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BVEA - Rundschau Ausgabe 3 - 2006 - aus den Landesverbänden logobaden-sw
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www.bvea.de - BVEA - Rundschau Ausgabe 3-2006 - EAN Baden - Normenkrise, Werteverfall

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 Normenkrise, Werteverfall

Sozialethischer Aschermittwoch bei der Evangelischen Arbeitnehmerschaft Kehl

Prof. Eugen Engelsberger, Karlsruhe, referierte anschaulich über das Thema Recht und Gerechtigkeit und gab Anstöße, was jeder einzelne tun kann, damit es auf unserer Welt ein bisschen gerechter zugeht.

Normenkrise, Werteverfall, Wertewandel - Schlagworte unserer Zeit? Werte werden hergeleitet von Traditionen, so Prof. Engelsberger. Sie werden getragen von Institutionen, wie Familie, Schule, Kirche und werden repräsentiert durch Personen, wie Eltern oder Politiker. Traditionen ändern sich und mit ihr die Werte, die uns wichtig sind.

Heute haben wir die Rechtsprechung mit ihren Vertretern, die die Strafe für ein Vergehen bemessen. Diese Aufgabe fiel in früheren Zeiten den Sippenangehörigen zu.

Sie hatten die Pflicht, Vergehen zu ahnden. Unter diesem Aspekt ist auch die Blutrache zu sehen, die uns heute in unserer modernen Zeit als ungehemmte Affektreaktion erscheint. Auch die alttestamentarische Rechtsformel „Auge um Auge, Zahn um Zahn" ist nach Engelsberger als Fortschritt der damaligen Zeit zu sehen. Man bemühte sich um ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Straftat und Sanktion. Die persönliche Willkür wurde eingedämmt.

Die offizielle Rechtsprechung im Dritten Reich, würde heute niemand mehr als gerecht bezeichnen. Den Widerstandskämpfern wird zugestanden, dass sie gegen die Rechtsgrundsätze verstießen, sogar Attentate werden hier als gerechtfertigt betrachtet. Man spricht vom Recht über dem Recht.

Haben die aus westlicher Tradition entwickelten Menschenrechte Allgemeingültigkeit für alle Menschen dieser Erde?

Sind sie nicht zu einseitig? Müssten sie nicht auch auf soziale Rechte, wie das Recht auf Arbeit, ausgeweitet werden? Werden die Menschenrechte nicht unglaubwürdig durch eine heuchlerische Menschenrechtspolitik? Menschenrechte werden dort eingeklagt, wo es für westliche Regierungen ohne wirtschaftlichen Schaden möglich ist. Wo Risiken bestehen, ist man großzügiger. Als Beispiel führte der Referent Saudi Arabien an. Dort kommt es immer wieder zu Menschenrechtsverletzungen. Da man aber von den Erdöllieferungen abhängig ist, geht man nicht dagegen vor.

Ein entscheidender Aspekt im Zusammenhang mit Recht und Gerechtigkeit ist die Menschlichkeit. Sie ist eines unserer höchsten Ideale. Menschlichkeit ist vor allem dort gefragt, wo Probleme mit Anfang und Ende unseres individuellen Lebens auftreten. Embryo-nenschutzgesetz, Sterbehilfe sind Themen, die sehr kontrovers diskutiert werden. Wie wird man bei diesen Fragen der Menschenwürde gerecht?

Moralische Empörung alleine nutzt nicht das Geringste. Wichtig ist, dass der Einzelne sich dort bewährt, wo er gebraucht wird, wo Menschen Rechte verweigert werden.

Jesus formulierte für Christen diesen Anspruch in der Forderung: „Was du willst, dass man dir tut, das tue für andere".

Kritisch und empfindsam werden für das Messen mit zweierlei Maß, für Ungerechtigkeiten, denen wir begegnen. Das sind Dinge, die der Referent als elementare Grundlagen für ein menschliches Miteinander sieht.

Es ist uns kein Paradies verheißen, wo jeder Recht und Gerechtigkeit erhält. Aber zu etwas mehr Gerechtigkeit und Frieden, kann jeder ganz nach seinem Vermögen auch mit kleinen Taten beitragen, schloss Engelsberger seinen Vortrag.

Heike Fischer, EAN Baden


Unverzichtbare Sozialform der Kirche Evangelische Arbeitnehmerarbeit wird zur Disposition gestellt /
Überlegungen der EAN Baden
Vor fast 50 Jahren ging die Synode der EKD in Espelkamp zum Thema Arbeit zu Ende. Viele durch die Synode aufgezeigten Herausforderungen sind heute aktueller denn je. Dramatisch hat sich seitdem die Lage auf dem Arbeitsmarkt verschärft. Die Gesellschaft hat sich weiter gespalten: Reiche werden reicher und Arme werden zahlreicher. Dazu hat die Evang. Arbeitnehmerschaft Baden als Bewegung der Ehrenamtlichen aus der Arbeitswelt für soziale Gerechtigkeit immer wieder deutlich ihre Stimme erhoben. Dieses Engagement für die Arbeit Suchenden, die Arbeitnehmerschaft und ihre Familien ist für die ean Ausdruck des christlichen Glaubens und einer gelebten Kirche. Gerechtigkeit ist ein wichtiger Bestandteil der Glaubensverkündigung und der Glaubwürdigkeit der Kirche. Heute steht die Kirche in einer Umbruchphase, die mit tiefen Einschnitten einhergeht. Die ean, kirchliche Arbeitnehmerorganisationen und der BVEA in Deutschland sind hiervon an vielen Stellen betroffen. Innerkirchlich wird an einigen Stellen nach der Bedeutung der Verbände gefragt. mehr...

Arbeit wichtiger denn je - EAN Baden verstärkt gesellschaftliches Engagement Im Bericht des Vorstandes lesen wir: Maßgebend wollen wir die ean - Arbeit aktivieren mit Aktionen und Kooperationen. Dazu sollen auch unsere Programmangebote weiter verbessert werden und in den Gemeinden ein gutes Angebot sein. Natürlich wollen wir in Hinblick auf unser Jubiläum 2008 ein Buch herausbringen, an dem sich die ean - Mitglieder und Ortskerne beteiligen sollen. Angesichts der Einsparungen der EKD bei unserem Bundesverband BVEA, werden die Landesverbände der ean mehr in die Pflicht genommen. mehr...

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Grenzüberschreitende Visionen zur Arbeitswelt Grenzen achten - Grenzen überschreiten. Unsere Vision von einer solidarischen Arbeitswelt - nicht nur in Europa Bei unserem Treffen im März 2006 im Gemeindesaal der Christuskirche in Kehl ging es um die Umverteilung des vorhandenen Erwerbsvolumens, das seit Jahren zurück geht. Der Industrie- und Sozialpfarrer Martin Huhn aus Mannheim eröffnete den Abend mit anregenden Beispielen aus unserer christlichen Geschichte und mit Thesen über eine Ökonomie, die sich bemüht, paradiesische Zustände nur für einige wenige zu ermöglichen. mehr...

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