Verbraucher - Erzeuger
Partnerschaft in der Landwirtschaft
Trotz strömenden Regens waren sie gekommen in der Absicht zum Gen-Mais Feld an der Ortsverbindungsstraße nach Münzesheim hinaufzuziehen und dort Windlichter als Zeichen des stummen und friedlichen Protestes aufzustellen. Nachdem die Aussaat schon vorher vom Landwirtschaftsministerium abgeblasen worden war, sollte es eine Demons-tration für eine gentechnikfreie Landwirtschaft sein.„Mit dem Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft verbauen wir uns selbst eine Nische, die wir statt dessen zu Gunsten der Verbraucher nutzen sollten", sagte Günther Frank als Landwirt zu dem Protest. Auch befürchte er, dass sich die Landwirtschaft noch viel stärker von „Saatgut-Multis" abhängig mache, da kein Saatgut künftig mehr selbst produziert werden könne. Die Protestaktion begann mit einer Kundgebung auf der Kompostieranlage.
Die Kundgebung wurde von Verantwortlichen der Evangelischen Arbeitnehmerschaft (EAN) vorbereitet und geleitet und hatte die Form einer Andacht mit kirchlichen Liedern und Gedankenanstößen. Sie war Teil eines bundesweiten Aktionstages für gentechnikfreie Landwirtschaft. Pfarrer i. R. und ehemaliger Leiter der Kirchlichen Arbeit auf dem Lande Hans-Martin Leichle rief zu einem friedlichen Miteinander auf und zum Hören aufeinander - auch in der sehr kontrovers diskutierten Frage, ob Gentechnik in der Landwirtschaft sinnvoll sei. „Wir wollen keine gentechnisch veränderten Pflanzen auf den Feldern, da sie, einmal ausgesät, nicht wieder zurückgenommen werden können, wenn sich gesundheitliche Gefahren zeigen", sagte Leichle. Der Mensch dürfe sich nicht gedankenlos in Gottes guter Schöpfung bedienen. Siegfried Aulich, Geschäftsführer der EAN aus Karlsruhe plädierte für eine Verbraucher-Erzeuger-Partnerschaft in der Landwirtschaft für gesunde Lebensmittel.
EAN Baden

