Deprimierend
für den Einzahler: Rentenbeiträge steigen, Rentnerzahlen steigen, Erlöse sinken.
Die jungen Menschen halten eine Nullrunde
bei den Renten für mehr als normal, bei der "reichsten Rentnergeneration,
die es in Deutschland jemals gab". Da ist viel Erklärungsbedarf.
Wie ist die Kommunikation zwischen
den Generationen zu verbessern, bei der Informationsflut der heutigen Zeit?
Was und wer beeinflusst junge Arbeitnehmer in ihrem Denken und Handeln? Welche
Veränderungen in den Werten ist feststellbar?
Rentenbeiträge
steigen, die Zahl der Rentner auch. Ist nur unser Rentensystem in der Krise,
oder ist es schon die ganze Gesellschaft? Wie ist der Dialog zwischen den
Generationen zu verbessern? Was denken Junge und Alte voneinander, was erwarten
sie voneinander? Dr. Helmut Jung, Hamburg, referierte über die Ergebnisse
einer Studie der Seidel-Stiftung.
In Arbeitsgruppen wurden weitere Erkenntnisse der Shellstudie und eigene Erfahrungen
erörtert.
Die Generationen
sind gar nicht so weit von einander entfernt in ihren Hoffnung und Wünschen.
Allerdings machen sich die Jüngeren naturgemäß Sorgen beim Gedanken an die
Rentenkassen. Jetzt wird viel eingezahlt, was in 40 Jahren dabei rauskommt
ist mehr als ungewiss.
Verbände wie
die unsrigen, haben ein Vermittlungsproblem. Allein die Namen lassen das Interesse
sinken. Nun kann man nicht immer dem Zeitgeist folgen und Traditionen einfach
über Bord werfen. Die Ansprache der jungen Menschen kann und darf allerdings
flott und modern sein.
Diese Probleme
haben alle Organisationen, die aus dem vorigen Jahrhundert kommen. Parteien,
Gewerkschaften, Kirchen klagen über mangelnden Nachwuchs und erklären, die
jungen Menschen wollten keine Verantwortung mehr übernehmen. Das weisen sie
weit von sich. Gewerkschaftsarbeit wird erst dann als nützlich eingestuft,
wenn die selbstgeschneiderten Arbeitsverträge zerbröseln, wie beim "Neuen
Markt" beobachtet.
Der christliche
Glaube, mit der Präsentation in unseren Kirchen ist vielen Jugendlichen suspekt.
Anders ist das,
wenn Jugendprojekte, wie Ökumenische Zeltlager oder Organisationen wie "Jesus
lebt" die Jungen rufen. Unsere Verbände müssen beide Intentionen verbinden,
das macht die Vermittlung nicht einfacher.
Wenn jüngere
Menschen für die christliche Arbeitnehmerarbeit interessiert werden, hat das
aber auch eine Folgewirkung bei den Mitgliedern. Eine moderne Kampagne, unsere
Kirche macht es hin und wieder vor, erregt das Interesse. Allerdings müssen
die Strukturen auch aufnahmefähig sein.
Nicht nur die
Angebote der Organisationen sind zu überprüfen, die Alteingesessenen müssen
den jungen Menschen Raum geben, sonst schlägt die Lust schnell in Frust um,
und die Jungen tauchen gar nicht mehr auf.
Sowieso ist
die Bindungswilligkeit der jungen Generation nicht mit den älteren Jahrgängen
zu vergleichen. Sichere Raster in den Vereinen, durch Satzung und Geschäftsordnung
Verantwortung zu übernehmen, schrecken eher ab. Für Projekte sind die Kids
zu begeistern, aber ein dauerhaftes Engagement bis zur Verleihung der "goldenen
Ehrennadel" empfinden junge Menschen als uncool oder wenig prickelnd.
Matthias Gehlhar, Bundesgeschäftsführer des BVEA