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Zum Geleit
Drohen uns amerikanische Verhältnisse?
Soziale Gerechtigkeit: Das unfassbare
an einer Standardfloskel
Das neue Jahr begrüßt uns mit den Sorgen des alten. Politik und Wirtschaft
haben Schwierigkeiten mit ihren Finanzen. Ihre Entscheidungen nennen sie "Reformen".
Diese unterliegen dem Maßstab der Nützlichkeit und des Vorteils. Doch das,
was für den Menschen gut ist, droht dabei aus dem Blick zu geraten. Das ist
ein Mangel an sozialethischem Denken. Der Begriff dafür, die Soziale Gerechtigkeit,
hat an Bedeutung verloren.
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Begegnungen: Brunhild Bald, Bundesvorsitzende des BVEA und Klaus Töpfer,
anerkannter Europäischer Umweltpolitiker und mit dem ausgeschiedenden
EKD - Ratsvorsitzenden Manfred Kock (u.li.).
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Der Mangel an Standfestigkeit und Überzeugtheit von den Grundsätzen der
Sozialen Gerechtigkeit wird jedem Zeitungsleser täglich klar. Wie schnell
und leicht werden Prinzipien, die gestern noch hoch und heilig beschworen
wurden, schnell über Bord geworfen. Und wenn diese Volksparteien, die sich
nur schwerfällig wie Tanker der Interessengruppen bewegen, auch noch den Konsens
miteinander suchen, werden die Interessen der Schwachen und Armen als letzte
berücksichtigt. Ein ähnliches Spiel aus dem Arbeitsleben zeigt, wie aus Menschen
"Menschenmaterial" wird. Eine große internationale Firma, manchmal auch als
"Elektroladen" bespöttelt, musste die Kündigung von 400 Mitarbeiterinnen zurücknehmen,
nachdem die Klage dagegen durch den Betriebsrat beim Arbeitsgericht erfolgreich
war. Mir geht es nicht um die Rationalität der Firma, den Profit oder den
Shareholder-Value, sondern ich möchte vom weiteren Schicksal dieser 400 sprechen.
Nach dem Gerichtsbeschluss musste die Firma sie wieder einstellen. Doch diese
gab ihnen keinen Arbeitsplatz, kein Büro oder einen Schreibtisch. Sie wurden
quasi von der Firmenleitung gemobbt. Ein im wahrsten Sinne unwürdiger und
unerträglicher Zustand. Diese bezahlten, aber an der Arbeit von der Firma
selbst gehinderten, arbeitslosen Mitarbeiter/innen sind alles hoch qualifizierte
Fachleute. Was mag bei diesen 400 vor sich gehen? Und wie werden die Kollegen
und Kolleginnen durch dieses Beispiel unter Druck gesetzt und abgeschreckt?
Das Klima jeglicher Kollegialität ist kaputt. Eine allgemeine depressive Stimmung
ist die Folge.
Dazu passen die Überlegungen von Professor Hengsbach zu der Gerechtigkeit
zwischen den Generationen. Ziel der Politik muss nach unserer gemeinsamen
Auffassung sein, dass die Menschen ein Leben in Würde führen können. Die Ergebnisse
einer Studie über das Verhältnis von Jungen und Alten hat Bundesfamilienministerin
Renate Schmidt in Auftrag gegeben. Die Politik scheint von den Ergebnissen
überrascht, dass innerhalb der Familien tatsächlich doch soziale Verantwortung
praktiziert wird. Die ältere Generation unterstützt Kinder und Enkel mit Geld
und Rat, während Kinder und Enkel umgekehrt Eltern und Großeltern versorgen
und pflegen. So weit so gut! Aber zu einem Thema wird geschwiegen: Wie geht
die Politik mit der immer größer werdenden Gruppe ohne dauerhaften Partner
und ohne Kinder um? Da liegt Handlungsbedarf.
| Früh im Leben "soziale Netze" knüpfen
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Das Ergebnis der Studie ist auch, früh im Leben damit zu beginnen, "soziale
Netze" zu knüpfen. Das bestätigt eine der wichtigsten Zielsetzungen unserer
Organisationen. Denn unsere Verbände stehen nah bei den Menschen - unsere
Ideen bringen sie zusammen. Unsere Seminare und Themenabende bieten ihnen
nicht nur neue Erfahrungen und Erkenntnisse sondern auch das Gefühl, dazu
zu gehören. Sie erfahren die Gemeinsamkeit - in einer Gruppe, bei Gleichgesinnten,
in kirchlicher Gemeinschaft.
Unsere Aufgabe ist es "nur" noch, dafür zu sorgen, dass unser Angebot weiter
bekannt wird und diese Menschen uns kennen lernen, sich für uns und unsere
solidarischen und christlichen Ideen erwärmen. Dafür, nämlich neue Mitglieder
oder Interessierte zu gewinnen, brauchen wir viele gute kreative Ideen. Lasst
uns damit beginnen und dieses Jahr 2004 nutzen, für das große Ziel der Sozialen
Gerechtigkeit zu werben und Mitstreiter zu finden.
Brunhild Bald
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Inhalt Archiv Ausgabe
BVEA Rundschau 1-2004
Inhalt Archiv 1-2004 " aus
den Landesverbänden:"
afa Bayern
EAB NRW
Evangelische Arbeitnehmer - Bewegung
NRW
EAN Berlin- Brandenburg
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