die Leistung einer guten und beständigen Zusammenarbeit einzuschätzen.

Der Kampf gegen rechts ist also nach Jahren der Auseinandersetzungen in Wunsiedel, Gräfenberg, Aschaffenburg und anderswo in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Im Jahr 1995, 50 Jahre nach Befreiung der Insassen des KZ Dachau, hat Edmund Stoiber als erster bayerischer Ministerpräsident dort eine Gedenkveranstaltung besucht - dieser Zeitraum ist bundesdeutscher Rekord. Aber durch diesen Besuch und z.B. durch das couragierte Eintreten gegen Rechts seitens des Wunsiedler Bürgermeister Willi Beck von der CSU hat auch die bayerische Mehrheitspartei die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus endlich erkannt und angenommen. Das verändert dieses Engagement, löst Probleme, schafft aber auch neue - ich kann das aus meinen Erfahrungen im Bündnis gegen Rechts an meinem Wohnort Bamberg bestätigen. Aber insgesamt begrüße ich diese Entwicklung, ein breites gesellschaftliches Bündnis gegen die Rechten war immer unser Ziel!

Aufstand der Anständigen verbinden mit dem Aufstand der Zuständigen

Warum beschäftigt sich nun die afa als evangelisch-lutherische Gemeinschaft von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit diesem Thema? Als erstes sind wir als evangelische Christinnen und Christen gefragt. Gerade die fränkisch-evangelischen Städte Ansbach, Bayreuth und Coburg waren Hochburgen der NSDAP und auch die Rolle unserer Landeskirche von 33 - 45 ist zumindest nicht als eindeutig zu bezeichnen. Selbst Mitte der 50er Jahre hat sich unser Landeskirchenrat noch von der Anbringung einer Gedenktafel für Friedrich Bonhoeffer in der Kirche in Floß bei Flossenbürg distanziert. Das ist heute anders. Die Versöhnungskirche in Dachau mit ihrer Gedenkarbeit, die Projektstelle gegen Rechtsextremismus in Bad Alexandersbad und der Verein Begegnung von Christen und Juden – BCJ mit seiner Ausstellung Blickwechsel sind nur drei weitere Beispiele.

Glasbläser beim Herstellen von farbigen Flakons

Martin Becher, afa Bayern

Zweitens ist uns als afa die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus am Arbeitsplatz wichtig. Hier treffen Menschen unterschiedlicher Wertvorstellungen, politischer Positionen, kultureller Prägungen und religiöser Traditionen offen aufeinander. So wissen wir spätestens seit 2004 durch die DGB- Studie der Berliner Kollegen Michael Fichter, Richard Stöss und Bodo Zeuner, dass gerade unter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie unter Arbeitslosen rechtsextreme Orientierungen überproportional anzutreffen sind. Die gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten weisen diese Haltungen besonders dann häufig auf, wenn sie zur Mittelschicht, zu den Facharbeitern und Angestellten zählen. Um das gemeinsam mit anderen zu ändern, bringen wir uns als afa hier besonders ein.

Drittens schließlich halten wir es in der afa für unverzichtbar, dass wir uns als Organisation von Ehrenamtlichen in die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus, Totalitarismus und Rassismus einbringen. Eine staatliche Unterstützung, gleichgültig auf welcher Ebene, ist notwendig und sinnvoll, sie allein reicht aber nicht aus.

Was wir brauchen ist quasi noch ein weiteres Bündnis: den Aufstand der Anständigen müssen wir verbinden mit dem Aufstand der Zuständigen. In Aschaffenburg, das zeigt die heutige Veranstaltung, scheint das sehr gut zu gelingen. Dafür weiterhin alles Gute!

Martin Becher, afa Bayern

 

 

 


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