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BVEA - Rundschau Ausgabe 1-2008 zur Startseite -- Zum Geleit - Brunhild Bald
brunhild baldLiebe Leserin, lieber Leser,

wir sind ein reiches Land – ein sehr reiches Land! Die Summen, die im Moment in unseren Medien herumschwirren machen einen schwindelig – und nachdenklich und dann wütend.

Land und Bund haben auf wundersame Weise plötzlich Summen zur Verfügung, aus welcher, wie auch immer gefärbten Kasse, um die Landesbanken der Bundesländer mit Milliarden, deutschlandweit vermutlich zwanzig Milliarden, zu sanieren. Das ist ein Skandal! Denn die Sanierung der Fehlspekulationen geschieht mit unseren Steuergeldern. Was würde uns nicht alles einfallen, was damit sinnvoll geschehen könnte! Nur als Beispiel: Wir investieren es in das Bildungssystem: Was täte es unserer Zukunft gut, wenn unsere Kinder vom Kindergarten an gut und professionell betreut, mit gesunder und kostenloser Ernährung versehen in ihr Bildungsleben starten und darauf vertrauen können, dass dieser Staat, diese Gesellschaft es elementar wichtig findet, dies bis zum Ende der Ausbildung kostenfrei beizubehalten.

50 Steueroasen auszutrocknen schaffen nationale Regierungen kaum

Vielleicht würde so mancher Universitätsabsolvent wenn er dann im hochdotierten Job auch Steuern zahlen muss, eher verstehen und akzeptieren, dass dieser Staat dafür eben auch Geld braucht! Die „Geld-Landflucht“ wäre vielleicht nicht ganz so groß. Denn 50 Steueroasen „austrocknen“, das schafft diese Regierung (und vermutlich auch andere) nicht. Selbst wenn jetzt Liechtenstein nicht mehr die erste Steuerhinterziehungsadresse sein sollte – es gibt ja noch 49 andere. Dort liegen etwa 300 Milliarden Euro, sicher nicht nur von Deutschen Anlegern Da kann einem wirklich nur noch schwindelig werden! Das Geld ist also da.

Wir leben in einem reichen Land. Die Kanzlerin hat uns gesagt, der Aufschwung würde jetzt bei uns ankommen – er muss Verspätung haben oder eine andere Strecke genommen haben – tatsächlich zeigen alle Statistiken, dass wir einen realen Einkommensverlust von 4,3 % bei steigenden Lebenshaltungskosten haben. Nur die Konzernchefs bescheren sich Erfolgszulagen von durchschnittlich um 17,5 %. Das wäre doch mal eine Zahl für unsere Gewerkschaften! Oder für Hartz IV Empfänger!

Von NRW wurden ca. 40 Millionen Euro, Subventionen genannt, ausgegeben, um den florierenden Konzern Nokia in Bochum anzusiedeln. Keiner, der Politiker, und Politikerinnen, die diese Summen genehmigten haben, hat je kontrolliert, was dieser Konzern tatsächlich plant, welche Fernziele ihn bewegen. Sie haben nach freier Unternehmerentscheidung das Recht, sich anzusiedeln, wo sie wollen. Nun wird sicher die nächste Standortsubventionen gerne in Anspruch genommen, neben niedrigen Arbeitslöhnen natürlich ein Anreiz. Aber wofür? Werden denn die Handys dann dramatisch billiger? Nach normalem Denken müsste das jetzt eintreten – hätten wir die Shareholder nicht. Ein normales Denken bei Handlungen von Ursache und Wirkung ist in diesem Land aber leider abhanden gekommen. Genauso wie Ethik und Moral keine Saison haben. Vielleicht sollte man sie an die Börse bringen... .

Aber die haben ja gerade die Unsummen in den Sand gesetzt – was würde denn dann damit passieren!

Das Geld für unseren Staat – durch Steuern – ist also da. Aufgebracht von uns sogenannten „kleinen Leuten“, in letzter Zeit auch die „Dummen“ genannt, denen gar keine Wahl bleibt. Wie wäre es, wenn die „großen Leute“ sich auch einmal daran beteiligen! Herrn Kirchhoffs Steuerreform (25 % Steuern für alle) war vielleicht doch nicht so schlecht, und vor allem transparent. Nun müssen wir unseren gut betuchten Mitbürgern nur noch klar machen, dass es sich lohnt auch finanziell am Gemeinwesen dieses Staates teilzuhaben. Sie profitieren ja auch davon! Bei allen wird das nicht gelingen – aber einen Versuch wäre es doch wert – auch zugunsten unserer wirklich Bedürftigen und Armen (Kinder) in diesem Land. Wir haben gerade Fastenzeit – Zeit auch zum innehalten, maßhalten, nachdenken, neu sortieren, genauer hinschauen.

Fangen Sie bald damit an – Frau Merkel!

Frohe Ostern!

Eure Bruni Bald Bundesvorsitzende

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