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BVEA - Rundschau Ausgabe 4-2006 - Zum Geleit zur Startseite

Matthias GehlharLiebe Leserin, lieber Leser, wir wünschen alles Gute

Am 31.12.2006 wird die Bundesgeschäftsstelle des BVEA ihre Arbeit einstellen.
Die wichtigsten Arbeitsunterlagen und Arbeitsbereiche werden nach Essen zur EAB Nordrhein-Westfalen verlagert.
Damit geht eine lange Phase der Arbeit in der Hauptstadt zu Ende.

Seit nunmehr 22 Jahren arbeitete Elke Hellmers für den Verband, erst als Schreibkraft, nunmehr als Büroleiterin, Matthias Gehlhar und Heike Schenk kamen hinzu. Anneliese Nippe ist nun schon seit 1 ½ Jahren im wohlverdienten Ruhestand.

Viel ist in dieser Zeit passiert. In den 70er Jahren kam die Geschäftsstelle des damaligen B.E.A. von Boll nach Berlin und wurde von Hans-Gerd Hellmers hier als Faktor in der Stadt installiert. Damals waren die Wege zur Macht in Bonn weit, aber der Vorstand stand hinter der Entscheidung, in die „Mauerstadt" zu gehen.

Mit der Wiedervereinigung änderten sich die Voraussetzungen. Der Verband wurde als Bildungsträger der Bundeszentrale für politische Bildung anerkannt und ist es heute noch. Unzählige Auftritte auf Kirchentagen, einen Europakongress, mehrere Sozialwahlen wurden von Berlin aus organisiert. Bei den letzten zwei Wahlen gehörten die der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Arbeitnehmerorganisationen angeschlossenen Verbände zu den Gewinnern.

Fünf Vorsitzende hat die Geschäftsstelle erlebt, eine ganze Dekade zugearbeitet. In den 90er Jahren konnten die beiden Bundesverbände, VEA und B.E.A., unter ein Dach geholt werden, zum BVEA. Die neue Hauptstadt Berlin eröffnete neue Chancen.
Der Verband konnte sich als Lobbyist in die Welt der Politik einbringen und tut dies immer noch. Alle kamen neu nach Berlin, wir waren schon da!

Alle kamen neu nach Berlin, Wir waren schon da!

Aber die Zeiten haben sich gewandelt. Die finanzielle Unterstützung durch die Evangelische Kirche nahm ab - bis zuletzt klar wurde, das ehrenamtliche Engagement wird nicht mehr unterstützt. All die gute Arbeit reichte nicht, um Bischöfe und Synodale der EKD zu überzeugen. Dies trifft nicht nur uns, auch andere Verbände und Einrichtungen werden nicht mehr gefördert. Die ehrenamtlichen Arbeitnehmervertreter werden sich auf die Landesverbände zurückziehen müssen.

Einige markante Feststellungen konnten wir nicht entkräften. Die evangelischen Arbeitnehmerorganisationen haben extremen Nachwuchsmangel, der Altersschnitt hat in einigen Verbänden bedenkliche Höhen erreicht. Die Notwendigkeit einer Präsenz der christlichen Vertreter bei den Sozialwahlen und damit in den Vertreterversammlungen der Sozialversicherungsträger hat für die Synodalen nicht mehr den früheren Stellenwert. Die Gruppen werden kleiner und älter - ein Trend, der in vielen Organisationen feststellbar ist.Aber was nützt das Zeigen auf andere. Regional ist die Arbeit leichter zu organisieren, während ein Bundesvorstand weite Wege und hohe Kosten hat.

Die enge Bindung des Verbandes an die Gewerkschaften wird nicht nur wohlwollend betrachtet. Selbst der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt wird von den Landeskirchen zunehmend in Frage gestellt und organisiert sich ständig um; die Ehrenamtlichen werden sehen müssen, inwieweit ihnen ein bundeseinheitliches Auftreten in Zukunft gelingen kann. Engagierte Landesgeschäftsführer sind vorhanden, die Vorstandsmitglieder werden sich aber auf neue Zeiten einstellen müssen.

Die wichtigsten Arbeitsfelder werden von der EAB in Nordrhein-Westfalen übernommen; die politische Präsenz wird ohne die Unterstützung unserer Kirche ablaufen müssen.

Wir möchten uns für die Zusammenarbeit bei allen Mitstreitern bedanken. Auch wenn nicht immer eine Meinung vorherrschte, so war es doch eine aufregende und erlebnisreiche Zeit - nicht nur weil Präsidenten und Kanzler unsere Gesprächspartner waren. Ohne das unermüdliche Engagement aus den Bezirken ist auch die neue Bundesregiestelle nicht vorstellbar.

Mitarbeiter der Geschäftsstelle BVEA in BerlinDie berufliche und existenzielle Zukunft der Mitarbeiter/innen ist noch nicht klar. Elke Hellmers bleibt dem Verband ehrenamtlich als Geschäftsführerin des Fördervereins erhalten.

Wir wünschen euch bei den anfallenden Umstrukturierungen eine glückliche Hand. Die Evangelischen Arbeitervereine sind seit 1880 aktiv, die Idee einer Verbindung von Kirche und Arbeit war damals richtig und wird es auch in Zukunft sein. Macht das Beste draus!

Matthias Gehlhar

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