BVEA Archiv 3-2008 | Archiv 3- 2008 aus den Landesverbänden |
BVEA - Rundschau Ausgabe 2008- 3 - Werte im 21.Jahrhundert - Klaus Reinhardt zur Startseite

 

Jugendgruppe-Bild Elke LartzWerte im 21. Jahrhundert „Bürgerlichen Werte“ und „hergebrachte Tugenden“ sind wieder im Trend

Mit diesen Fragen stellte Immanuel Kant vor 250 Jahren in der Sittenlehre ein oberstes und allgemeines Gesetz auf, das die Pflichterfüllung in das Zentrum der sittlichen Wertordnung stellt - und verbietet, den Menschen nur als Mittel zu benutzen.

Jahrhunderte lang wurde ein Modell menschlichen Verhaltens bevorzugt, dem der Einzelne jederzeit nacheifern sollte. Als Vorbilder boten sich Heilige, Helden oder allgemein verehrte Persönlichkeiten an. Heute noch gelten, weithin Personen der Zeitgeschichte oder aus der Welt der Medien und des Sports als Vorbilder.

Muss das auch in Zukunft so bleiben? Leben wir nicht inzwischen von den Restbeständen vormoderner Werte? Eine moralische Erneuerung unserer Lebens- und Wertordnung ist dringend erforderlich. Tatsächlich hat bei uns, d.h. in den Ländern des „Westens“, eine fruchtbare Auseinandersetzung mit ethischen Zielen und entsprechenden Verhaltens- und Handlungsentwürfen begonnen.

Natürlich bestimmen die als verbindlich akzeptierten Normen des moralisch vertretbaren Handelns die sittliche Haltung des Einzelnen, aber ebenso sicher die Solidarität innerhalb einer Gemeinschaft sowie gegenüber anderen gesellschaftlichen Gruppen.

Das subjektive Wohlbefinden hängt dabei vom individuellen Wohlstand ab. Aber zur Lebenszufriedenheit im genannten sozialen Umfeld gehört mehr als die Anhäufung bzw. Verfügbarkeit materieller Werte! Künftig möchten wir in einer ausgewogenen Leistungs-, Sozial- und Genussordnung leben. Solche persönlichen Ziele und dementsprechend angestrebten Werte sind beispielsweise:

Eine ausreichende und sichere materielle Absicherung; Persönliche Freiheit für ein selbst bestimmtes Leben, z.B. Wohnung und Mobilität; Sozialer Halt in der Familie und im Freundeskreis; Gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die Frieden und Toleranz gewährleisten. Im 21. Jahrhundert werden wir uns zunehmend zwischen persönlicher Lebensfreude und sozialer Geborgenheit bewegen; die Prioritäten unserer Lebensplanung werden sich dabei immer wieder - gewollt oder nicht - wandeln.

Inzwischen werden auch wieder so genannte „bürgerlichen Werte“ und „hergebrachte Tugenden“ thematisiert, und zwar in den Schulen ebenso wie in der Berufswelt: Fleiß und Betragen, Höflichkeit und Disziplin, Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit.

Der Verlust solcher Tugenden ging einher mit einer Vertrauenskrise gegen- über der Politik allgemein, dem Staat und seinen Organen, den Kirchen, aber auch im Verhältnis zu großen Unternehmen, zu ausländischen Mitbürgern, zu Vereinskameraden bis hin zu den eigenen Familienmitgliedern. Andererseits werden nun auch neue Werte angestrebt: Eigene, stabile Gesundheit, intensive Familienbeziehungen, dauerhafte Bindungen in Beruf und Freizeit, verlässliche soziale Netze und eine lebenswerte Umwelt in einer intakten und geschonten Natur. Es geht den Menschen um das Gelingen ihres Lebens im Sinne „Lieber gut leben als viel haben!“

Spätestens jetzt müssen wir als evangelische Arbeitnehmer feststellen: „Werte brauchen Gott!“ Welche Beziehung gilt also heute zwischen den Werten und dem Glauben? Kann Gott ein moralisches Vorbild für die Menschen sein?

Ethische Richtlinien braucht jede Gesellschaft. Göttliche Gebote und auch Verbote kennt jede Kultur, sei es in literarischen Überlieferungen oder historischen Zeugnissen. Diese Gesetze gelten jedoch nicht nur ewig, sozusagen statisch. Sie entwickeln sich historisch mit dem Fortschritt der jeweiligen Gesellschaft, in der Wissenschaft, der Philoophie, der Moral, d.h. im Spiegel der Gesetzesauslegung im übereinstimmend als gültig anerkannten Zeitgeist.

Klaus ReinhardtDas Fundament für unser christliches Bekenntnis ist die Überlieferung der jüdischen Tradition im Alten Testament und die uns von Jesus Christus zugesagte Glaubenswahrheit, wie sie im Neuen Testament für die Menschen in seiner Nachfolge niedergelegt ist. Jesus verteidigte sich vor Pontius Pilatus: „Jeder, der auf der Seite der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.“ Auf dessen Frage: „Was ist Wahrheit?“ antwortete Jesus: „Dazu bin ich geboren worden und dazu bin ich in die Welt gekommen, damit ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben!“

Die biblische Überlieferung lässt in jedem, der sie bejaht, eine feste Glaubensüberzeugung wachsen. Wo immer wir die Wahrheit finden wollen, müssen wir aufrichtig nach ihr suchen. Das erfordert Demut, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Verständnis und Vertrauen, und zwar ein Leben lang!

Klaus Reinhardt, Stv. Vorsitzender RAKÜ e.V., Hamburg

nach oben

zum Seitenanfang - BVEA - Bundesverband Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen e.V.
Bundesvorsitzender Bernhard Dausend - stellvertretender Vorsitzender, amtierender Vorsitzender
bvea@bvea.de
©BVEA Internetseiten 2001-2015 Deutschland | Stand 18.06.2015
Der BVEA ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich - siehe Impressum
Nachdruck und andere Veröffentlichungen der hier genannten Artikel und gezeigten Bilder sind nur nach vorheriger Genehmigung des BVEA erlaubt!

Über uns | Landesverbände | Aktuelles BVEA | Aktuelles aus den Landesverbänden | Pressemitteilungen | Impressum |

Startseite BVEABundesverbandLandesverbändeAktuellesRundschauArchiv

Suche: