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BVEA - Rundschau Ausgabe 4- 2008 -Reichlich hohl - fehlende Selbstkritik der Wirtschaftsexperten - Matthias Gehlhar

Reichlich hohl

Fehlende Selbstkritik der Wirtschftsexperten ist ärgerlich

Obwohl die Zahlen der Börse und die Auswirkungen auf die nationalen Ökonomien bereits vernichtende Züge gewinnen, sind wenig prüfende Analysen unserer Manager und Wirtschaftsweisen zu hören, die Ökonomen machen einfach weiter.

Der Durchblicker: Leser - Stahlfigur gesehen in Görlitz - Bild Elke LartzDer Chef des Wirtschaftsforschunsinstitutes Ifo, Hans-Werner Sinn verstieg sich in einen atemberaubenden Vergleich. Manager seien die Juden von heute: Der Vergleich ist monströs. Ungeachtet der Entschuldigung, hier wird ein Schutzschild aufgebaut. Der Niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff äußerte sich ähnlich. Sie alle wollen sich und den Managern kein Fehlverhalten eingestehen.

„Herz-Jesu-Marxisten“ tönte es verächtlich, wenn Sozialpolitiker zur Mässigung mahnten. Menschen, die nach Regulierung riefen, galten als gestrig. Das Sparbuch war etwas für Dumme. Jeder, der einem eine Rendite von über 10 % verspricht ist ein Verbrecher, hat mein Wirtschaftsprofessor mitgeteilt, - gut das war vor 30 Jahren. Als ich dies bei meiner Bank wiederholte, haben die mich fast rausgeworfen.

Seit Jahren ärgern mich die über die Medien als Wahrheit verbreiteten Weisheiten der Experten im Fernsehen - die konsequente Volksverdummung bei der Technologieblase vor 10 Jahren.

Man spricht wieder über Keynes

Den Menschen vorzugaukeln, ohne Arbeit reich werden zu können, was ja leider häufig auch gegen heftiges Warnen im Privatbereich gelang, war hart am Schwindel. Die Bürger verstehen meist nicht viel davon, erwarten also Hilfe von den Kompetenzen und die wird den Journalisten und Experten zugeschrieben. Bankangestellte sind parteiisch und waren nie nur auf die Kundschaft bezogen, neutralen Beratern wurden über Jahre hinweg die Mittel gestrichen, so daß sie nun der Nachfrage nicht gerecht werden können.

Die jetzige Krise machte aber auch deutlich, das selbst absolute Insider den Überblick über Derivate, Leerverkäufe und sonstige Produkte verloren. Und das sich Vertreter der alten Ökonomie, wie Otto Graf Lampsdorf in Talkshows setzten und behaupten Leerverkäufe, Spekulation mit Wertpapieren die ich gar nicht habe, seien notwenig für die Entwicklung der Wirtschaft, es fehlen einem die Worte. Der Mann war lange Finanzminister. Jetzt lösen sich die Ideologien auf.

Die Suche nach einem besseren Weg in die Zukunft hat begonnen.
Der Konservative Sarkozy wirbt, wie der Linke Lafontaine, für die Teilverstaatlichung von Schlüsselindustrien und wird dabei von CSU-Präsidiumsmitgliedern unterstützt.
Da hilft ein Blick in „Das Kapital“ von Karl Marx.

Heute ist von Investionsprogrammen, Monsterbürgschaften, von Einwirkungsmöglichkeiten auf die Zentralbank, von einer EU-Wirtschaftsregierung die Rede. Wer in vergangener Zeit den Namen „Keynes“ erwähnte und damit die Befeuerung der Wirtschaft in schwierigen Zeiten und anschließendes Sparen in den guten Zeiten meinte, wurde belächelt. Und die Experten raten ruhig zu halten, es wird schon wieder, und damit auch wieder wie vorher.

Wir sagen, ohne uns, und stärken den Politikern den Rücken die eine Veränderung wirklich wollen. Die Finanzwelt muß wieder der Realwirtschaft dienen und nicht umgekehrt.

Matthias Gehlhar

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