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Evangelische
Arbeitnehmer - Bewegung NRW
Endlich die Arbeitgeber
in die Pflicht nehmen
Abwärts mit Perspektive? |
Offener Brief der EAB NRW an die
Berliner Regierung
mit großer Sorge nehmen wir, die Evangelische Arbeitnehmerbewegung, Landesverband
Nordrhein-Westfalen, die Einschnitte und Kürzungen im Sozialwesen (Krankenkassen
und Rentenversicherungen) zur Kenntnis.
Wir teilen auch Ihre Bemühungen und Anstrengungen, die vorgenannten Bereiche
wieder auf eine gesunde und soziale Basis zu stellen.
Nicht einverstanden sind wir mit der Vorgehensweise, die einseitig und in
jeder Weise zu Lasten der Versicherten geht und zu erheblichen Einschränkungen
bei den Betroffenen führen wird:
Es wird künftig deutlich teurer sein, zum Arzt
zu gehen, krank zu werden.
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- Einseitig
müssen die Patienten ein Eintrittsgeld bei ihrem Arzt zahlen. Wer zum Arzt
geht und gesetzlich versichert ist, muss demnächst Geld mitbringen.
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- Der Zahnersatz
soll künftig von den Betroffenen privat finanziert werden.
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- Das Krankengeld
(nach mehr als sechswöchiger Krankheit) soll ebenfalls ohne Arbeitgeberanteil
privat versichert werden.
Die Nullrunde, die zusätzliche Belastung des doppelten Pflegeversicherungsbeitrages
bei den Rentner(innen) sowie die geplante Versteuerung der Sozialrenten wird
zu erheblichen Einschränkungen bei der überwiegenden Zahl der Klein- und Kleinstrentner(innen)
führen. Der größte Teil der Rentner(innen) bezieht Renten unter EUR 1.000,-
/ Monat. Wir bitten Sie, speziell bei den Rentner(innen) wieder zu einem berechenbaren
und verlässlichen System zurückzukehren.
Gleichzeitig machen wir darauf aufmerksam, dass mit den vorgenannten kurzfristigen
Maßnahmen in keiner Weise die Probleme zukünftiger Rentnergenerationen gelöst
sind. Auch hier gilt, es das Vertrauen in unser bewährtes Rentensystem zu stärken
und zu festigen.
| Rentenpolitik nach Kassenlage
löst keines der Probleme |
Rentenpolitik nach Kassenlage schafft nur Unsicherheit und löst keines der
Probleme! Ebenso stellen wir fest, dass die vorgenannten Maßnahmen nicht zu
einer Kostensenkung bei den ärztlichen Leistungen incl. unnützer Doppelleistungen
bei den bis heute überorganisierten Krankenkassen führen wird.
Unsere Verbandesvertreter(innen) sind im Rahmen der im Grundgesetz festgeschriebenen
Selbstverwaltung in den Sozialversicherungen, Krankenkassen, usw. Sachverwalter
der anvertrauten Mittel. Die vorgenannten Maßnahmen aber geben nicht einmal
kurzfristige Planungssicherheit. Gleichzeitig wird durch die einseitig den Versicherten
aufgebürdeten Kostenbeteiligungen das Solidarsystem noch mehr durchlöchert.
Fraglich für uns bleibt: Werden die Sozialabgaben stabil bleiben? Warum werden
bei all den Maßnahmen die Arbeitgeber in keiner Weise in die Pflicht genommen,
z. B. durch eine Arbeitsplatzbeschaffungsinitative usw-:? Nach wie vor werden
unter Mithilfe einschlägiger Beratungsfirmen bei den Banken, Versicherungen
und der Industrie weiterhin tausende Arbeitsplätze im fünfstelligen Bereich
vernichtet. Weiterhin werden die neuen Arbeitslosen unser Solidar- und Sozialsystem
noch mehr belasten.
Es darf und kann nicht richtig sein, dass Arbeitsplatzvernichtung Aktienkurse
steigen lässt, während Innovation, Forschung und Bildung in den Firmen immer
mehr ins Hintertreffen gerät.
Das Verfassungsgut einer solidarischen Gesellschaft und Gesellschaftsordnung,
in der die Schwächeren von den Stärkeren mitgetragen werden, darf in keinem
Fall verlorengehen.
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, wir bitten Sie deshalb, im Sinne der Mehrheit
unserer Bevölkerung und zur Sicherung und Festigung des sozialen Friedens, die
geplanten Maßnahmen nochmals zu überdenken, damit der beste Staat, den es je
auf deutschem Boden gab, auch weiterhin Bestand und eine gute Zukunft hat.
Werner Künkler
Landesverbandsvorsitzender der
Evangelischen Arbeitnehmerbewegung.
Landesverband Nordrhein-Westfalen
e.V.
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