EAN Baden
Globalisierung gerecht gestalten |
Verantwortlichen über Gerechtigkeit und Menschenwürde reden. Der Mensch ist
keine Maschine, die wahlweise an- und abgestellt werden kann. Das "Sozialwort"
der beiden großen Kirchen unterstützt dies mit dem Satz: Wir Christen müssen
uns "für eine menschenwürdige, freie, gerechte und solidarische Ordnung einsetzen"
(Abschn. 94). Dieser Aufruf bedeutet auch: Wir haben Verantwortung für unsere
Welt und für die Menschen, die auf ihr leben und arbeiten. Und zwar nicht nur
hier in Deutschland, sondern überall. Wer profitiert eigentlich von der momentanen
Globalisierung? In erster Linie die Vorstandsetagen der großen Konzerne inklusive
der großen Banken. Was ist der Preis der Globalisierung? Entlassungen, Massenarbeitslosigkeit,
Herabwürdigung der menschlichen Arbeit, Unruhe in den Familien und Angst vor
der Zukunft - vor allem bei den Jugendlichen.
Nehmen wir unser Christsein ernst, damit es gerechter und menschlicher auf
unserer Welt zugeht.
Werner Jahn, theologischer Berater
der EAN Baden Ausschnitte aus der Ansprache beim Ökumenischen Gottesdienst am
1. Mai 2002 in der Freiburger Herz-Jesu-Kirche |
Hier in Freiburg kenne ich zwei Betriebe, die von einem nordamerikanischen
Konzern "geschluckt" wurden. Seit dem Zeitpunkt der Fusion wurde die bisherige
Firmenkultur, die sich Jahrzehnte bewährt hat, ersetzt durch eine unpersönlichere
Kultur nach amerikanischem Muster. Beispiel: Ein Mitarbeiter, der 37 Jahre treu
"seiner" Firma gedient und viel Positives erreicht hat, geht nun aufgrund der
Fusion in den Vorruhestand. Für ihn wird keine Abschiedsfeier organisiert, weil
dies in den USA nicht üblich ist. - Frage: Ist das gerecht? Was ist der Mensch
wert? Bleibt der Mensch bei der Globalisierung "auf der Strecke"?
Jesus sagt in der Bergpredigt: "Selig sind, die hungern und dürsten nach
Gerechtigkeit, sie werden satt werden" (Matth. 5,6). - Wer hungert und dürstet
heute nach Gerechtigkeit? Wohl am meisten die, die auf der untersten Stufe der
Karriereleiter stehen. Hier sehe ich Handlungsbedarf für uns als Vertreter zweiter
großer Kirchen in Deutschland: Wir müssen die Kontakte zu den Firmenleitungen
intensivieren und mit den |