...aus den
Landesverbänden...
Evangelische Arbeitnehmer - Bewegung
NRW
Christen befürchten Flächenbrand
Der Krieg ist vorbei. Aber ist er auch gewonnen? Militärisch sicherlich.
Fachleute warnen davor, dass ein Krieg nicht in der Lage ist, die betroffene
Region mit ihrer komplizierten politischen Verfasstheit, ihrer religiösen Vielfalt
und den unter-schiedlichen Kulturen zu befrieden. Kenner der politischen und
religiösen Szene befürchten, dass sich ein Krieg in der Region wie ein Flächenbrand
ausweiten könnte. Leider werden diese Kenner, an der Spitze der deutsche Journalist
Peter Scholl- Latour, nicht genügend zur Kenntnis genommen.
Die Amerikaner nehmen ihre Legitimation zur Führung des Krieges daher, dass
sie nach dem 11. September antreten, überall auf der Welt "das Böse auszurotten".
Dabei spielen vordergründig eigene wirtschaftliche Interessen die größte Rolle,
denn der Irak ist nicht umsonst einer der führenden Ölexporteure der Welt.
In der letzten Zeit werden jedoch zunehmend warnende Stimmen laut, die nicht
damit einverstanden sind, was Amerika, der selbsternannte "Weltpolizist" Nr.
1, im Alleingang plante und durchführte. Selbst in England, dem engsten "Kriegsverbündeten"
der Amerikaner, mehrten sich die Stimmen und Einflüsse der Kriegsgegner. Ganz
zu schweigen von den weltweiten Demonstrationen gegen diesen Krieg.
In Deutschland hat sich die Bundesregierung nicht erst seit der Bundestagswahl
(und somit war es keine Wahlpropaganda) klar und deutlich gegen die aktive Beteiligung
deutscher Soldaten an diesem Krieg entschieden. Dadurch sind die deutsch - amerikanischen
Beziehungen belastet.
Das Schlimmste an der jetzigen Situation ist die Tatsache, dass sich die
Amerikaner immer weiter von der UNO und ihren Gremien entfernen.
Um nicht missverstanden zu werden: Saddam Hussein
war einer der schlimmsten Diktatoren der Gegenwart, der eine große Bedrohung
für den Weltfrieden darstellte, der entwaffnet werden musste, der abgesetzt
gehörte, der dauerhaft von der Bildfläche verschwinden musste.
Die größte Bedrohung für den Frieden in der Welt sind Kriege. Seit dem Ende
des 2. Weltkrieges wurden und werden tausende von kleinen und größeren Kriegen
in allen Erdteilen geführt.
Es hat sich bewahrheitet, dass kein Krieg den Frieden auch nur ein kleines
bisschen sicherer gemacht - geschweige denn den Frieden gebracht hat.
Verlierer sind immer die Menschen - und zwar die Menschen, die ohnmächtig
zusehen müssen, wie Regierungen und Machthaber sie an den Abgrund ihrer Existenz
bringen.
Wir sind als Christen aufgefordert, Stellung zu beziehen. Wir werden nicht
in der Lage sein, Kriege zu verhindern - aber wir sind auch nicht bereit, schweigend
wegzusehen, wenn in dieser Welt wieder einmal Waffen ihr zerstörerisches Werk
beginnen.
EAB Oberhausen |