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BVEA - Rundschau Ausgabe 1-2008 Nachrichten aus der BVEA Vorstandsarbeit - Wirtschafts- und Sozialpolitischer Ausschuss des Bundesverbandes - Februar 2008 small logo

Werner Künkler

Dr.Gerhard Kühlewind

August Krüger

Heinrich Abelmann

BVEA Bundesverband: Die Zeit ist reif!

Hajo Bieletzki

Dietwald Wolf, Dr.Christian Homrichhausen

Eva-Maria Kramer

Klaus Meding

Matthias Gehlhar

Herausforderungen einer neuen Gesellschaft - Sozialethische Überlegungen Evangelischer Arbeitnehmer werden aktualisiert

Seit zwei Jahren arbeitet der Wirtschafts- und Sozialpolitische Ausschuss des Bundesverbandes an der Erstellung neuer Grundlagen des Verbandes.

Vertreter aller aktiven Landesverbände arbeiten an der Aktualisierung der Sozialethischen Überlegungen des BEA. Diese vor 20 Jahren produzierten Grundüberlegungen stammen aus einer Zeit, in der manche wirtschaftliche Neuerung noch als Segen verstanden wurden. Ganze Passagen haben sich überholt.

Vor allem aber wollen wir eine Standortbestimmung der konfessionellen Arbeitnehmerarbeit zu Veränderungen in der Arbeitswelt und Gesellschaft definieren. Der Arbeitsmarkt hat sich durch die Vereinigung von BRD und DDR, die technische Entwicklung und die Globalisierung erheblich in Bewegung gesetzt. Die Ängste der Menschen sind real.

Die Abkopplung von Finanz- und Produktivkapital verändert die Stellung von Arbeit in unserer Gesellschaft. Soziale Verantwortung spielt kaum eine Rolle. Der Satz „Kapital hat keine Moral“ wird von Politikern und Wirtschaftlern wie selbstverständlich genutzt. Geschaffener Mehrwert fließt aus dem Land in Hände von internationalen Fonds und wird nicht mehr reinvestiert. Unternehmen bauen für ihre Arbeiter keine Siedlungen mehr, um die Regeneration zu sichern und gut ausgebildete Arbeitnehmer zu halten. Das ist Geschichte! Personalkosten sind ein wichtiger Rationalisierungsfaktor.

Der Druck des internationalen Finanzkapitals und die geringen Reaktionsmöglichkeiten der Politik schaffen Unsicherheit und lassen manche demokratische Wahl als Farce erscheinen.

80% der Entscheidungen für Deutschland werden heutzutage in Brüssel gefällt. Und die EU ist mit ihren unterschiedlichen Nationen und Interessen als Sachverwalter der Arbeitnehmerinteressen nur marginaler Ansprechpartner. Durch prekäre Arbeitsverhältnisse und das weite Auseinanderklaffen der Schere zwischen Arm und Reich entstehen Sorgen über den Sozialen Frieden im Land. Sehenden Auges wird Altersarmut in Kauf genommen, kurzfristige Entscheidungen werden selten auf ihre Wirkung in 20 Jahren überprüft.

Weltweite Herausforderung ist der Klimawandel. Mittlerweile ist eine Veränderung nicht mehr zu leugnen. Ein Gegensteuern ist mühsam, wirtschaftliche Interessen lassen manches Land zögern. Für Evangelische Arbeitnehmer muß die Bewahrung der Schöpfung und eine faire Verteilung des Wohlstandes im Vordergrund stehen. Die Änderungen der Wirtschaft dürfen nicht weiter zu Lasten der Menschen gehen, die ihn ja im Endeffekt durch ihrer Hände Arbeit geschaffen haben.

Konfessionelle Arbeitnehmer sind auch Gewerkschaftler, aber ihr Gaube hat eine weitere Dimension. Schon in der Bibel stehen deutliche Verhaltensstrategien. Die Nähe zum Menschen muss Maxime sein.

Viel Sprengstoff, ein schmaler Grad zwischen Revolution und Erhalt der Verhältnisse. Vor allem Perspektiven aufzuzeigen ist nicht einfach und löst heftige Diskussionen aus. Aber die Zeit ist reif für eine neue Agenda der Evangelischen Arbeitnehmer.

Matthias Gehlhar


Die Teilnehmer der Februartagung in Hilchenbach: (von oben nach unten) Werner Künkler, Dieter Schaper, Essen, Dr. Gerhard Kühlewind, Nürnberg (als Berater), August Krüger, Hannover, Heinrich Abelmann, Göttingen, (oben) Hajo Bieletzki, Berlin, Dr. Roland Gierth, Nürnberg, Dietwald Wolf, Dr. Christian Homrichhausen, Berlin- Brandenburg, Eva-Maria Kramer, Hamburg, Klaus Meding, Oldenburg, Matthias Gehlhar Berlin

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