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Evangelische
Arbeitnehmerschaft Baden
In Frankreich werden noch 300 Salzmacher
ausgebildet
Mit der EOP in Saint-Nazaire
"Leben und Arbeiten in St.-Nazaire" (im Süden der Bretagne an der Mündung
der Loire in den Atlantik gelegen) war das Motto der diesjährigen Studienreise
unserer französischen Partnerorganisation EOP (Equipes Ouvrières Protéstantes).
Nach einem ersten Spaziergang am Strand des Atlantiks sowie an dem kleinen
Segeljachthafen wurden die Teilnehmer/innen dieser Studienreise von René Lusseau,
dem Vertreter der EOP-Gruppe Nantes, in der Ferien- (Familienfreizeit-) Siedlung
"La Sapinière" begrüßt.
Martine Kapp (Strasbourg), EOP-Vizepräsidentin, half beim Übersetzen. In
Saint-Nazaire galt der Besuch der Fraternité (Bruderschaft von Saint-Nazaire),
wobei eine protestantische Pfarrerin (Titia Koen) die Gäste begrüßte und einige
Informationen zur Bruderschaft übermittelte. Danach hielt Charles Nicole, der
Stadthistoriker, einen Vortrag unter dem Motto: "Ein Land, seine Menschen und
seine Industrie - gestern und heute". Er sprach davon, dass Protestanten aus
Schottland sich hier ansiedelten, die protestantische Gemeinde gründeten und
der ökonomischen Entwicklung der Region wichtige Impulse gaben. Saint-Nazaire
hat etwa 70 000 Einwohner. Die Stadt ist geprägt vom Baustil der 50-er Jahre
des 20. Jahrhunderts. Heute befindet sich dort das größte Werftzentrum Frankreichs
und ein bedeutender Hafen für den Überseeverkehr. Die Besichtigung der großen
Werft, die über 13 000 Menschen beschäftigt war beeindruckend. Zu sehen war
ein großes britisches Luxus-Kreuzfahrtschiff für über 5000 Menschen, die "Queen
Mary II", kurz vor ihrer Vollendung. Später gab es im Haus "La Sapinière" einen
Vortrags- und Diskussionsabend über die "Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung
in St.-Nazaire" mit zwei Gewerkschaftsfunktionären, die auf der Werft arbeiten.
Die Fragen galten Lebens- und Arbeitsbedingungen, sozialen Leistungen und Mitbestimmungsmöglichkeiten
auf der Werft und im Hafen.
Hier
siedelten einst protestantische Schotten |
Am Samstag sprach Joel Batteux, der Bürgermeister von Saint-Nazaire, ein
Protestant und Sozialist. Seit über 50 Jahren ist die Stadtverwaltung in sozialistischen
Händen. Joel Batteux sprach über die Zukunft der wirtschaftlichen Entwicklung
von Saint-Nazaire. Er zeigte sich stolz darüber, dass kommunale Betriebe sowie
Dienstleistungen noch nicht privatisiert werden mussten, sondern im Gegenteil
weiter ausgebaut werden konnten, vollkommen gegen den Trend in anderen französischen
oder gar deutschen Städten.
Am Nachmittag wurde unweit von Guérande das Dorf der Salzmacher mit dem Salzmachermuseum
besichtigt ("Salzmacher" ist in Frankreich ein Handwerksberuf mit über 300 Auszubildenden).
Nach vielen Informationen über die mühevolle Gewinnung von Meersalz in den sogenannten
"Salzgärten" wurde Guérande, ein mittelalterliches befestigtes Städtchen, besichtigt.
Die französischen Freunde/Freundinnen von der EOP würden sich freuen, in Zukunft
noch mehr badische/deutsche Gäste bei ihren Aktivitäten begrüßen zu können.
Welch überragende Bedeutung die Schiffbauindustrie für die besuchte Region
hatte und hat, soll eine kleine Anekdote verdeutlichen, die uns Anne-Marie Dietsch
nach unserer Rückkehr in Colmar erzählte: Der Pfarrer soll bei seinem Gebet
"Que Dieu nous mène sur le sentier de la gloire" (Gott möge uns auf den rechten
[wörtlich: ruhmreichen] Weg führen) von den Schülern der Region folgendermaßen
verstanden und nachgebetet worden sein: "Que Dieu nous mène sur le chantier
de la Loire" (Gott möge uns auf die Werft der Loire führen). Beide Sätze werden
fast identisch ausgesprochen.
Sabine und Joachim Keim, EAN Baden
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Inhalt Ausgabe BVEA Rundschau
4-2003
Inhalt Archiv 4-2003 aus den Landesverbänden:
afa Thüringen
EAB Mecklenburg Vorpommern
EAB NRW
Evangelische Arbeitnehmer - Bewegung
NRW
EAN Baden
EAN Berlin-Brandenburg
Nord Kooperation
EAN Braunschweig, Hannover und Oldenburg
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