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zur StartseiteBVEA - Rundschau Ausgabe 1-2008 - Arbeitsmarkt - Unter Geiern - Resolution der EAB-NRW zur Werksschließung in Bochum- Werner Künkler
Unter Geiern  -
Auf dem deutschen Arbeitsmarkt kommt es zu unglaublichen Veränderungen

lohndumping verboten! Für Mindestlöhne- Bild Cornelia GalischMit großer Betroffenheit, Sorge und Zorn mussten wir über die Medien erfahren, dass das Vorzeigeunternehmen Nokia Bochum, trotz guter Auslastung und guter technisch hochwertiger Produkte, die gut im Markt eingeführt sind, am 1.7.2008, zugunsten einer Produktionsstätte in Osteuropa (Rumänien), geschlossen wird.

Wir protestieren gegen diese, auch aus unternehmerischer Sicht kurzatmige Entscheidung, aufs schärfste. Aus Steuermitteln wurde Nokia Deutschland bisher, inklusive europäischer Fördermittel insgesamt mit 88 Millionen Euro für den Ausbau der deutschen Standorte unterstützt. Belegschaft und Betriebsrat waren in keiner Weise in die Schließungspläne eingebunden.

Der soziale Frieden
in Bochum ist aus den Fugen geraten

Die Mitbestimmungsgesetze und alle gesetzlichen Bestimmungen wurden bei der Entscheidungsfindung aufs gröbste außer acht gelassen.

Wir fordern wir die Unternehmensleitung auf, unverzüglich wieder auf den Boden der bestehenden gesetzlichen Bestimmungen zurückzukehren. Ebenfalls fordern wir die Landesregierung in Resolution der EAB NRW zur Werksschließung in Bochum Nordrhein-Westfalen auf, schnellstens mit allen Möglichkeiten zur Schadensabwendung einzugreifen.

Sollte Nokia bei der Stilllegungsentscheidung bleiben, muss sie alle Finanzierungshilfen nebst Zinsen an Bund und Land zurückzahlen. Eine gesetzliche Überprüfung über die Vergaberichtlinien solcher Fördermittel, auch für zukünftige, ist dabei unabdingbar.

Unsere ganze Solidarität ist in diesen schweren existenzbedrohenden Stunden und Tagen bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und ihren Familien. Wir stehen dabei solidarisch an der Seite der IG Metall und werden Belegschaft und Gewerkschaft in jeder Weise unterstützten.

Wir protestieren aufs schärfste gegen diese menschenverachtende Vorgehensweise.

Es gibt keinerlei Erklärung bzw. Entschuldigung dafür, dass nur noch überzogene Gewinnerwartungen diese Schritte rechtfertigen sollen und die soziale Verantwortung für die Mitar- beiter und Mitarbeiterinnen noch nicht einmal beraten wurde. Wir erwarten von allen gesellschaftlich relevanten Kräften aus Politik, Kirchen, Parteien und Gewerkschaften, dass der Protest gegen Nokia nicht nur die notwendige Form annimmt, sondern auch in vielen Aktionen sichtbar wird.

Der soziale Frieden ist in Bochum aus den Fugen geraten.

Werner Künkler, Vorsitzender der Evangelischen Arbeitnehmerbewegung Nordrhein-Westfalen und stv. Vorsitzender des BVEA


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