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Archiv 3-2006 aus den Landesverbänden

Thema: Drei Arbeitsformen anerkennen Diskussionsansatz zum EFG-Modell
www.bvea.de - BVEA-Archiv 3-2006 - Thema - Erwerbsarbeit, Familien - und Gesellschaftsarbeit - Diskussionsansatz zum EFG Modell Seite 1

Erwerbsarbeit, Familien-und Gesellschaftsarbeit / Neues Modell des Kolpingwerkes deckt auch Forderungen des BVEA

Skizze von Werner Künkler

Mein Opa hat auch bis 80 gearbeitet!
Skizze Werner Künkler 2006

„Der Wert der Arbeit misst sich nicht ausschließlich an wirtschaftlichen Verwertungskriterien, sondern an deren Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung und Weltgestaltung". So definiert das Kolpingwerk Deutschland sein Arbeitsverständnis auf der Basis der christlichen Gesellschaftslehre. Die Evangelischen Christen gehen von ähnlichen Vorstellungen aus.

Neben der traditionellen Erwerbsarbeit steht für das Kolpingwerk die Familien- und Gesellschaftsarbeit. „Alle drei Arbeitsformen werden grundsätzlich als gleichwertig angesehen", betonte Thomas Dörflinger (MdB), der Bundesvorsitzende des Kolpingwerkes Deutschland bei der Präsentation des Diskussionspapiers auf dem Katholikentag in Saarbrücken. „Nach unserem Arbeitsverständnis hat jede erbrachte Arbeit ihren Wert in sich. Das ist unabhängig davon, ob eine Entlohnung erfolgt oder nicht."

Um eine Wahlmöglichkeit zwischen den drei Arbeitsformen zu erhalten, bedürfe es einer Grundsicherung, erklärte der Kolping-Bundesvorsitzende. Skeptisch ist der Sozialethiker Joachim Wiemeyer. Er schlägt eine höhere Teilhabegerechtigkeit vor: „Wir müssen Wege finden, mehr Menschen in die Erwerbsarbeit zu bringen." Wiemeyer glaubt nicht, das die Aufwertung der Familien- und Gesellschaftsarbeit so gehe.

Kolpingjugend - Bundesleiterin Maria Gallenberger hatte vor allem die jungen Menschen und deren Perspektive im Blick, wenn sie über Visionen und Möglichkeiten des EFG-Modells nachdenkt. „Für uns Jugendliche ist es oft hart zu sehen, wohin sich die Gesellschaft entwickelt", erklärte Gallenberger. Für viele junge Menschen gebe es eine zentrale Frage: „Wie kann ich eine Familie gründen, wenn ich nicht weiß, ob ich eine berufliche und wirtschaftliche Perspektive habe?"

Ein zentrales Ziel jeder zukunftsorientierten Politik müsse es sein, Möglichkeiten für Jugendliche zu schaffen, einen Ausbildungsplatz zu bekommen, ohne die Aussicht, am Ende der Ausbildung vor dem Nichts zu stehen. Es ist zu hoffen, das der Diskussionsansatz in die Gesellschaft hineinwirkt. Die Entwicklung muß schnell in die Richtung gehen, daß sich Ehenamtliche mit ihrer Arbeit der Erwerbsarbeit nicht unterlegen fühlen.

Dieses Modell wird auch im Werk kontrovers diskutiert. Die Situation läßt aber Raum für Visionen und einer ernsthaften Auseinandersetzung mit ihnen. Allen Beteiligten ist klar, das sich mit den bisherigen Vorschlägen allenfalls Reperaturerfolge erzielen lassen. Es gilt, ein wirklich zukunftfähiges Modell zu entwickeln, welches auch den jungen Menschen Mut gibt, Familien zu gründen und unser Gesellschaftsmodell zu tragen.

Heinrich Wullhorst,Kolpingwerk, ge

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