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Evangelische
Arbeitnehmerschaft Berlin - Brandenburg
"Babelsbergs Impressionen"
- ein historischer Ausflug am Ufer
des Griebnitzsees
Ein herrlicher sommerlicher Sonntag lud uns Mitglieder der Gruppe Berlin-Wedding
am 22. Juni ein, historische Stätten im Südwesten Berlins zu betrachten und
durch die schöne Landschaft des Babelsberger Parks zu wandern.
Uns bot sich die Chance, während des Sommerfestes der Lukas-Gemeinde, in
Berlin-Steglitz, unsere Gruppe, die Aktivitäten und damit natürlich auch den
Landesverband der EAN, interessierten christlichen Mitbürgern vorzustellen.
| Im Little White House wohnte Harry S. Truman |
"Griebnitzsee".
Gegenüber dem Bahnhofsrondell in Griebnitzsee entstand in den neunziger Jahren
des zurückliegenden Jahrhunderts am Ufer des Griebnitzsees ein gewaltiger Hotelkomplex.
Das mag zwar die Urlauber sehr erfreuen, doch uns war der erste Ausblick in
den schönen, an Berlin angrenzenden Landschaftspark leider versperrt. Außerdem
waren wir ja "ausgezogen", die Villenkolonie Neu Babelsberg kennenzulernen.
Das "Little White House", am Beginn der Karl-Marx-Strasse, war die erste historische
Villa auf unserem Weg. Hier wohnte im Juli/August 1945 der amerikanische Präsident
Harry S. Truman.
Unwillkürlich schlich sich bei uns der Gedanke ein, dass in dieser Villa
der Befehl für den ersten praktischen Einsatz von Atomwaffen unterzeichnet wurde,
für den Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki.
Bis 1990 verlief am Ufer die Grenze zu Berlin (West). Der Weg am Griebnitzsee
wurde auf der Babelsberger Seite vorrangig als Postenweg genutzt. Und so konnte
sich ein vielfältiges Biotop von Pflanzen und Tieren entwickeln.
Hinter einer kleinen Biegung des Uferweges tauchte bereits die nächste uns
interessierende Villa auf. Sie war während des 1.Weltkrieges von Ludwig Mies
van der Rohe erbaut worden. Er schuf auch die Neue Nationalgalerie am Potsdamer
Platz.
In diesem Gebäude wohnte während der Zeit der Potsdamer Konferenz der britische
Premier, also Winston Churchill und dann Clement R. Attlee. Wenig später, nach
einer kleinen Wegstrecke , gelangten wir auch zu der Villa, die während der
Potsdamer Konferenz J. W. Stalin beherbergte. Dieses Gebäude wurde von Alfred
Grenander gebaut, der in Berlin auch die U-Bahn-Station "Wittenbergplatz" errichtete.
Der Babelsberger Park wurde durch Peter J. Lenne angelegt.Die weitere Gestaltung,
vor allem mit romantischen Details, wie Pleasureground, Terrassen und Eichenbüschen,
leitete Fürst Pückler-Muskau. Vor allem bekannt ist Fürst Pückler durch die
Komposition der Landschaftsparks, am Rand von Bad Muskau und Cottbus.
Wenige Meter weiter befindet sich das Schloss Babelsberg. Prinz Wilhelm,
der spätere Kaiser Wilhelm I., ließ es sich als Cottage (englisches Landhaus)
von Karl Friedrich Schinkel errichten. Seit dem Bau mehrfach erweitert, entstand
so ein kompliziert gestaffeltes Gebäude, mit 99 Zimmern, im englischen Stil.
Auf einer steilen Anhöhe fanden wir ein Stück des alten Berlins wieder, die
Gerichtslaube. Einst Teil des Berliner Rathauses, wurde sie, beim Bau des neuen,
des Roten Rathauses, Ende des 19. Jahrhunderts, abgetragen und an den Park Babelsberg
übergeben. Geschmückt mit dem kaiserlichen Adler als goldene Spitze stand dann,
auf dem der Gerichtslaube gegenüber liegenden Hügel, der Flatowturm vor uns.
Als Turmhaus gebaut, diente er dem jungen Prinz Wilhelm zeitweise als Aufenthaltsort.
Quer durch den Park führte uns der Weg zur Siegessäule, die aus Anlass des
deutsch-französischen Krieges errichtet worden war. Nach der Besichtigung der
Siegessäule liefen wir den Weg weiter, bis zum Ausgang an der Sternwarte. Vorbei
am Torhäuschen führte uns die Strasse zur Kapelle Kleinglienicke und vorbei
am Jagdschloss.
Fred Huskobla
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