Marktredwitz
Mit einem herzlichen „Salve, Marktredwitz!“, begrüßte Heribert Streber alias Konstantin der Große am 3. März die Passanten im Kösseine- Einkauf-Centrum (KEC). Verwundert hielten viele im Rummel des Samstags-Shoppings inne und hörten die an diesem Ort sicher überraschende Botschaft des afa-Sprechers:
„Ihr Christen müsst nicht fürchten mehr um Leib und Leben, weil ihr besuchet den Gottesdienst. Nun sollt ihr auch frei sein am ehrwürdigen Tag der Sonne von jeglicher Arbeit. Alle Richter und Einwohner der Städte und auch die Arbeiter aller Gewerbe sollen am ehrwürdigen Sonntag ruhen.“Genau 1686 Jahre zuvor, am 3. März 321 nach Christus, hatte diese oder ähnliche Worte der römische Kaiser Konstantin I. verkündet und damit den staatlichen Sonntagsschutz in seinem Reich eingeführt.
Der drohende Verlust der Sonntagsruhe wurde in mehreren szenischen Darstellungen provokant zugespitzt.
Auf einer Kirchenbank neben einem aufgeschlagenen Gesangbuch stand auf einer Gesangbuch stand auf einer Texttafel zu lesen „Heute verkaufsoffener Sonntag: Gottesdienst entfällt!“, daneben ein leerer Kinderwagen mit der Aufschrift „Konnte nicht gezeugt werden. Keine Zeit für Kinder!“Augsburg
In Augsburg ließ die regionale Sonntagsallianz am selben Samstag eine ganze Römerkohorte am Augustusbrunnen aufmarschieren und Konstantins Edikt verlautbaren.
„Omnes incolae opidi et iudices et mercatores die solis quiescant“
schmetterte der Hauptmann in standesgemäßer, originalgetreuer Uniform über den Rathausplatz. Seine Verkündung der Sonntagsruhe in Latein und Deutsch wurde prominent unterstützt. Augsburgs Dekanin Susanne Kasch forderte, dass in einer Zeit, in der Leistung oberstes Prinzip sei, der Sonntag als Tag erhalten bleiben müsse, an dem die Menschen keinem Nutzen dienen.
„Ein Aushöhlen dieses Tages nehmen wir nicht hin.“Augsburgs Sozialreferent Konrad Hummel war ebenfalls überzeugt:
„Der Sonntag muss ein Tag der Gemeinschaft sein und nicht der weiteren Ausbeutung der Ressourcen.“
Heribert Streber, afa Bayern

