|
...BVEA
Archiv 3-2005
-Arbeitsmarkt
Hände weg von der Tarifautonomie
Betriebsräte können ohne Gewerkschaften
kaum starke Verhandlungspartner sein
Mit großem Befremden nehmen wir
als Evangelische Arbeitnehmer die Bestrebungen neoliberaler Kreise der Wirtschaft
und Parteien zur Kenntnis, die seit 1949 bestehende und bewährte Tarifautonomie,
die auch durch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland (Artikel 9) geschützt
ist, in ihren wesentlichen Teilen außer Kraft zu setzen, um an ihrer Stelle
betrieblichen Bündnissen den Vorrang zu geben.
In seiner langen und erfolgreichen
Geschichte hat das Tarifvertragsgesetz jahrzehntelang nicht nur den sozialen
Frieden in unserem Land gesichert (die Streikquote sank signifikant von 1960
bis 2003), sondern hat die Menschen in unserem Land am Erfolg bzw. Misserfolg
von Unternehmen und Branchen beteiligt. Gewinne und Lohnsteigerungen wie auch
die Verbesserungen von Arbeitsbedingungen waren zu allen Zeiten immer ein Spiegelbild
wirtschaftlicher Entwicklung. Die Tarifvertragsparteien haben diesem Umstand
auch in gesamtvolkswirtschaftlicher Verantwortung stets Rechnung getragen.
|
Gewerkschaften raus aus den Betrieben - nicht
mit uns! |
Wenn nun aus neoliberalen und konservativen
Kreisen der Wirtschaft vorgetragen wird, dass betriebliche Bündnisse ein Allheilmittel
bei einer fortschreitenden Globalisierung sind, so kann man anhand der Beispiele
bei Siemens, Opel und vielen anderen Betrieben, die betriebliche Bündnisse per
Öffnungsklausel und Zustimmung der Tarifvertragsparteien geschlossen haben,
sicherlich in einzelnen Unternehmen hilfreich waren, aber das Problem der Globalisierung
kaum gelöst haben.
Die Betriebsräte in den Unternehmen
können ohne Gewerkschaften wohl kaum starke und damit ernst zu nehmende Verhandlungspartner
sein. Die Entwicklung und Geschichte der Tarifautonomie hat in ihren Fakten
und Ergebnissen bis auf den heutigen Tag gezeigt, dass sie das wirksamste Instrument
einer verantwortungsvollen Beteiligung der Arbeitnehmerschaft am volkswirtschaftlichen
Gewinn sind.
Deshalb können wir nur davor warnen, die Säule der sozialen Marktwirtschaft
zu beseitigen.
Werner Künkler,
Stv. Bundesvorsitzender des BVEA

|
Inhalt BVEA-Archiv 3-2005
Regierungen kommen und gehen
BVEA Vorstand im Kanzleramt
Interview mit Bundeskanzler Schröder
Wahlerfolg der ACA
Die neue Posse vom alten "Klassenkampf"
Hände weg von der Tarifautonomie
Verdienstkreuz für August
Krüger
Kirchentag 2005
Presse:
Pressemitteilung Exklusivinterview
mit Dr.Gerhard Schröder und Ergebnisse Sozialwahlen 2005
Inhalt Archiv 3-2005 aus den Landesverbänden:
|