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BVEA - Rundschau Ausgabe 1-2008 - Gesellschaft - Religion - Christenverfolgung heute - Dr. Gerhard Kühlewind

Christenverfolgungen heute

Ein vergessenes Thema und bittere Beispiele Wenn wir heute an Christenverfolgungen denken, so fällt uns automatisch die Zeit in den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt ein. Vielleicht erinnern wir uns sogar noch an den römischen Kaiser Trajan, der im Jahr 112 Christen mit der Todesstrafe belegte, wenn sie nicht von ihrem Glauben abließen. Auch im Großen Brockhaus geht man unter dem Stichwort „Christenverfolgen“ nicht weiter als bis zum Jahr 324: „Im Westen endete die Verfolgung bereits 311, während der Osten erst nach dem vollständigen Siege Konstantins d.G. 324 zur Ruhe kam.“

Selbst in Europa, aber vor allem in Korea werden Christen verfolgt

Christenverfolgungen heute? Gibt es das überhaupt noch? Ja, und ob! Gegenwärtig ist die größte Christenverfolgung aller Zeiten im Gange! Völlig unerklärlich ist, warum dieses Thema so wenig von Presse, Rundfunk und Fernsehen aufgegriffen wird, so dass wir kaum etwas darüber wissen. Dabei könnte es doch wahrlich blutrünstige Schlagzeilen liefern.

Täglich erfahren wir z. B. von immer neuen Gräueltaten im Irak. Was dabei aber völlig untergeht, ist die Tatsache, dass es gerade auch sehr viele Christen sind, die entführt, vergewaltigt, miss- Christenverfolgungen heute handelt und ermordet werden. Es sind die Assyro-Chaldäer, für die im Bürgerkrieg zwischen fanatischen schiitischen und sunnitischen Milizen und Terroristengruppen kein Platz mehr bleibt.

Der Irak liefert aber nur ein Beispiel für „Christenverfolgungen heute“. Weltweit gilt, dass etwa jeder Zehnte der rund zwei Milliarden Christen aufgrund seines Glaubens unter massiver Diskriminierung und Gewalt leidet. Religiöse Unterdrückung herrscht in etwa 50 der 200 Länder. Der Bonner Menschenrechtler und evangelische Theologe Thomas Schirrmacher kommt in seinem Jahrbuch 2005 zu dem Schluss, dass alle drei Minuten ein Christ wegen seines Glaubens getötet werde!

Nach Angaben des international tätigen Missionswerkes „Offene Grenzen“ ist Nordkorea das Land mit der schlimmsten Christenverfolgung. Von den mehr als 200.000 Gefangenen in Arbeitslagern seien Zehntausende Christen: Auf Platz zwei steht das islamische Königreich Saudi-Arabien mit besonders häufigen Inhaftierungen und Ausweisungen von Ausländern, nur weil sie ihren christlichen Glauben praktizieren. Auch in politisch instabilen Ländern wie z.B. Pakistan oder Afghanistan komme es regelmäßig zu Mordanschlägen auf Christen.

Nach Einschätzung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt am Main hat die Christenverfolgung in Jahr 2006 weltweit weiter zugenommen - vor allem durch islamische Extremisten in Afrika und Asien. Wer in Staaten wie Mauretanien, dem Sudan, Saudi-Arabien und dem bereits genannten Iran vom Islam zum Christentum übertrete, sei von der Todesstrafe bedroht. Selbst auf dem europäischen Kontinent sind Christenverfolgungen kein Tabu, wie Reinhard Buckes in seinem neuesten Buch „Sie werden euch hassen“ Christenverfolgung heute. Augsburg 2006) im Kapitel über die Türkei beschreibt: „Kemalistische Staatsdoktrin, Nationalismus und nicht zuletzt eine zunehmende Islamisierung haben zu einem Klima der Unduldsamkeit gegenüber Minderheiten und Andersdenkenden geführt - bis hin zu Gängelung, Diskriminierung und staatlicher Repression. Die Betroffenen - Kurden, Aleviten und Christen - verlassen zu Tausenden das Land; vor allem letztere kehren in den vergangenen Jahrzehnten der Türkei den Rücken.“

Welche Schlussfolgerungen sind aus all dem zu ziehen? Um dem Problem „Christenverfolgung heute“ entscheidend zu begegnen, sind alle gefordert: Politik, Wirtschaft, Kirchen, Hilfswerke, Medien und jeder Einzelne von uns - je nach Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeit.

Sprechen Sie doch auch mal den von Ihnen gewählten Bundestagsabgeordneten auf dieses Thema an oder schreiben Sie an die zuständige Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Frau Heidemarie Wieczorek-Zeul. Eine Sensibilisierung der politisch Verantwortlichen tut dringend Not!

Dr. Gerhard Kühlewind

 


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