Der Industrie- und Sozialpfarrer Martin Huhn aus Mannheim eröffnete den Abend mit anregenden Beispielen aus unserer christlichen Geschichte und mit Thesen über eine Ökonomie, die sich bemüht, paradiesische Zustände nur für einige wenige zu ermöglichen. Er wies darauf hin, dass in der Bibel einige Hinweise zu finden sind, dass auch andere Wege beschritten werden können: z.B. der Auszug aus Ägypten ist ein Auszug aus dem Sklavenhaus und der Weg in ein Land, in dem selbstbestimmt, sinnvoll und menschenwürdig gelebt und gearbeitet werden kann. Auch der biblische Sabbat ist ein Zeichen für eine dem Menschen gemässe Arbeit. Der Sabbat begrenzt die Logik der Marktökonomie und macht erlebbar, dass die Wirtschaft ein Mittel im Dienst für den Menschen ist.
Wir brauchen heute mehr denn je ein Prinzip „Sabbat": weniger arbeiten, damit alle mehr gewinnen! Eine Vision von einer solidarischen Welt enthält als zentrales Element die Wiederaneignung der Zeit! Danach berichteten Franz Feger und Rene Kocher über konkrete Modelle zur Arbeitszeitreduzierung in Frankreich und Deutschland, die darauf abzielen, die vorhandene Arbeit auf mehr Menschen zu verteilen.
Die ca. 50 Gäste tauschten ihre persönlichen Hoffnungen einer solidarischen (Arbeits-)Welt aus und formulierten Möglichkeiten, diese Visionen anzugehen und zu verwirklichen.
- Einführung eines „Bonus-Malus-Systems" (=Belohnung für kürzere Arbeitszeiten)
- Einführung der Tobin-Steuer - Besteuerung da, wo Geld erwirtschaftet wird, auch Spekulationsgewinne werden besteuert.
- Alle arbeiten und alle arbeiten weniger.
- Überwindung der Zukunftsangst und klares Bekennen zu demokratischen Strukturen.
- Einführung eines Grundeinkommens, das menschenwürdiges Leben ermöglicht.
- Arbeitszeitverkürzung muss zwingend gekoppelt sein mit Schaffung neuer Arbeitsplätze. Dadurch soll auch die Qualität der Arbeitsleistung erhalten bleiben bzw. verbessert werden.
- Politischer Wille, um Modelle auf den Weg zu bringen, bei denen der Mensch als solidarisches Wesen im Zentrum steht und nicht der „Egoist". Einsatz für gutes Betriebsklima, das Solidarität unterstützt und konstruktiven, neuen Ideen Raum gibt.
„Wenn einer alleine träumt"
Wenn einer alleine träumt, ist es nur ein Traum.
Wenn viele gemeinsam träumen, so ist das der Beginn,
der Beginn einer neuen Wirklichkeit.
Träumt unsern Traum.
Maggy Hanser, ean Baden

