Bürgerversicherung jetzt umsetzen
Ziel der Zusammenkunft war es, sensibel zu machen für die Themen Renten-, Gesundheitsreform und Arbeitsmarkt. Realistische Vorschläge soll die Arbeitsgemeinschaft jetzt in die öffentliche Diskussion bringen. Nachdrücklich forderten die Delegierten, die aus Bayern und Thüringen angereist waren, die sofortige Umsetzung der Bürgerversicherung ebenso die solidarische Altersversorgung nach dem von den kirchlichen Arbeitnehmerverbänden vorgelegten Drei-Säulen-Modell.
Dieser Vorschlag kombiniert eine Sockelrente mit der reduzierten Pflichtversicherung und einer betrieblichen Altersversorgung oder einer privaten Versicherung.
Eine weitere Forderung: ein gesetzlicher Mindestlohn soll von den Tarifpartnern konkret beziffert werden
In der EAG vereinigt sind ehrenamtlich tätige Personen, die in den Selbstverwaltungsgremien der gesetzlichen Sozialversicherung sowie als Arbeits- und Sozialrichter und als Versicherungsberater der Rentenversicherung aktiv sind.
Am Forum der Tagung, die der EAG-Landesvorsitzende Roland Steuerwald erstmals nach Schweinfurt einberufen hatte, nahmen teil: der frühere Nürnberger Bundestagsabgeordnete Horst Schmidbauer, der Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Arbeitnehmerorganisationen (ACA), Dieter Wagner, der Schweinfurter DGB-Vorsitzende Frank Firsching und Philipp Büttner vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA)
Die Versammlung kritisierte die Inflation „sozialpolitischer Totschlag-Parolen". Vielfach wurden demografische Horror-Szenarien projektiert, die einseitig auf die Altersentwicklung abgestimmt seien. Die nachfolgenden jüngeren Generationen seien dabei oft nicht berücksichtigt.
Die Delegierten sprachen sich für die „Rente mit 67" aus. Allerdings sollten die Unterschiede bei den Belastungen in den verschiedenen Berufsgruppen Berücksichtigung finden. In diesem Zusammenhang wurde die Wiedereinführung der Erwerbsunfähigkeitsrente verlangt.
Übereinstimmung herrschte darüber, dass das Sozialsystem in der Bundesrepublik zuverlässig den sozialen Frieden sichere. Das mache Deutschland für ausländische Investoren zu einem interessanten Standort.
Oberbürgermeisterin Gudrun Grieser hatte die Tagung eröffnet und dabei festgestellt, dass die Themen verlangten, „dicke Bretter zu bohren". Auch Wirtschaftsminister Michael Glos hatte Grußworte an die Versammelten gerichtet. Beim Gottesdienst predigte Kirchenrat Wolfgang Schürger in der Gustav-Adolf-Kirche.
EAG Bayern, Schweinfurter Rundschau
