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12.02.06
____________________...Archiv
BVEA Rundschau der Evangelischen Arbeitnehmer Ausgabe 4 - 2005
Archiv 4-2005 ...aus den
Landesverbänden...
EAG Bayern
Evangelische Arbeitsgemeinschaft
für Soziale Fragen in Bayern und Thüringen
Vorfahrt für die Sicherung des sozialen Friedens
Nürnberger Erklärung der EAG vom 24. September
Die "Evangelische Arbeitsgemeinschaft für soziale Fragen in Bayern und
Thüringen" (EAG) zeigte sich befriedigt über den Ausgang der Sozialwahlen:
Bundesweit 40 ehrenamtliche Versichertenberater mehr für das Wahlbündnis
kirchlicher Gruppen - weitere Themen:"Kopfpauschale" "Schreckgespenst
Demografie", Wertschöpfungsabgabe auf staatlich subventionierte
"Rationalisierungserfolge".
Die Herbsttagung "Deutschland nach der Wahl" der Evangelischen
Arbeitsgemeinschaft für soziale Fragen in Bayern und Thüringen (EAG) hat sich in
Nürnberg vor dem Hintergrund der Berliner Regierungsbildung gegen das Konzept
"Kopfpauschale" und gegen "Hochrechnungen ins Jenseits" für die
Rentenversicherung ausgesprochen. Sie prüft das Modell von KAB und Familienbund
"Unsere Alterssicherung solidarisch, zukunftssicher und gerecht gestalten"
(3-Säulen-Modell) mit dem Ziel, es als grundlegende Forderung auch der
evangelischen Arbeitnehmer mitzutragen. Ferner unterstützt sie die Forderung der
ACA Schwaben vom Juni dieses Jahres auf Einführung einer Wertschöpfungsabgabe.
Zu Beginn der EAG-Tagung hatte Landesvorsitzender Roland Steuerwald
(Schweinfurt) die Ergebnisse der Sozialwahlen analysiert. Bei den Wahlen zur
Vertreterversammlung der Deutsche Rentenversicherung Bund (vormals BfA) haben
die Christlichen Arbeitnehmerorganisationen (EAG, KAB und Kolping) eine
beachtliche Steigerung erreichen können. Diese Steigerung könnte noch größer
sein, wenn nicht viele der kirchlich gebundenen Versicherten auf ihr Wahlrecht
verzichtet hätten. Immerhin begründe das Ergebnis den Anspruch auf die Besetzung
von bundesweit zusätzlich 40 Stellen ehrenamtlicher Versicherungsberater (früher
"Versichertenälteste").
Der Ausgang der Bundestagswahlen habe den hohen Wert des sozialen Friedens für
die Bürger dokumentiert. Erforderlich seien Reformen mit Augenmaß. Die
"Kopfpauschale" sei nicht das Kolumbus-Ei für die Gesundheitspolitik. Viel eher
sei zu fürchten, dass sie sich als Kopie von Hartz IV erweise. Weil der
versprochene soziale Ausgleich aus Steuermitteln nicht voll finanzierbar sei,
könnten sich anspruchsberechtigte Patienten in der Rolle von Bittstellern wieder
finden, die 12-seitige Formulare ausfüllen und alle Vermögensverhältnisse offen
legen müssten.
In der Rentenpolitik fordert die EAG einmal mehr nach dem Prinzip "Wer
anschafft, soll auch zahlen" die Übernahme von Wiedervereinigungskosten und
versicherungsfremden Leistungen durch den Bund. Landesvorsitzender Roland
Steuerwald: "Unser Rentensystem bleibt dann auch in Zukunft bezahlbar. Es muss
gesagt werden, dass ein Drittel der doch vom Bund vorgeschriebenen
Pflichtleistungen der Rentenversicherung nicht durch Beiträge begründet sind.
Dafür setzt sich der Bund als Nothelfer ins Bild, auch wenn er nur die
abgeschmolzenen Rücklagen etwas auffüllt."
Die EAG begrüßt, dass Dr. Hans-Gerhard Koch (Nürnberg) als Leiter des
"Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt" (KDA) der Evangelisch-Lutherischen
Landeskirche mit seiner Analyse "Schreckgespenst Demografie" der Panikmache
entgegentritt. Bei den Prognosen werde zu oft die ungünstigste Variante
ausgewählt. Schätzungen für das Jahr 2040 oder gar 2050 bilden nicht unser Jahr
2005 ab. Sie sind ganz einfach "Hochrechnungen ins Jenseits".
Schließlich unterstützt die EAG eine Forderung der ACA Schwaben auf Einführung
einer Wertschöpfungsabgabe. Dafür gebe es gute Gründe. Häufig genug seien
"Rationalisierungserfolge" eindeutig durch staatliche Subventionen ermöglicht
worden. Der "Dank" habe aber oft genug in Betriebsverlagerungen und
Personalabbau bestanden.