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2-2005
Arbeitswelt
Vor 60 Jahren
Vor Kriegsende entstanden die ersten
Gewerkschaften
Noch vor dem Ende des zweiten Weltkrieges entstanden in Aachen die ersten
freien deutschen Gewerkschaften. Nach 19-tägigen schweren Kämpfen hatte die 9.
US-Armee am 21. Oktober Aachen, die erste deutsche Großstadt erobert.
Unmittelbar nach der Befreiung waren Gewerkschaftler aller Richtungen,
christliche und sozialistische, entschlossen eine neue frei Gewerkschaft zu
gründen und zwar nicht, wie in der Zeit der Weimarer Republik parteimäßig
zersplittert, sondern in Form einer Einheitsgewerkschaft als wichtigste Lehre
aus dem Debakel des Untergangs der Weimarer Republik und der
Schreckensherrschaft der Nazi-Diktatur.
Bereits im Februar 1945 hielten sie eine erste Gewerkschaftsversammlung ab
und stellten bei der Besatzungsbehörde den Antrag für eine offizielle Gründung
der Gewerkschaft. Dieser Antrag wurde am 14. März 1945 genehmigt und die
Gewerkschaftler schritten zur Tat. Das Modell der Aachener Gewerkschaftler wurde
zum Vorbild für spätere ähnliche Versammlungen und Gründungen am Niederrhein und
im Ruhrgebiet.
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"Freier Deutscher Gewerkschaftsbund -
Industriegruppe Bergbau" |
Am 15. April 1945 nach der Eroberung des Ruhrgebiets durch die Amerikaner
versammelten sich in Buer Gewerkschaftler aus 22 Zechen und einigen chemischen
Werken aus Gladbeck, Bottrop, Recklinghausen und Marl. Die 120 versammelten
Delegierten gründeten einen "Freien Deutschen Gewerkschaftsbund -
Industriegruppe Bergbau". Wieder einmal spielten die Bergarbeiter eine
Vorreiterrolle. Vierzehn Tage später folgte eine Konferenz mit 360 Delegierten
aus 56 Schachtanlagen.
Die Grundlagen für einen "Freien Deutschen Gewerkschaftsbund" wurden damit
noch vor Kriegsende unter der Besatzung gelegt. Darauf konnte aufgebaut werden.
Auf einer Gründungsversammlung der "Industriegewerkschaft Bergbau" wurde am 9.
Dezember 1946 August Schmidt zum ersten Vorsitzenden gewählt.
Hans-Georg Glaser
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