Arbeit, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung
Antworten evangelischer Arbeitnehmer auf die globale Krise
Die schwerste Wirtschafts- und Kapitalmarktkrise seit den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts hat weltweit den Glauben an die Funktionsweise des marktwirtschaftlichen Wirtschaftssystems erschüttert. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die bisherigen Wertmaßstäbe und Wirtschaftsideologien primär durch eine von Gier und Größenwahn geprägte Globalisierung bestimmt werden.
vlnr. Günter Freudenberg, Joachim Bieletzki, Dr. Christian Homrichhausen, Eva-Maria Kramer, Wolfgang Heinze, Werner Künkler Angesichts der negativen Erfahrungen mit den fatalen Auswirkungen der völlig zerrütteten internationalen Finanzwirtschaft auf die Weltwirtschaft und des immer schnelleren Strukturwandels wird man weltweit nicht mehr ohne neue soziale und ethische Standards in der Gesellschafts-, Sozial- und Finanzpolitik auskommen.
Die neu erarbeiteten Sozialethischen Überlegungen des Bundesverbandes Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen ( BVEA ) wollen unter dem Titel „Arbeit, Gechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung“ Anregungen und Hilfestellungen für eine dementsprechende Umgestaltung der Wirtschafts- und Sozialordnung geben. Der BVEA möchte dabei ganz besonders seinen Bezug zum christlichen Glauben einbringen. Nach wie vor halten wir die soziale Marktwirtschaft für eine der besten aller existierenden Wirtschaftsordnungen. Sie gilt es zu bewahren, aber auch fortzuentwickeln.
Wir gehen davon aus, dass Gewinnund Leistungsstreben prinzipiell keine Fehler, sondern sogar Motor unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung sind. Jedoch muss das unternehmerische Denken und Handeln von einer stärkeren moralischen Verantwortung geprägt sein, die nicht das Kapital sondern den Menschen in den Mittelpunkt rückt. Leitmotiv muss sein: Nicht der Mensch ist für die Wirtschaft da, sondern die Wirtschaft für den Menschen. Konkret bedeutet das insbesondere auch, dass die immer stärker auseinaderklaffende Schere zwischen Arm und Reich verringert wird. Nicht zuletzt muss die Ökologie die Ökonomie bestimmen, um durch eine ressourcenschonende Produktion die Schöpfung bewahren zu helfen. Nur solche Orientierungen garantieren ein nachhaltiges Wirtschaften, das ein Überleben der Menschen im Einklang mit der Natur sichert.
Nur so können in Zukunft der soziale Frieden sowie das friedliche Miteinander der Völker erhalten und besser als bisher gestaltet werden.
Werner Künkler stellvertretender Vorsitzender des BVEA Landesverbandsvorsitzender EAB NRW
Erarbeitet durch den Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Arbeitskreis Theologie des BVEA
Federführung: Matthias Gehlhar, Berlin Dr. Christian Homrichhausen, Berlin Eva-Maria Kramer, Amelinghausen Dr. Gerhard Kühlewind, Nürnberg Werner Künkler, Essen
Unter Mitarbeit von: Heinrich Abelmann, Göttingen Friedhelm Broxtermann, Osnabrück Helmut Faber, Oberhausen Günter Freudenberg, Braunschweig Dr. Roland Gierth, Sulzbach Edith Hollweg, Mainz Hans-Jürgen Lorke, Nürnberg Klaus Meding, Osnabrück Klaus Reinhardt‚ Hamburg Andreas Schächtele, Karlsruhe Dieter Schaper, Gelsenkirchen Wolfgang Schifner, Bonn Dietwald Wolf, Hennigsdorf Werner Trautwein, Berlin
Verabschiedet durch die Delegiertenversammlung
Herausgeber: Bundesverband Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen - BVEA
Handreichung als PDF-Datei (Größe 1.89 MB)
Handreichung in Heftform ab Anfang November in unserer Geschäftsstelle in Essen zu beziehen.


Federführung: Matthias Gehlhar, Berlin Dr. Christian Homrichhausen, Berlin Eva-Maria Kramer, Amelinghausen Dr. Gerhard Kühlewind, Nürnberg Werner Künkler, Essen 