BVEA Archiv 3-2006 | Archiv 3-2006 aus den Landesverbänden| zurück | weiter
BVEA - Rundschau Ausgabe 3 - 2006 - aus den Landesverbänden logobaden-sw
small logo
www.bvea.de - BVEA - Rundschau Ausgabe 3-2006 - EAN Baden - Unverzichtbare Sozialform der Kirche

logo ean baden

Unverzichtbare Sozialform der Kirche

Evangelische Arbeitnehmerarbeit wird zur Disposition gestellt / Überlegungen der EAN Baden

Vor fast 50 Jahren ging die Synode der EKD in Espelkamp zum Thema Arbeit zu Ende. Viele durch die Synode aufgezeigten Herausforderungen sind heute aktueller denn je. Dramatisch hat sich seitdem die Lage auf dem Arbeitsmarkt verschärft. Die Gesellschaft hat sich weiter gespalten: Reiche werden reicher und Arme werden zahlreicher.

Fenster im Haus HilchenbachDazu hat die Evangelische Arbeitnehmerschaft Baden als Bewegung der Ehrenamtlichen aus der Arbeitswelt für soziale Gerechtigkeit immer wieder deutlich ihre Stimme erhoben. Dieses Engagement für die Arbeit Suchenden, die Arbeitnehmerschaft und ihre Familien ist für die ean Ausdruck des christlichen Glaubens und einer gelebten Kirche. Gerechtigkeit ist ein wichtiger Bestandteil der Glaubensverkündigung und der Glaubwürdigkeit der Kirche. Heute steht die Kirche in einer Umbruchphase, die mit tiefen Einschnitten einhergeht. Die ean, kirchliche Arbeitnehmerorganisationen und der BVEA in Deutschland sind hiervon an vielen Stellen betroffen. Innerkirchlich wird an einigen Stellen nach der Bedeutung der Verbände gefragt.

Suche nach Hoffnung
Wir leben in einem Zeitalter der Suche: Die Menschen suchen nach verlässlicher Orientierung für ihr Leben, nach Geborgenheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Von großer Bedeutung ist angesichts der Massenarbeitslosigkeit und des „Raubtierkapitalismus" die Angst um den Arbeitsplatz, der Millionen in unserer Gesellschaft tagtäglich ausgesetzt sind. Die Kirche wird oftmals nicht als ein Ort der Hoffnung und Freude erfahren noch als ein Ort, an dem die existenziellen Nöte, an dem die Ängste und die Trauer der Menschen Platz haben. Christlicher Glaube ist heute zunehmend Ausdruck eines freien Entschlusses zum Glauben. Der christliche Glaube muss deshalb immer wieder neu im gemeinschaftlichen Handeln für eine solidarische und gerechte Welt entdeckt und errungen werden. „Aus christlicher Sicht ist das Menschenrecht auf Arbeit unmittelbarer Ausdruck der Menschenwürde". Gemeinsames Wort der Kirchen (Ziffer 152).

Die ean e.V. im Bereich der Evang. Landeskirche in Baden leistet einen wichtigen Beitrag. In ihrem Einsatz für den Erhalt des Sozialstaates setzt sie sich für christliche Werte ein, die heute zur Disposition gestellt werden.

Vor Ort sind ean - Gemeinschaften im Leben der Menschen „dabei". Sie überwinden die menschliche Isolierung und Ohnmacht durch gemeinsame Aktion. Arbeitsloseninitiativen und -projekte geben den Arbeit Suchenden Orte des Austausches, des selbstbestimmten politischen Handelns, aber auch des gemeinsamen solidarischen Engagements für die Anderen, für Menschen, die ebenfalls durch Arbeitslosigkeit zu Ausgegrenzten gemacht werden.

Der ean geht es vor allem um die Frauen und Männer, die über nichts anderes als ihre Arbeitskraft verfügen, die somit in großen Abhängigkeiten stehen und deren Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Leben nicht erfüllt wird.

„Arbeit und Menschenwürde" und „soziale Gerechtigkeit" sind deshalb die zentralen Themen der ean. Wo diese verletzt werden, müssen wir in aller Deutlichkeit unsere Stimme erheben und protestieren. Nur wenn wir die Verletzungen der Menschenwürde und die Ungerechtigkeiten beim Namen nennen, leisten wir den unverzichtbaren „prophetischen Dienst", dessen Kirche, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft heute mehr denn je bedürfen. Verbände und Vereine sind auch heute „Ausdruck" der pluralen Welt eine unverzichtbare Sozialform des Kirche-Seins und des kirchlichen Handels.Eine Pluralität in der Kirche ist gerade unter den gegenwärtigen gesellschaftlichen Bedingungen unabdingbar, um den neuen Herausforderungen einer sich weiter wandelnden uns ausdifferenzierenden Welt gerecht und missionarisch tätig werden zu können.

Als demokratisch organisierte und legitimierte Verbände sind sie ein wichtiger Bestandteil unserer demokratischen Gesellschaft. Damit leisten sie ihren Beitrag zu einer subsidiären, solidarischen und gerechten Fortentwicklung der Demokratie. Sie mischen sich ein und stellen die Grundsatzfrage: In welcher Gesellschaft wollen wir zukünftig leben?

„Die Kirchen sollen erfahrbar werden als Orte der Orientierung und der Wahrheit, als Orte der Umkehr und Erneuerung, als Orte der Solidarität und der Nächstenliebe, der Freiheit und der Hoffnung." Gemeinsames Wort der Kirchen (Ziffer 257).

Wo die ean handelt, handelt die Kirche. In der ean leben Menschen unmittelbar Kirche. Auch in Zukunft wird christliche Gemeinde sehr stark von erfahrbaren und gelungenen Beziehungen, von dem „Zur-Sprache-Bringen" alltäglicher Ungerechtigkeitserfahrungen, Ängsten und Nöten und der bedingungslosen Hoffnungszusage der befreienden christlichen Botschaft her gelebt.

In der ean werden durch Bildung und Aktion Erfahrungen für die eigenständige Entfaltung gemacht, auch einer „politischen Spiritualität", die weltoffen und innerlich zugleich ist, die Kampf und Kontemplation, Ausdauer und Hoffnung sowie Gottes-, Nächsten- und Selbstliebe beinhaltet. Sie entwickelt und fördert christliches Engagement aus politischer Verantwortung. Die ean ist ein Lernort des Glaubens. So ist die ean auch missionarische Bewegung.

Wirken der ean in Gesellschaft und Politik
Die ean übernimmt mit anderen Verbänden wie KAB, Kolping und BVEA gesellschaftliche Verantwortung. Sie bringt sozialethische Fragestellungen und Werte in die Diskussion und in die politischen und gesellschaftlichen Gremien.

So wirkt sie aktiv in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher- Arbeitnehmerorganisationen Baden - Württemberg (ACA) mit und gestaltet mit in den sozialen Sicherungssystemen. Weitere Aktivitäten sind der Bereich der Sozialgerichte, die Gewerkschaften, in Betriebsratsgremien und andere Arbeitskreisen.

Wichtig ist auch die familienpolitische Frage aus der Sicht der Arbeitnehmer verbände. Die ean wird das ökumenische Miteinander und Handeln bereichern. „Gott hat den Menschen als Individuum wie als Gemeinschaftswesen geschaffen und in die Gemeinschaft des Volkes Gottes berufen." (Ziffer 96). „Ein weltloses Heil könnte nur eine heillose Welt zur Folge haben." (Ziffer 101).

Kirche und ean
Die ean erinnert an die Beschlüsse der Synode der EKD in Espelkamp von 1955 in der die Arbeitswelt und die Mitverantwortung für die Gesellschaft von hoher Bedeutung ist.

EKD - Synode in Espelkamp 1955 Grundsatzerklärung: „Auch in der modernen Arbeitswelt ist Jesus Christus der Heiland aller Menschen. Der Heilige Geist kann auch in ihr seine Gemeinden berufen. Er weckt Menschen dazu auf, dass sie einander auch im Arbeitsprozess beistehen und nicht versäumen, ihre Mitverantwortung für die menschliche Gesellschaft wahrzunehmen." „Die Mauern kirchlicher Tradition und Gewohnheit dürfen uns nicht hindern, den Weg zum Menschen in der heutigen Arbeitswelt zu suchen. Christus ist gekommen, um in der Welt zu leben und für sie sich hinzugeben."

„Es widerspräche dem Glauben an Gottes Herrschaft über die ganze Welt, wenn wir zwar in Familie und Nachbarschaft um eine christliche Ordnung des Zusammenlebens besorgt wären, zugleich aber die neu entstandenen Gliederungen der Wirtschaft der Politik und des kulturellen Lebens sich selbst überließen. Der Glaube an die Herrschaft des dreieinigen Gottes ist eine Macht auch für die Welt der Arbeit. Wo die Kirche in diesem Glauben lebt, erfährt sie zugleich Erneuerung ihrer eigenen Gestalt."

Beschlossen am 12. Juli 2006
von der Landesleitung der Evangelische Arbeitnehmerschaft
im Bereich der Evangelischen Landeskirche in Baden e. V.


Unverzichtbare Sozialform der Kirche Evangelische Arbeitnehmerarbeit wird zur Disposition gestellt /
Überlegungen der EAN Baden
Vor fast 50 Jahren ging die Synode der EKD in Espelkamp zum Thema Arbeit zu Ende. Viele durch die Synode aufgezeigten Herausforderungen sind heute aktueller denn je. Dramatisch hat sich seitdem die Lage auf dem Arbeitsmarkt verschärft. Die Gesellschaft hat sich weiter gespalten: Reiche werden reicher und Arme werden zahlreicher. Dazu hat die Evang. Arbeitnehmerschaft Baden als Bewegung der Ehrenamtlichen aus der Arbeitswelt für soziale Gerechtigkeit immer wieder deutlich ihre Stimme erhoben. Dieses Engagement für die Arbeit Suchenden, die Arbeitnehmerschaft und ihre Familien ist für die ean Ausdruck des christlichen Glaubens und einer gelebten Kirche. Gerechtigkeit ist ein wichtiger Bestandteil der Glaubensverkündigung und der Glaubwürdigkeit der Kirche. Heute steht die Kirche in einer Umbruchphase, die mit tiefen Einschnitten einhergeht. Die ean, kirchliche Arbeitnehmerorganisationen und der BVEA in Deutschland sind hiervon an vielen Stellen betroffen. Innerkirchlich wird an einigen Stellen nach der Bedeutung der Verbände gefragt. mehr...

Arbeit wichtiger denn je - EAN Baden verstärkt gesellschaftliches Engagement Im Bericht des Vorstandes lesen wir: Maßgebend wollen wir die ean - Arbeit aktivieren mit Aktionen und Kooperationen. Dazu sollen auch unsere Programmangebote weiter verbessert werden und in den Gemeinden ein gutes Angebot sein. Natürlich wollen wir in Hinblick auf unser Jubiläum 2008 ein Buch herausbringen, an dem sich die ean - Mitglieder und Ortskerne beteiligen sollen. Angesichts der Einsparungen der EKD bei unserem Bundesverband BVEA, werden die Landesverbände der ean mehr in die Pflicht genommen. mehr...

Normenkrise, Werteverfall Sozialethischer Aschermittwoch bei der Evangelischen Arbeitnehmerschaft Kehl Prof. Eugen Engelsberger, Karlsruhe, referierte anschaulich über das Thema Recht und Gerechtigkeit und gab Anstöße, was jeder einzelne tun kann, damit es auf unserer Welt ein bisschen gerechter zugeht. Normenkrise, Werteverfall, Wertewandel - Schlagworte unserer Zeit? Werte werden hergeleitet von Traditionen, so Prof. Engelsberger. Sie werden getragen von Institutionen, wie Familie, Schule, Kirche und werden repräsentiert durch Personen, wie Eltern oder Politiker. Traditionen ändern sich und mit ihr die Werte, die uns wichtig sind. mehr...

Grenzüberschreitende Visionen zur Arbeitswelt Grenzen achten - Grenzen überschreiten. Unsere Vision von einer solidarischen Arbeitswelt - nicht nur in Europa Bei unserem Treffen im März 2006 im Gemeindesaal der Christuskirche in Kehl ging es um die Umverteilung des vorhandenen Erwerbsvolumens, das seit Jahren zurück geht. Der Industrie- und Sozialpfarrer Martin Huhn aus Mannheim eröffnete den Abend mit anregenden Beispielen aus unserer christlichen Geschichte und mit Thesen über eine Ökonomie, die sich bemüht, paradiesische Zustände nur für einige wenige zu ermöglichen. mehr...

 Archiv - Erwerbslose brauchen Arbeit Ikarus e. V. Arbeitsloseninitiative Karlsruhe gegen Kürzungen von Hartz IV und Diskriminierung Mit Hartz IV hatte sich die Politik eine Wunderwaffe gegen die Arbeitslosigkeit versprochen. Es sollte alles besser werden, die Förderung, die Vermittlung, doch keiner wusste, wo die fehlenden Arbeitsplätze herkommen sollten. Das Versprechen, es wird besser und billiger, effizienter wurde jedoch bis jetzt nicht eingehalten. Das Gegenteil ist der Fall. Bisher wurden massive Einschnitte für Erwerbslose gemacht, das gilt vor allem für ältere Erwerbslose, Langzeitarbeitslose und Alleinerziehende und viele Menschen fielen sogar aus der Förderung ganz raus. mehr...

 

zum Seitenanfang - BVEA - Bundesverband Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen e.V.
Bundesvorsitzender Bernhard Dausend - stellvertretender Vorsitzender, amtierender Vorsitzender
bvea@bvea.de
©BVEA Internetseiten 2001-2015 Deutschland | Stand 18.06.2015
Der BVEA ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich - siehe Impressum
Nachdruck und andere Veröffentlichungen der hier genannten Artikel und gezeigten Bilder sind nur nach vorheriger Genehmigung des BVEA erlaubt!

Über uns | Landesverbände | Aktuelles BVEA | Aktuelles aus den Landesverbänden | Pressemitteilungen | Impressum |

Startseite BVEABundesverbandLandesverbändeAktuellesRundschauArchiv

Suche: