Bundesverband Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen e.V.Auguststr. 80, 10117 Berlin - Mitte, Tel. 030/28395151, Fax: 030/28395157
Internet: www.bvea.de, email:
![]()
____________________...Archiv
BVEA Rundschau der Evangelischen Arbeitnehmer Ausgabe 4 - 2005
Archiv 4-2005 ...aus den Landesverbänden...
EAB NRW
Evangelische Arbeitnehmer-Bewegung Nordrhein-Westfalen
Unverständnis
Entlassungen bei Telekom
Mit großer Betroffenheit und Sorge nehmen wir als Evangelische Arbeitnehmerbewegung
NRW die Ankündigung der Firma Telekom, mehr als 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
zu entlassen zur Kenntnis.
Leider müssen wir immer mehr zur Kenntnis nehmen, dass es gerade die großen Firmen
sind, wie zuvor die Deutsche Bank, Siemens, BP usw., die nicht aus wirtschaftlicher
Not zu solchen Maßnahmen greifen, sondern einseitig zu Lasten ihrer Mitarbeiter/innen,
versuchen ihre Gewinne zu vervielfältigen. Ideen, Kreativität bei Dienstleistungen
und Produkten scheinen wenig gefragt zu sein und Managementfehler werden kaum zur
Kenntnis genommen.
Der Staat und die Steuerzahler haben z. B. gerade den vorgenannten Unternehmen jede
Förderung, steuerlich usw., zukommen lassen. Wenn alle Argumente ausgehen, wird
die Globalisierung zu Hilfe genommen, kaum jemand nimmt noch zur Kenntnis, dass
die Bundesrepublik Deutschland nur durch die soziale Marktwirtschaft zu ihrem Ansehen
und Erfolg, der als beispielhaft in der Welt gilt, gelangt ist. Soziale Marktwirtschaft
heißt aber auch Partnerschaft und Mitverantwortung für unser Gemeinwesen und damit
für den sozialen Frieden in unserem Land.
Wir als Evangelische Arbeitnehmerbewegung - EAB - sind davon überzeugt, dass es
nicht am Leistungswillen der Mehrheit unserer Menschen im Land liegt, wenn einige
Bereiche der Industrie mit großem Geschrei ihre marktwirtschaftlich und falschen
und damit unsozialen Entscheidungen verteidigen, sondern an der Gier und der Unfähigkeit
mancher Führungskräfte in den Unternehmen. Weil soviel in unserem Land auf dem Spiel
steht, appellieren wir an alle Verantwortlichen in Gesellschaft/Kirchen, Politik
und Wirtschaft, schnellstens zu handeln, damit die Arbeitslosigkeit und die damit
verbundene wirtschaftliche Not großer Kreise der Bevölkerung abgewendet wird und
der soziale Frieden erhalten bleibt.