|
Aktionsgemeinschaft für
Arbeitnehmerfragen in Thüringen
Wie sicher sind
unsere Renten?
Das Rentensystem im Fokus einer
Veranstaltung der afa Thüringen in Lichte
Ein Tagesseminar des afa Kreises Lichte/Piesau der
Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der Ev.-Luth. Kirche in Thüringen
(afa) war für alle Teilnehmer sehr interessant und informativ. Sozialsekretär
Roland Walther hatte dazu den Sozialberater und Versicherungsobmann der LVA
Hessen/Unterfranken, Joachim Fiedler, aus Schweinfurt als Gesprächsleiter
eingeladen.

Seit 20 Jahren bereits ist Fiedler ehrenamtlichen auf diesem Gebiet tätig und
kennt sich in Fragen der Rentensysteme bestens aus, auch wenn sich diese ständig
ändern. Die Jahrzehnte andauernder Arbeitslosigkeit haben nicht nur im
Sozialsystem tiefe Einschnitte hinterlassen, stellt er als Versicherungsältester
und ehemaliger Betriebsrat fest. Er kennt deshalb auch die Sorgen, Nöte und
Probleme der Betroffenen sehr gut.
Bedauerlich, so Fiedler, dass viele Politiker selbst nicht wissen, wie es den
Rentnern und Arbeitslosen selbst geht, was diese fühlen und was sie bewegt. Wie
die zukünftige Entwicklung für die jetzt arbeitende Generation nach dem
derzeitigen Wissenstand im Rentensystem aussehen wird, kann er selbst auch nur
erahnen. Diese sehen derzeit nicht rosig aus.
Die lebhaften Gespräche, an denen sich auch die jüngeren Teilnehmer
beteiligten und die Fragen über ihre Zukunftsaussichten, zeigten, dass es
erhebliche Informationsdefizite sowie große Verunsicherungen gibt. Von Reformen
im Rentensystem kann nicht die Rede sein, denn sie brachten bisher, außer der
Anrechnung der Kinderbetreuungszeiten, keine Verbesserungen.
|
Hoher Informationsbedarf in der Bevölkerung |
Die so viel gepriesenen Beteuerungen des ehemaligen Minister Norbert Blüm,
die Renten seien sicher, haben schon nach zehn Jahren nicht mehr zugetroffen.
Die bange Frage dann, wie sicher sind nun die zukünftigen Rentensysteme? Nichts
regelt sich von alleine, so die Feststellung der Teilnehmer, jeder Einzelne muss
sich selbst ständig informieren und bemühen. Rentenerhöhungen in den letzten
Jahren, so wies Fiedler nach, habe es nicht gegeben, das Gegenteil sei eher der
Fall. Das konnte er sehr deutlich an einigen Übersichten beweisen. Klar sei auch
ab 01. Juli 2005 wird es sicherlich keine Rentenerhöhung geben. Das bedeutet
einen weiteren Abbau der Lebensqualität.
Zur Sprache kam ebenfalls die Neuregelung für die Besteuerung der Renten und
Pensionen, einschließlich der steuerlichen Behandlung von Aufwendungen für die
Altersvorsorge ab Januar 2005. Genauere Auskünfte können Finanzbehörden,
Lohnsteuerhilfsvereine und Steuerberater dazu geben. Es sei ein weit
verbreiteter Irrtum, dass Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung
generell streuerfrei seien, betonte Fiedler. Der Sozialberater aus Schweinfurt
warnt vor zu vorschneller Zahnersatzversicherung, denn im nächsten Jahr werden
die Kassen selbst solche Versicherungen anbieten.
Auch die bisher in vielen Massenmedien veröffentlichten Statistiken zu
Rentenvergleichen Ost und West, sind oft unrealistisch, wiesen einige Teilnehmer
nach. Hier erscheinen in den alten Bundesländern in der Statistik nicht die
betrieblichen und anderen Zusatzversicherungen, die in den neuen Länder meistens
abgeschafft wurden und Bestandteil der gesetzlichen Rentenversicherung wurden.
Ein Verstoß gegen den Bestandsschutz und dem Gleichheitsprinzip im Grundgesetz
und den Regelungen im Einigungsvertrag, so die Teilnehmer.
Text und Foto: Edmund Grollmisch, Lichte

800 bei Kundgebung in Saalfeld
Rund 800 Bürgerinnen und Bürger formierten sich nach Angaben
von Bernhard Hecker, "Bündnis gegen Sozialabbau und Hartz IV" zur vierten
Montagsdemo mit Kundgebung auf dem Saalfelder Marktplatz.
Neben Eckardt Schäfer und Norbert Schneider, beides Mitbegründer des
inzwischen nach Heckers Mitteilung auf über 25 Mitstreiter angewachsenen
Bündnisses, und PDS-Kreistagsmitglied Andreas Grünschneder gehörte diesmal
Sozialsekretär Roland Walther von der EAN Thüringen zu den Rednern und zeigte
sich mit ihnen einig: "Die Reformen der Regierung brauchen dringend eine
gründliche Reform." Er erinnerte an ein Bibelwort: "Du sollst das Recht des
Armen nicht beugen". Auch aus christlicher Sicht sei Solidarität eingefordert,
machte Walther deutlich.
Beim Marsch durch die Saalfelder Innenstadt ertönten dann erneut Rufe wie
"Wir sind das Volk!" und "Nieder mit Hartz IV".
Roland Walther
|
afa Bayern
afa Thüringen
EAB NRW
EAN
Baden
EAN
Berlin-
Brandenburg
EAN Hessen -
Nassau
Inhalt BVEA
- Aktuelles
|