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Evangelische Arbeitnehmerschaft Berlin - Brandenburg
Otto-Versand schließt Berliner Kundenzentrum
94 Arbeitsplätze gehen allein in Berlin verloren

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Jeder Arbeitsplatz hat ein Gesicht! Wehrt euch!
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Gegen schleichenden Arbeitsplatz-
Abbau.
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Gegen
Lohndumping und Flucht der Unternehmer aus
Deutschland.
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Unternehmen müssen soziale Verantwortung wahrnehmen!
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Die Otto GmbH & Co. KG wird Ende des Jahres sein Kundenzentrum
in Berlin-Tempelhof schließen. Im Rahmen einer Umstrukturierung werden von 25
Zentren fünf geschlossen. Köln und München sind u.a. ebenfalls betroffen. Die
höchste Anzahl von Arbeitsplätzen geht allerdings in Berlin verloren.
Keine große Zahl, dennoch ein Indikator für den Berliner Arbeitsmarkt. Die
erst 1996 eingerichtete Kundenbetreuungszentrale ist mit Hochqualifizierten
Mitarbeitern besetzt. Obwohl das Versandgeschäft auch international bestens
läuft, werden die Kolleginnen und Kollegen in die Arbeitslosigkeit gedrängt.
Ausweich-Arbeitsplätze werden in Neubrandenburg, Magdeburg und Hamburg
angeboten. Zumutbar? Vielleicht! Kaum aber für Halbtagskräfte, die an den neuen
Standorten zeitflexibel eingesetzt werden sollen.
Gleichzeitig stellt der große Versandunternehmer an unterschiedlichen
Standorten u.a. in Salzburg neue Teams zusammen. Auch in der Zentrale in Hamburg
werden neue Stellen besetzt. Natürlich unter neuen Bedingungen. Erheblich
geringerer Verdienst, Arbeitsschutzbedingungen und mit erheblichen Subventionen
der Region oder gar der EU.
Das Verhalten des sozialpolitisch hochgelobten Unternehmers Dr. Michael Otto
verdeutlicht einen Trend, der scheinbar nicht aufzuhalten ist. Den Unternehmern
geht es nicht um die Menschen, sondern um den Gewinn. Eine sozialpolitische
Verantwortung ist nicht mehr spürbar.
Bitter wird dieser Vorgang durch eine Legende, beim Hamburger Otto-Versand
würde besonders auf die Kolleginnen und Kollegen eingegangen. "Sozialer Betrieb"
- die Auszeichnung hat Otto in den letzten Jahren erhalten.
Ein Teil der Belegschaft hat Arbeitsgerichtsverfahren eingeleitet um den
Erhalt der Arbeitsplätze zu erreichen. Wenn wir auch wissen, dass
Unternehmensentscheidungen nicht geklärt werden können, so sollen diese
Verfahren verdeutlichen, dass diese Arbeitsplatzvernichtung nicht einfach
hingenommen werden darf. Schon gar nicht, wenn ein prosperierendes Unternehmen
lediglich Minilöhne einführen will.
Die Evangelische Arbeitnehmerschaft fordert den Senat auf, die Bemühungen von
ver.di zu unterstützen und sich für den Erhalt der Arbeitsplätze stark zu
machen. Diese Entwicklung ist eine Katastrophe für die Stadt und das Land.
Gemeinwohl geht vor Eigennutz!
Werner Trautwein
Matthias Gehlhar.
EAN Berlin-Brandenburg
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