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BVEA - Rundschau Ausgabe 2007- 3 - aus den Landesverbänden - Entwicklung einer Welt-Ethik - Klaus Reinhardt zur Startseite

Entwicklung einer Welt-Ethik - Globalisierung

Es braucht eine Kultur der Solidarität und einer gerechten Wirtschaftsordnung

„Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg’ auch keinem andern zu!“
Diesen Spruch ‚kennen wir von unserer Kindheit an - er klingt ja auch ein wenig wie ein Abzählreim.
Aber dahinter verbirgt sich mehr: Ein Sittengesetz, das inzwischen eine Botschaft aller Weltreligionen ist und in den meisten Kulturen der Erde als edles Prinzip der allgemeinen Menschenliebe gilt.


sonneWenn wir es historisch und philosophisch näher untersuchen, werden wir feststellen, dass diese goldene Regel als Grundgesetz jeder Moral, bezeichnet werden könnte.

Überall ließe sich ein solches Grundrecht formulieren, das in allen menschlichen Gemeinschaften vor Mord und Totschlag, Diebstahl und Betrug, Unterdrückung und Rache schützen soll.

Aus verschiedenen Epochen und Kulturkreisen sind ähnliche oder fast gleich lautende Texte überliefert.

Zarathustra formulierte um 600 v.Chr.: „Was alles dir zuwider ist, das tue auch nicht anderen an.“
Konfuzius antwortete um 500 v.Chr. auf die Frage, ob es ein Wort gebe, nach dem man sein Leben lang handeln könne: „Was man selbst nicht wünscht, das füge man anderen nicht zu.“

Religionen sind sich ähnlich

Auch die griechische Philosophie kannte eine auf Gegenseitigkeit beruhende Idee einer allgemeinen Sittlichkeit: „wenn wir selbst nicht tun, was wir anderen übel nehmen“, bezeichnete Thales von Milet um 600 v.Chr. als gerechte Lebensführung. Im Buddhismus gibt es die Forderung: „Ein Zustand, der nicht angenehm oder erfreulich für mich ist, soll es auch nicht für andere sein.“ (Samyutta NikayaV.).

Noch deutlicher drückt der Hinduismus diesen, Grundsatz im Niahabharata- Epos aus: „Man soll sich nicht auf eine, weise gegen andere betragen, die einem selbst zuwider ist. Das ist der Kern aller Moral.“ Im ca. 200 v.Chr. verfassten apokryphen Buch Tobias des Alten- Testaments heißt es: „was dir selbst verhasst ist, das ‚mute auch einem anderen nicht zu!“

Alle diese Formulierungen der goldenen Regel zeigen, dass man die eigene Sicht - oder Absicht - um die Sicht des anderen Menschen erweitert, der ja vom eigenen Handeln betroffen sein wird. Dieser bewusste Wechsel der zwischenmenschlichen Perspektive bildet schließlich das Grundgesetz jeder‘ Moral.

Das Christentum jedoch revolutioniert die goldene Regel: Im Neuen Testament wird erstmals die Aufforderung, etwas zu unterlassen, durch die Pflicht zum verantwortlichen Handeln ersetzt. So lautet Mt. 7,12: „Alles, was ihr für euch von den Menschen erwartet, das tut ihnen auch!“ Deutlich heißt es dann in Mt.5,43 „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“ und „Liebet eure Feinde, bittet für die, so euch verfolgen!“

Auch der Islam richtet im 7. Jahrhundert eine positive Aufforderung an seine Anhänger: „Niemand von euch ist ein Gläubiger, bevor er nicht für seinen Bruder wünscht was er für sich selbst begehrt.“

In den zitierten Appellen zu moralischen Handlungen steckt allerdings auch ein missionarischer Eifer, denn ungläubige Empfänger guter Taten sollen möglichst als neue Mitglieder der Glaubensgemeinschaften gewonnen werden.

Nach der Reformation in Deutschland und im Zeitalter der Aufklärung im Europa der Nationalstaaten hat die goldene Regel auch Zugang in die Philosophie-gefunden. Dies betont Kants „Kategorischer Imperativ“ sehr deutlich: „Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne!“

Wir sehen gegenwärtig die Zunahme der Globalisierung nicht allein als ein pilosophisches, ökonomisches oder auch ökologisches Problem, sondern in erster Linie als eine kulturelle Chance. Ein Beispiel dafür ist die von der UN Vollversammlung 2001 verabschiedete „Globale Agenda für den Dialog der Kulturen“. Darin werden alle Staaten zur Entwicklung von einem besseren Verstehen auf der Basis gemeinsamer ethischer Standards und universeller menschlicher Werte ermutigt.

Allmählich wird eine Grundhaltung Bestandteil des Selbstverständnisses dieser Welt und ihrer unterschiedlichen Gesellschaften: „Ohne Menschlichkeit und Vertrauen gibt es keine gemeinsame Basis für die Ermittlung von Werten als übereinstimmendes geistiges Bemühen gleichgesinnter.Partner im Dialog.“ Das ist unser Ziel. Eine Kultur der Gewaltlosigkeit und der Ehrfurcht vor dem Leben.

Eine Kultur der Solidarität und einer gerechten Wirtschaftsordnung; Eine Kultur der Gleichheit und der Partnerschaft von Mann und Frau; Eine Kultur der Humanität und der Würde eines jeden Menschen; Eine Kultur der Toleranz und des Lebens in Wahrhaftigkeit.

Denn „Gott hat der, Menschen vor allen anderen Geschöpfen ausgezeichnet und ihn zu seinem Statthalter auf Erden eingesetzt.“ (Koran, Sure 17,70 bzw. 2,30) Darum gilt besonders für uns Christen das ökumenische Gebot:

„Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, einen Mann und ein Weib; und sprach zu ihnen: Füllet die Erde und macht sie euch untertan. Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte; und siehe, es war sehr gut. (l. Mose 1, 27, 28, 31 )

Klaus Reinhardt, RAKÜ e.V., Hamburg Bär - link zum Textanfang


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