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Evangelische
Arbeitnehmer - Bewegung NRW
Gelsenkirchen
Resser Mark
Ökumenisches
Zentrum mitten im Kohlenpott
1900 evangelische und 1500 katholische
Gemeindeglieder in Gelsenkirchen Resser Mark haben einen großen Schritt in eine
gemeinsame Zukunft gewagt.
"Kommen Sie näher, hier beißt niemand!" Der katholische Pfarrer Ulrich Kosch
macht mit dieser lockeren Bemerkung den evangelischen Christen Mut ihre Zurückhaltung
aufzugeben. Die haben soeben mit gemischten Gefühlen ihre evangelische Johanneskirche
verlassen. Endgültig. Zum letzten Mal haben sie sich in ihrer Kirche an diesem
Pfingstmontag zum Gottesdienst versammelt. Dann sind sie wie in einer Prozession
aus der Kirche ausgezogen. Zunächst zum Marktplatz. Auch die katholischen Gemeindeglieder
haben sich nach einem Gottesdienst in ihrer Kirche St. Ida auf dem Marktplatz
versammelt. Wenn sie anschließend zu ihrer Kirche zurückkehren, wird es nicht
mehr allein ihre Kirche sein. "Ökumenisches Zentrum St. Ida" ist der neue Name,
und es bietet den evangelischen und den katholischen Christen in dem Gelsenkirchener
Ortsteil Resser Mark ein gemeinsames Dach.
Viele Beratungen sind dem großen Schritt hin zum Ökumenischen Zentrum vorausgegangen.
Auslöser waren die erheblichen Bergschäden an der evangelischen Kirche und dem
Gemeindehaus, im Ruhrgebiet nichts Ungewöhnliches.
Ihre Gefühle nahm Pfarrer Blätgen im Abschiedsgottesdienst auf. "Ein kleines
Stück Geschichte geht zu Ende", sagte er und machte Mut, den Schritt in die
Zukunft zu wagen: "Gott hat uns in dieser Kirche begleitet und begleitet uns
auch in der neuen Kirche."
Superintendentin Franke-Herb hält das Projekt "St. Ida" für einen "innovativen,
mutigen und schönen Weg", den sie voll begrüßt, bejaht und unterstützt. Sie
sprach von "versöhnter Verschiedenheit" der Konfessionen und vom Respekt vor
dem Anderssein.
Udo Waschelitz
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