Berliner unter sich:
Werner Trautwein,
frisch gekürter Vorsitzender
der EAN Berlin-Brandenburg,
Wolfgang Schifner,
Vorsitzender des Fördervereins,
Heinz Gärtner,
Vorsitzender des Seniorenwerks
der EAN BB |
Die Sorge um die politische Kultur, aber auch konkrete Vorstellungen
zur Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit, waren die Themen des Tages. In
einigen Reaktionen der Teilnehmer wurden unterschiedlichen Auffassungen deutlich.
Vor allem der Beitrag der PDS polarisierte in breite Zustimmung und lautstarken
Protest. In intensiven Diskussionen wurden die politischen Anträge hinterfragt
und manch wichtige Entscheidung getroffen. Der Vorstand und die Geschäftsstelle
sprachen nochmals der scheidenden Stv. Bundesvorsitzenden Cornelia Burkert
ihren Dank aus, das sie in schwieriger Zeit die Arbeit so erfolgreich fortgesetzt
hat.
Frau Antje Blumenthal, Vorstandsmitglied der CDA in Hamburg,
nutzte die Gelegenheit auf Gemeinsamkeiten zwischen den evangelischen Arbeitnehmerorganisationen
und der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft hinzuweisen und bezog
sich hierbei speziell auf unsere Veröffentlichung zu dem Bundestagsentscheid
zum Stammzellenimport.
Dr. Klaus Grehn, Arbeitsmarktpolitischer Sprecher der PDS machte in seinem
Grußwort auf die Versäumnisse der Bundesregierung bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit
aufmerksam und deutete Zusammenarbeit bei vernünftigen Lösungen an. Peter
Holldorf, Bundesvorstandsmitglied der AfA in der SPD, nahm sich ebenfalls
des Themas Arbeitslosigkeit an, verwies allerdings auf das verabschiedete
Job-Aktiv-Gesetz.
Rainer B. Matschke, Bundesvorsitzender des KDA wünschte dem neuen Vorstand
des BVEA für die künftige Arbeit alles Gute und sprach seine Hoffnung aus,
dass die Zusammenarbeit gut funktionieren möge.
Dr. Jens Kreuter von der EKD in Hannover überbrachte das Grußwort des Ratsvorsitzenden
der EKD, Manfred Kock, und verdeutlichte, dass die EKD sich schon bald intensiv
in politische Diskussionen einbringen wird. Er verwies auf das soziale Wort
der Kirchen, aber auch darauf, dass in der jetzigen politischen Situation
ein Einwirken der Kirchen auf die politischen Vorgaben in Berlin unbedingt
notwendig ist. Er bezeichnete den hohen Anteil von alleinerziehenden Frauen
unter den Sozialhilfeempfängern als einen Skandal. Um solchen Entwicklungen
gezielt entgegenzuwirken, sei eine enge Zusammenarbeit unabdingbar und von
der EKD gewünscht.
ge

Brachte manchen
im Saal in
Wallung:
Polarisierte in breite
Zustimmung und lautstarken Protest.
Dr. Klaus Grehn, Arbeitsmarkt-politischer Sprecher der PDS
im Gespräch mit Brunhild Bald
und Werner Künkler
Entschliessungen des Delegiertentages
Kirche als Arbeitgeber
Die Kirchen sind mit ihrer Diakonie und Caritas die größten Arbeitgeber in
der Bundesrepublik. Die Kirchen sind als Arbeitgeber, Eigentümer von Geld
und Grundvermögen. Bauherr und Betreiber, also auch wirtschaftlich Handelnde.
Es genügt nicht, wenn die Kirchen die wirtschaftlichen und
sozialen Strukturen und die Verhaltensweisen der darin tätigen Menschen thematisieren.
Sie müssen auch ihr eigenes Handeln in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht
bedenken. Das kirchliche Engagement für Änderungen in der Gesellschaft wirkt
um so überzeugender, wenn es innerkirchlich seine Entsprechung findet.
Beide Kirchen sollen hiermit an das gemeinsame Wort "Für eine
Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit" erinnert werden.
EAN Landesverband Braunschweig -Kurt von Brandenstein
Wir bitten die Kirchen den dritten Weg zu überprüfen
und mit der zuständigen Gewerkschaft ver.di die Gespräche wieder aufzunehmen.
Politische Kultur
"Die 4. Delegiertenversammlung des BVEA am 23.02.2002 in Hamburg
fordert die Bundesregierung und alle im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien
auf, im kommenden Wahlkampf zu den bevorstehenden Wahlen zum Deutschen Bundestag
am 22.09.2002, sich nicht auf Kosten von nichtdeutschen Mitbürgerinnen und
Mitbürgern zu profilieren und auf jede politische Auseinandersetzung zu verzichten,
die die Achtung vor der unantastbaren Menschenwürde verletzt (siehe Artikel
1 Grundgesetz) oder dem christlich-jüdischen Menschenbild widerspricht.
Die politischen Parteien sind aufgefordert, sich im Rahmen
des Gemeinsamen Wortes der Kirchen zu den Herausforderungen durch Migration
und Flucht vom Juni 1997: "... und der Fremdling, der in deinen Toren ist"
zu bewegen.
Nach dem christlichen Menschenbild sollte es auch und gerade
in Wahlkampfzeiten die Verpflichtung aller Politikerinnen und Politiker sein,
aus dem Geist des Evangeliums heraus für alle Menschen einzutreten, die in
ihren Rechten, ihrer Würde, ihrem Wohlergehen oder ihrer Existenz bedroht
sind, und zwar vollkommen unabhängig von Hautfarbe, Religion oder Abstammung.
Die evangelischen Arbeitnehmer/Arbeitnehmerinnen erinnern
daran, dass es unter den Geboten Gottes nur wenige gibt, die dem Schutzgebot
gegenüber Fremden und Flüchtlingen an Gewicht und Eindeutigkeit gleichkommen.
Von den fünf Büchern Moses bis hin zum Pfingstbericht in der Apostelgeschichte
ist die Bibel voll von Textstellen, die den Schutz der Fremden und den Respekt
gegenüber den Fremden einfordern.
Wir meinen, dass jeder Versuch, sich im Wahlkampf auf Kosten
von Fremden profilieren zu wollen, unweigerlich zum Erstarken von Rechtsextremismus
und zur Zunahme rassistisch motivierter Straftaten führt."
Evangelische Arbeitnehmerschaft in Baden - Wolf Roßkamp |