Mutiges Konzept der Bundesregierung
Brunhild Bald,
Bundesvorsitzende BVEA
Neuorganisation schafft noch keine neuen Arbeitsplätze
Matthias Gehlhar,
Bundesgeschäftsführer BVEA
Beschäftigung für alle ist das zentrale
Ziel
Franz Müntefering,
Generalsekretär der SPD

Das Arbeitsmarktpaket der Union
Angela Merkel,
Vorsitzende der CDU
Umbau ja, Abbau nein
Roland Claus,
Fraktionsvorsitzender der PDS
Steuerentlastung der Unternehmen
Claudia Roth,
Bündnis 90/Die Grünen
Mittelstand ist Beschäftigungsmotor Nr. 1
Christa Stewens,
Bayerisches Staatsministerium Arbeit und Sozialordnung
Steuersenkungen sind das beste ...
Cornelia Pieper, Generalsekretärin der FDP
Moderne Arbeitsmarktverfassung
Dr. Dieter Hundt,
Präsident des BDA
Die Schere zwischen brutto und netto
Wolfgang Oettle,
IHK Esslingen
Lösungswege zum Arbeitsmarktproblem
Dr. Günter Klemm,
Handelskammer Hamburg
Neue Arbeitsmarktverfassung
Joachim Kienzle,
Südwest-metall, Neckar-Fils |
Christa
Stewens, Bayrische Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und
Frauen
Mittelstand ist Beschäftigungsmotor Nr. 1
Ein wirksames Mittel
ist der Verleih Arbeitsloser über gemeinnützige Agenturen
Angesichts von rund 4 Millionen registrierten Arbeitslosen
in Deutschland ist die nachhaltige Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ohne Frage
die derzeit wichtigste gesellschaftliche und politische Herausforderung. Bayern
steht im bundesdeutschen Vergleich relativ gut da, denn der Freistaat wies mit
einer Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt 2001 von 5,3 Prozent nach Baden-Württemberg
(4,9 Prozent), den zweitbesten Wert aller Bundesländer auf (zum Vergleich: Bundesgebiet-West:
7,4 Prozent; Bundesrepublik: 9,4 Prozent).
Diese Entwicklung ist kein Zufall
und wesentlich auf die langjährige konsequente beschäftigungsorientierte Politik
der Bayerischen Staatsregierung zurückzuführen, die die Voraussetzungen für
die Entstehung neuer und die Sicherung bestehender Arbeitsplätze schafft. Besonderes
Augenmerk legt die Staatsregierung auf die Förderung des Mittelstandes, des
Beschäftigungsmotors Nr. 1 in Bayern und Deutschland. In dem Zeitraum 1998 bis
2000 entstanden in mittelständischen Unternehmen bundesweit rd. 640.000 neue
Arbeitsplätze, während die Beschäftigung in Großunternehmen um rd. 21.000 geschrumpft
ist. Allein über das bayerische Mittelstandskreditprogramm wurden in den letzten
fünf Jahren Darlehen in Höhe von 1,3 Mrd. Euro gewährt. Damit konnten mittelständische
Investitionsvorhaben mit einem Gesamtvolumen von 4 Mrd. Euro angestoßen und
die Schaffung von über 27.000 neuen Arbeitsplätzen in diesen Unternehmen ermöglicht
werden. Dahin müssen wir auch im Bund kommen! Wir brauchen eine mittel-standsfreundliche
und beschäftigungswirksame Wirtschafts-, Haushalts-, Technologie-, Bildungs-
und Strukturpolitik.
Sieht man sich die Struktur der Arbeitslosen
genauer an, so wird deutlich, dass das größte Problem die rund 30 Prozent Langzeitarbeitslosen
sind, also die Personen, die mindestens 12 Monate arbeitslos gemeldet sind.
Diese Gruppe weist meistens eines der folgenden drei Vermittlungshemmnisse auf:
zu hohes Alter, gesundheitliche Beeinträchtigung oder fehlende Berufsausbildung.
Kommen zwei oder gar alle drei Merkmale in einer Person zusammen, dann sinken
die Chancen auf eine Integration in den Arbeitsmarkt drastisch. Die Arbeitsämter
verfügen über ein vielfältiges Instrumentarium zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit.
Als effektiv haben sich die befristeten Eingliederungszuschüsse an Arbeitgeber,
die Langzeitarbeitslose einstellen, erwiesen. Gleichwohl haben viele Betriebe
Vorbehalte, insbesondere, wenn die Arbeitslosen älter als 50 Jahre sind.
Die anhaltend hohe Zahl der (Langzeit)-Arbeitslosen
und nicht zuletzt die in diesem Jahr aufgedeckten Manipulationen in der Bundesanstalt
für Arbeit machen deutlich, dass die Arbeitsämter ihre Anstrengungen zur Reintegration
Arbeitsloser intensivieren müssen. Ein wirksames Mittel ist der Verleih Arbeitsloser
über gemeinnützige Agenturen. In Bayern haben wir mit der Förderung der gemeinnützigen
Arbeitnehmerüberlassung seit 1995 sehr gute Erfahrungen auf diesem Gebiet sammeln
können. Wir treten deshalb nachdrücklich dafür ein, Leiharbeit zu erleichtern
und zu flexibilisieren. Ein weiteres effektives Instrument zur Bekämpfung der
Langzeitarbeitslosigkeit ist das rechtzeitige "Profiling". Weist ein Arbeitsloser
eines der o.g. Vermittlungshemmnisse auf, so kann bereits im Zeitpunkt der Arbeitslosmeldung
die drohende Langzeitarbeitslosigkeit vorausgesehen werden. Die Mitarbeiter
in den Arbeitsämtern können dann rasch die geeigneten Schritte (z.B. Durchführung
kurzfristiger Qualifizierungsmaßnahmen, spezielles Bewerbertraining, Gewährung
von Eingliederungszuschüssen etc.) einleiten.
Die notwendige Intensivierung der
Bemühungen zur Reintegration Arbeitsloser darf jedoch zu keinem Anstieg der
Ausgaben der aktiven Arbeitsmarktpolitik führen. Die Bundesanstalt für Arbeit
gibt jährlich bereits rd. 22 Mrd. Euro im Rahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik
aus, die von den Ländern und Kommunen sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds
ergänzt werden. Ein Großteil wird zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit
eingesetzt. Die Gelder müssen effizienter eingesetzt werden, um nicht nur einen
Anstieg der Lohnnebenkosten zu vermeiden, sondern diese mittelfristig zu senken.
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