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Archiv 2-2005 Gesellschaft
Sozialwahlen 2005
Einfach ärgerlich
Erhöhung der Vorstandsgehälter zeigt Bedeutung der Selbstverwaltung
Die kräftige Erhöhung der Bezüge mehrerer Krankenkassenbosse hat heftige
Kritik nach sich gezogen. Das zeigt: Kontrolle ist wichtig.
Ein aktueller Anlass zeigt, wie wichtig die Überprüfung der
Krankenkassenvorstände durch die soziale Selbstverwaltung ist. Statt mit
Beitragssenkung reagierten einige Krankenkassen auf ihre wirtschaftliche
Entwicklung mit einer Anhebung der Vorstandsgehälter.
Als "einfach ärgerlich" bezeichnete Brunhild Bald, Vorsitzende
des BVEA die Erhöhung einiger Vorstandsgehälter auf der jährlichen
Delegiertenversammlung der Evangelischen Arbeitnehmerorgansiationen. Der
Zeitpunkt sei verfehlt. Im dem Moment, wo den Versicherten ständig zusätzliche
Belastungen aufgebürdet werden, ist ein solches Agieren der Krankenkassen
unverständlich und für die Sozialwahlen eher schädlich. Sie betonte, das die
christlichen Vertreter dieser Änderung nicht zugestimmt haben. Angesichts der
Milliarden-Überschüsse müssen ein Schuldenabbau und die notwendigen
Beitragssenkungen bei den Kassen im Vordergrund stehen.
Bei den Bezügen auf der Chefetage gilt es, Augenmaß zu halten.
Fakt ist, dass die Tariflöhne im vergangenen Jahr nur gering gestiegen sind. Es
sind aber die Versicherten, die die Überschüsse der Krankenkassen durch Verzicht
auf Kassenleistungen oder durch die Zahlung eines erhöhten Eigenanteils
erwirtschaftet haben.
In Anbetracht der Vorgänge um die Gehälter gewinnt die
bevorstehende Sozialwahl 2005 noch mehr an Bedeutung. Der Bundesverband
Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen (BVEA), das Kolpingwerk Deutschland und
die Katholische Arbeitnehmer Bewegung (KAB) beteiligen sich mit einer
gemeinsamen Liste. Die Wählerinnen und Wähler können mit ihrer Stimme bis zum
01. Juni dazu beitragen, dass in Zukunft nicht jeder nur noch sich selbst der
Nächste ist, sondern die Grundidee der Solidarität erhalten bleibt.
Inzwischen hat für alle Beteiligten an der Wahl die heiße Phase
begonnen. In einem gemeinsamen Aufruf haben sich die BfA und die Ersatzkassen an
ihre rund 46 Millionen Versicherten, Rentner und Mitglieder gewandt. Sie seien
aufgefordert, bei der Sozialwahl 2005 mitzumachen und ihre Vertreter in die
"Parlamente" der BfA (Vertreterversammlung) und der Ersatzkassen
(Verwaltungsräte) zu wählen.
Auch die Arbeitsgemeinschaft Christlicher
Arbeitnehmerorganisationen (ACA), in der Kolping, KAB und BVEA
zusammengeschlossen sind, hat das Material für den Wahlkampf bei den
Versicherungsträgern, bei denen eine Urwahl stattfindet, an ihre Multiplikatoren
vor Ort geschickt.
"Die deutschen Sozialversicherungssysteme stehen vor ihrer
härtesten Belastungsprobe seit dem zweiten Weltkrieg", heißt es in dem neuen
Infoflyer der ACA. Damit Solidarität und Gerechtigkeit nicht ins Hintertreffen
geraten, engagieren sich die christlichen Arbeitnehmerorganisationen in den
Mitbestimmungsgremien der Sozialversicherungsträger, die alle sechs Jahre von
den Versicherten gewählt werden. Das gemeinsame Ziel sei dabei, den Grundsätzen
der christlichen Sozialethik auch in Politik und Gesellschaft Gehör und Geltung
zu verschaffen.
Informationen rund um die Wahl findet man auf der Internetseite
der ACA unter
www.sozialwahl05.de oder beim Bundeswahlbeauftragten unter
www.sozialwahl.de.
aca/ge
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