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BVEA - Rundschau Ausgabe 4-2008

Gesellschaft - Glauben - Dr. Christian Homrichhausen - Nur ein Wort -

Der Segen der Geburt von Jesus gilt für alle Menschen

 

Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. (Joh.1,14)

Lego-Weihnachtsbaum im Sony-Center Berlin - Weihnachten Potsdamer Platz - Bild Elke LartzMit einem alten Loblied auf das „Wort“ beginnt Johannes sein Evangelium. Das ihm überkommene Lied entfaltet er mit einer Aussage, die das Weihnachtsevangelium enthält: der Sohn Gottes, Jesus Christus, hat unter den Menschen seine Wohnstatt gewählt. Eine Geburtsgeschichte von Jesus erzählt Johannes nicht. Er blickt nicht mit den Augen eines römischen Geschichtsschreibers auf das Leben von Jesus. Nur der Evangelist Lukas, der „eine Erzählung der Ereignisse“, „die sich unter uns zugetragen haben“, nach eingehender Prüfung der ihm überkommenen Überlieferung schreiben wollte und sie dann „der Reihenfolge nach“ aufführt (Lk.1,1-4), verknüpft die Ereignisse um Jesus mit einem genauen Datum aus der Chronologie der römischen Kaisergeschichte (Lk.3,1).

So verschafft er seinem Leser die Möglichkeit gleichsam von außen auf die Ereignisse zu blicken und ihnen von den Anfängen bis zur Gründung der ersten Gemeinden zu folgen.

Johannes hingegen lässt die Probleme und Schwierigkeiten der Gemeinde in der Geschichte von Jesus selbst lebendig werden. So wie Jesus Christus Zustimmung und Ablehnung erfuhr, ergeht es auch der Gemeinde. Wie Jesus Christus setzt sich auch die Gemeinde mit ihren Worten und Taten dem Urteil ihrer Zeitgenossen aus. In der Einleitung des Evangeliums unterstreicht der Evangelist die besondere Stellung von Jesus Christus und seiner Gemeinde von Beginn an, indem er die Person Jesus Christus mit dem „Wort“ gleichsetzt. Das „Wort“ wird als ein Akt des schöpferischen Handelns Gottes qualifiziert und Jesus hat an diesem Handeln Gottes wie die „Weisheit“ teil, die ebenfalls vor der Erschaffung der Welt bei Gott war (Spr.8,22).

Mit diesen Aussagen im Prolog des Evangeliums rückt das gesamte Leben von Jesus und seiner Gemeinde in eine neue Perspektive. Die Fleischwerdung Gottes, seine Entäußerung zielt auf die Verherrlichung von Mensch und Welt. Nicht seine eigene Herrlichkeit wollte Jesus Christus zur Geltung bringen, sondern die seines Vaters.

Im allgemeinen Sprachgebrauch meint „Herrlichkeit“  Ehre, Berühmtheit, Hoheit, Majestät und Ansehen. Der Evangelist entfaltet die in Jesus Christus erschienene Herrlichkeit Gottes hingegen mit den Begriffen „Gnade“ und „Wahrheit“. Mit dem Wort „Gnade“ beschreibt Johannes die Schöpfungsintention Gottes, die Jesus neu lebendig werden ließ. Anmut als Gestus der Gnade wird Jesus aufgrund seiner unmittelbaren Herkunft aus Gott zugesprochen werden können. In jedem Fall macht Jesus die erbarmende Fürsorge Gottes sichtbar. Die Wahrheit wurzelt in der inneren Übereinstimmung zwischen Gott und Jesus Christus, die ihre Kräftigung und Bestätigung aus der religiösen Überlieferung des Volkes zieht. Jesus urteilt deshalb unter Berufung auf die Gewissheit, in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes und der Tradition zu stehen (Joh.5,46f).

Oberhausener Tafel - Bild Michael PolacekDie Werke von Jesus geben Zeugnis von dieser neuen Herrlichkeit. Wie Gott schenkt Jesus Menschen das Leben (Joh.11,1-45) und erhält es durch Heilungen (Joh.5,1-6). Er spendet wie Gott denen, die es benötigen, Nahrung (Joh.2,1-11), er erweist den Notleidenden Gutes (Joh.6,1-5) und führt die darniederliegende (menschliche) Natur auf sich selbst, den ihr zukommenden gesunden Zustand, zurück (Joh.9,1-41).

Mit den Worten der Kirchenväter hat Gott in Jesus Christus Geburt, Erziehung, Wachstum und sogar die Erprobung des Todes auf sich genommen, um den Menschen vom Bösen zu befreien, von seinem Bestreben gegen die Intentionen Gottes zu handeln. Dieser Heilungsprozess ist mühselig, erfüllt den Menschen aber im Sinne des Johannesevangeliums mit Licht, Herrlichkeit und Liebe.

Dr. Christian HomrichhausenDie von Johannes verkündigte Weihnachtsbotschaft zeigt Wirkungen im Verhalten der Menschen; denn diejenigen, die sich als Gemeinde von Jesus Christus verstehen, begreifen sich selbst als Teilhaber der von Gott in Gang gesetzten Verwandlung. Sie sind sich ihrer Verwandlung bewusst und schöpfen daraus ihre Hoffnung.

Diese Hoffnung orientiert sich nicht an den menschlichen Maßstäben des Erfolgs und des Habenwollens. Sie orientiert sich an dem, was der Mensch zu sein bestimmt ist.

Die Maßstäbe dafür ergeben sich aus den Anliegen, die Jesus trieben und in der Weihnachtsbotschaft als die Herrlichkeit des Lebens von Jesus Christus im Johannesevangelium beschrieben werden:

Leben ermöglichen und Leben erhalten,
den leiblichen Bedürfnissen der Menschen Rechnung tragen und Not lindern,
den Menschen an die ihm obliegenden Aufgaben erinnern
und dass er sich seiner Position in der Schöpfung bewusst bleibt.

Dr. Christian Homrichhausen, Theologischer Berater des BVEA

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