Mutiges Konzept der Bundesregierung
Brunhild Bald,
Bundesvorsitzende BVEA
Neuorganisation schafft noch keine neuen Arbeitsplätze
Matthias Gehlhar,
Bundesgeschäftsführer BVEA
Beschäftigung für alle ist das zentrale
Ziel
Franz Müntefering,
Generalsekretär der SPD

Das Arbeitsmarktpaket der Union
Angela Merkel,
Vorsitzende der CDU
Umbau ja, Abbau nein
Roland Claus,
Fraktionsvorsitzender der PDS
Steuerentlastung der Unternehmen
Claudia Roth,
Bündnis 90/Die Grünen
Mittelstand ist Beschäftigungsmotor Nr. 1
Christa Stewens,
Bayerisches Staatsministerium Arbeit und Sozialordnung
Steuersenkungen sind das beste ...
Cornelia Pieper, Generalsekretärin der FDP
Moderne Arbeitsmarktverfassung
Dr. Dieter Hundt,
Präsident des BDA
Die Schere zwischen brutto und netto
Wolfgang Oettle,
IHK Esslingen
Lösungswege zum Arbeitsmarktproblem
Dr. Günter Klemm,
Handelskammer Hamburg
Neue Arbeitsmarktverfassung
Joachim Kienzle,
Südwest-metall, Neckar-Fils |
SPD - Generalsekretär
Franz Müntefering

Beschäftigung für alle ist das
zentrale Ziel
In den letzten vier Jahren hat die sozialdemokratisch
geführte Bundesregierung wichtige Erfolge erzielt.
- Die jahresdurchschnittliche
Arbeitslosigkeit ging von 1998 bis 2001 um 430.000 zurück.
- Die Erwerbstätigkeit
stieg im gleichen Zeitraum um 1,2 Millionen.
- Die Langzeitarbeitslosigkeit
ist um 15,7 % gesunken, die Zahl der älteren Arbeitslosen um 24,8 % und
die Zahl der schwerbehinderten Arbeitslosen um 11,9 %.
- An unserem erfolgreichen
Sofortprogramm gegen Jugendarbeitslosigkeit haben sich seit 1999 über 420.000
Jugendliche beteiligt.
Dennoch können
wir nicht zufrieden sein. Die Arbeitslosigkeit ist immer noch zu hoch.
Die SPD geführte Bundesregierung
hat eine Reihe wichtiger Reformen in der Arbeitsmarktpolitik eingeleitet und
wird diese Politik fortsetzen.
- - Die auch von den
Gewerkschaften und Kirchen geforderte stärkere Förderung der Teilzeitarbeit
haben wir mit dem Recht auf Teilzeitarbeit umgesetzt.
- - Mit dem Job-Aqtiv-Gesetz
haben wir den Schwerpunkt der Arbeitsförderung auf bessere und passgenauere
Vermittlung und Qualifizierung in den ersten Arbeitsmarkt gelegt. Für uns
ist aber auch klar: Solange es ein Arbeitsplatzdefizit gibt, bleiben Instrumente
wie ABM und SAM notwendig. Dies gilt besonders in Ostdeutschland. Besonders
für den Osten Deutschlands haben wir das neue Instrument der Jugendteilzeithilfe
als Beschäftigungsbrücke in den ersten Arbeitsmarkt eingeführt.
- - Wir wollen eine
stärkere Verzahnung von Arbeitsämtern und Sozialämtern, um Langzeitarbeitslose
wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Mit den "MoZart"-Modellprojekten
haben wir Kooperationsformen erprobt. Dabei sagen wir deutlich: es wird
keine Absenkung der Arbeitslosenhilfe auf Sozialhilfeniveau geben. Zur besseren
Integration Geringqualifizierter und Langzeitarbeitsloser haben wir das
"Mainzer Modell" bundesweit ausgedehnt.
- - Wir machen aus
der Bundesanstalt für Arbeit einen modernen Dienstleister. Die Selbstverwaltung
bleibt unverzichtbarer Bestandteil der BA und die erfolgreiche Bekämpfung
der Arbeitslosigkeit ist nur unter Einbeziehung der erfahrenen und motivierten
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BA möglich.
- - Die von der Bundesregierung
eingesetzte sogenannte Hartz-Kommission wird bis Mitte August weitere Vorschläge
erarbeiten. Die bisher bekannt gewordenen Ergebnisse weisen in die richtige
Richtung. Die SPD wird das Gesamtkonzept beraten und zügig entscheiden,
welche Vorschläge umgesetzt werden.
Für die dauerhafte
Reduzierung der Arbeitslosigkeit und den Aufbau von Beschäftigung brauchen
wir auch stetiges und nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Wir wollen die wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen weiter verbessern. Unsere Steuer und Rentenreform hat bereits
die Steuer und Abgabenlast gesenkt. Dieses Ziel verfolgen wir weiter. Darüber
hinaus werden wir den Mittelstand weiter fördern (der Mittelstand wird durch
unsere Steuerreform allein 2003 um ca. 3 Milliarden Euro entlastet) und für
hohe öffentliche Investitionen sorgen. Wir wollen unser Land zu einem attraktiven
Standort für die Entwicklung und Anwendung von Zukunftstechnologien und wissensbasierten
Dienstleistungen ausbauen. Deshalb haben wir die Ausgaben für Bildung, Forschung
und Entwicklung deutlich erhöht.
Die SPD wird auf europäischer
Ebene darauf hinwirken, dass die Möglichkeiten der wirtschaftspolitischen
Abstimmung zwischen EZB, den Tarifparteien und den Mitgliedsregierungen verstärkt
und ausgeschöpft werden. Ein hohes Beschäftigungsniveau muss zentrales Ziel
europäischer Politik sein.
Die Wirtschaft ist
für die Menschen da und nicht umgekehrt. Daran orientieren sich unsere Arbeitsmarkt-
und unsere Wirtschaftspolitik.
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