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3-2005 ...aus den Landesverbänden...
Evangelische
Arbeitnehmerschaft Baden
Zwischenruf
Kapitalismuskritik ist berechtigt
Kapitalismuskritik ist für Börsianer, Unternehmensverbände und die FDP ein Unwort,
während die Linken in SPD, Sozialverbände und Gewerkschaften die Heuschreckenparabel
von Franz Müntefering als Erlösung empfinden. Endlich dürfen die Vertreter des
Kapitals, die Maßlosigkeit der Konzerne und die "Priorität des Kapitals vor
dem Menschen" kritisiert werden.
Selbst der Ratsvorsitzende der EKD,
Landesbischof Professor Dr. Wolfgang Huber schloss sich der Kritik an, indem
er an die Sozialpflichtigkeit des Kapitals erinnerte. Den mächtigsten Konzernen
ist in der Tat vorzuwerfen, dass sie, anstatt die reichlichen Subventionen und
Steuergeschenke der Bundesregierung in Deutschland zu investieren und dadurch
Arbeitsplätze zu schaffen, die Märkte abgrasen und sich dorthin orientieren,
wo die niedrigsten Produktionskosten entstehen und die höchsten Gewinne erzielt
werden.
Es entsteht der Eindruck, dass sie
von dem Schaden, den sie in Deutschland anrichten überhaupt nicht berührt sind.
Sie feiern große Gewinne und führen gleichzeitig weitere Massenentlassungen
sowie Verlagerungen von Produktionsstätten in Billiglohnländer durch. Während
die Belegschaft Lohnkürzungen hinnehmen muss, genehmigen sich Manager und Vorstandsmitglieder
Jahresgehälter in sechsstelliger Höhe.
Von der Kapitalismuskritik ist auch
unsere Landeskirche nicht ausgeschlossen: Obwohl die Gelder in der Kirche knapper
geworden sind und die Diakonie sich aus manchen Arbeitsfeldern zurück ziehen
musste, werden den Verwaltungsratsvorsitzenden großer diakonischer Einrichtungen
Einkommen gezahlt, die in der freien Wirtschaft Manager und Verbandsvorsitzende
erhalten.
Wenn andererseits immer wieder die
Bedeutung der Dienstgemeinschaft hervorgehoben wird, dann stellt sich wirklich
die Frage, ob diese offenbar in diesen Kreisen übliche Vergütung noch vereinbar
ist mit den Werten christlicher Gemeinschaft.
Wolf Roßkamp
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